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Wildhexe - Chimäras Rache von Kaaberbøl, Lene (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.07.2014
  • Verlag: Carl Hanser Verlag München
eBook (ePUB)
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Wildhexe - Chimäras Rache

Die Wildhexe Clara hat seltsame Träume, in denen ihr Flügel und Krallen wachsen oder sie wie eine gierige Natter über den Boden kriecht. Als sie aufwacht, liegt sie nicht im Bett, sondern ist auf Beutejagd. Eine tote Seele, die mit aller Macht zurück ins Leben drängt, hat von ihr Besitz ergriffen. In Claras Visionen ist es ein Mädchen namens Kimmie. Und natürlich steckt keine andere dahinter als die böseste aller Hexen: Chimära. Zusammen mit Kahla, der begabten Wildhexenschülerin, wagt Clara ein gefährliches Abenteuer. Allerdings ohne ihren Wildfreund Kater, denn das Wesen, das die Tiere bedroht, hat ihn bereits angefallen. Das dritte spannende Abenteuer der sympathischen Wildhexe. Lene Kaaberbøl, 1960 in Kopenhagen geboren, ist eine der bekanntesten und umsatzstärksten dänischen Kinderbuchautorinnen. Sie wird von der Presse und vom Publikum gleichermaßen geschätzt. Ihr erstes Buch veröffentlichte sie mit 15, seitdem hat sie über 30 Bücher für Kinder- und Jugendliche geschrieben. Ihre Fantasy-Serien werden in 25 Sprachen übersetzt. Mit vielen Preisen ausgezeichnet, war sie zuletzt für den Hans-Christian-Andersen Preis 2014 sowie für den Astrid Lindgren Memorial Award nominiert. Ihre Serie über die Wildhexe Clara wurde 2012 in einer großen Gala mit dem wichtigsten und größten Kinderbuchpreis Dänemarks ausgezeichnet, dem Orla-Preis des staatlichen dänischen Fernsehens DR. Im Hanser Kinderbuch erschienen 2014 die ersten drei Bände der Reihe Wildhexe - Die Feuerprobe, Wildhexe - Die Botschaft des Falken sowie Wildhexe - Chimäras Rache. Im Frühjahr 2015 folgten Band 4 und 5 ( Wildhexe - Blutsschwester und Wildhexe - Das Labyrinth der Vergangenheit), im Herbst 2015 wurde die Reihe mit dem sechsten Band Wildhexe - Das Versprechen abgeschlossen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 28.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783446247031
    Verlag: Carl Hanser Verlag München
    Serie: Wildhexe Bd.3
    Originaltitel: Vildhekx 3: Kimæras hævn
    Größe: 1360 kBytes
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Wildhexe - Chimäras Rache

2 DACHSE UND ANDERE TIERE

Der Frühling war im Anmarsch – nicht nur im Wald aus meinem Spatzentraum, sondern auch in Wirklichkeit. Die Forsythien leuchteten gelb vor den nassen Hauswänden, und Sonnenstrahlen ließen die Regenwasserpfützen auf den Kieswegen im Stjernepark glitzern. Ich hatte mich auf eine feuchte Bank gesetzt, während Oscar pflichtschuldig mit Luffe, seinem schwarzen Labrador, Luffes übliche Pinkelstrecke ablief. Kater saß neben mir auf der Bank und schaute dem Hund mit einem Ausdruck überlegener Verachtung hinterher.

"Kater?", flüsterte ich.

Was?

Die Antwort kam träge und auf irgendeine Weise wie hingeworfen. Manchmal klang seine Stimme in meinem Kopf durch und durch so, als ob er niemals etwas anderes gemacht hätte, als auf einem Plüschsofa zu liegen und Sahne zu schlecken, dann wieder war sie rau und fauchend und man hätte ihn für den größten und gemeinsten Hinterhofkater halten können, der jemals in einem Kampf um eine Mülltonne seine Krallen in einen Widersacher geschlagen hatte. An diesem Tag war es die Plüschsofastimme.

"Ich glaube ... Ich glaube, ich muss mit Tante Isa sprechen." Ich hatte den ganzen Tag an den Spatz gedacht. Nicht ununterbrochen, es passierten natürlich auch jede Menge normaler Sachen, Unterricht und Mittagessen und Pause und Alltagsgerede, aber zwischendurch. Jedes Mal wenn nichts anderes anlag.

Kater fragte nicht, warum. Er sprang auf meinen Schoß und schnupperte an meinem Kinn, meiner Nase, meinen Augen und meinen Haaren. Er setzte sich für einen Moment auf sein starkes breites Hinterteil und legte die rechte Pfote auf meine Schulter. Dann berührte er vorsichtig mit der linken, ohne Krallen, die Stelle zwischen meinen Augenbrauen, wo er mir ein halbes Jahr zuvor die Wunde verpasst hatte, die jetzt zu weißen, fast unsichtbaren Narbenstreifen verblasst war.

"Was machst du?", fragte ich leicht nervös.

Er gab keine Antwort. Und es passierte eigentlich auch nichts. Nichts anderes jedenfalls, als dass ich wieder wusste, wie es gewesen war, der Spatz zu sein, im Augenblick seines Todes. Was ja eigentlich auch reichte. Ein Zittern lief durch meinen Körper und meine eine Hand jagte zu meinem Herzen hoch, während die andere versuchte, meine Augen zu beschützen.

Kater fauchte und blies sich auf, sodass sein Fell sich überall sträubte. Er war ohnehin schon groß, fast so groß wie Luffe, aber wenn er sein Fell auf diese Weise aufstellte, wurde er einfach riesig. Seine goldenen Augen funkelten.

Komm, sagte er.

"Jetzt? Aber ..."

Jetzt.

"Aber ... Oscar. Mama. Ich muss doch wenigstens sagen ..." Aber mit Kater kann man nicht diskutieren. Er begreift einfach nicht, dass man zur verabredeten Zeit zu Hause sein und sagen muss, wo man hingeht. Vielleicht ist es ihm ja auch einfach nur egal.

Er sprang mit einem geschmeidigen Katzensprung auf den Weg, und plötzlich konnte ich weder Oscar noch die Forsythien oder den Park um mich herum sehen. Alles war verschwunden in dem dichten Nebel, der bedeutete, dass wir schon auf den wilden Wegen waren, obwohl ich noch immer die Bank unter mir spürte.

"Kater! Nein!"

Komm.

Mir blieb nichts anderes übrig. Wenn ich eine richtige Wildhexe gewesen wäre, hätte ich selbst entscheiden können, ob ich auf die wilden Wege wollte oder nicht, und ich hätte mich dort auch selbst zurechtfinden können. Aber so, wie es jetzt war, konnte ich nicht einmal ohne Hilfe zu Tante Isa finden, und wenn Kater sp

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