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Wildhexe 6 - Das Versprechen von Kaaberbøl, Lene (eBook)

  • Verlag: Carl Hanser Verlag München
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Online verfügbar

Wildhexe 6 - Das Versprechen

Nur ganz knapp entkommen Clara und ihre Freunde einem Schwarm gefährlicher Bombardierkäfer. Der Angriff kam von Bravita Blutsschwester, die es nicht nur auf Clara, sondern auch auf deren Mutter abgesehen hat. Sie will die über viele Jahre ungenutzten Kräfte der alten Wildhexe endgültig an sich reißen. Nur so kann sie die Herrschaft über die Wilde Welt und damit über alle Tiere und die anderen Hexen erlangen. Clara setzt alles in Bewegung, um das zu verhindern. Doch gibt es überhaupt eine Möglichkeit, Blutsschwester ein für alle Mal zu besiegen? Im dramatischen Finale der beliebten Kinderbuchserie erlebt die Wildhexe Clara ihr größtes Abenteuer. Und sie braucht all ihre Magie, um es zu bestehen! Lene Kaaberbøl, 1960 in Kopenhagen geboren, ist eine der bekanntesten und umsatzstärksten dänischen Kinderbuchautorinnen. Sie wird von der Presse und vom Publikum gleichermaßen geschätzt. Ihr erstes Buch veröffentlichte sie mit 15, seitdem hat sie über 30 Bücher für Kinder- und Jugendliche geschrieben. Ihre Fantasy-Serien werden in 25 Sprachen übersetzt. Mit vielen Preisen ausgezeichnet, war sie zuletzt für den Hans-Christian-Andersen Preis 2014 sowie für den Astrid Lindgren Memorial Award nominiert. Ihre Serie über die Wildhexe Clara wurde 2012 in einer großen Gala mit dem wichtigsten und größten Kinderbuchpreis Dänemarks ausgezeichnet, dem Orla-Preis des staatlichen dänischen Fernsehens DR. Im Hanser Kinderbuch erschienen 2014 die ersten drei Bände der Reihe Wildhexe - Die Feuerprobe, Wildhexe - Die Botschaft des Falken sowie Wildhexe - Chimäras Rache. Im Frühjahr 2015 folgten Band 4 und 5 ( Wildhexe - Blutsschwester und Wildhexe - Das Labyrinth der Vergangenheit), im Herbst 2015 wurde die Reihe mit dem sechsten Band Wildhexe - Das Versprechen abgeschlossen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783446250291
    Verlag: Carl Hanser Verlag München
    Serie: Wildhexe Bd.6
    Originaltitel: Genkommeren
    Größe: 1378 kBytes
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Wildhexe 6 - Das Versprechen

2 BLUTGAS

Ich hätte ein bisschen Badeurlaub wirklich gut gebrauchen können", murmelte ich vor mich hin, während wir unsere Sachen zusammenpackten und uns zum Aufbruch bereit machten. Eine Woche hier am Strand und nichts anderes zu tun, als im Schatten der Palmen zu liegen, reife Mangos zu essen, Kokosmilch zu schlürfen und in das türkisblaue Wasser zu springen, wann immer ich Lust dazu hatte. Wieso hatte Kahla mich eigentlich noch nie zu sich nach Hause eingeladen? Ich hatte ja keine Ahnung, dass sie an einem Ort wohnte, der aussah, als wäre er einem Ferienkatalog für Karibikurlaube entnommen.

Bestimmt war ihr Vater dagegen gewesen. Ich dachte an die vielen Jahre, in denen es ihm gelungen war, Kahla zu verheimlichen, wie - und wo - ihre Mutter in Wirklichkeit war. All die Jahre, in denen er Lamia in dem Labyrinth gefangen gehalten und unschädlich gemacht hatte, während Kahla glaubte, sie wäre "verschwunden". Er war sicher nicht scharf darauf gewesen, dass eine fremde neugierige Hexenschülerin auf der Insel herumrannte.

Ob Tante Isa und der restliche Hexenkreis wohl davon gewusst hatten? Hatte sich Tante Isa etwa deshalb dazu bereit erklärt, Kahla zu unterrichten? Damit sie lernen konnte, was es hieß, eine richtige Wildhexe zu sein: Sich um die Wilde Welt zu kümmern, ohne diese auszunutzen. Niemals zu nehmen, ohne zu geben. Das war ein Wildhexen-Gesetz, das Lamia ganz sicher nie verstanden hatte.

Ich warf Kahla einen verstohlenen Blick zu. Sie hatte das Prinzessinnen-Kostüm bereits unter mehreren leuchtend bunten Wollschichten begraben und noch mehr Reisekleidung in ihren Rucksack gepackt. Jetzt stand sie ein wenig abseits und blickte zu dem leeren Haus hinüber. Sie sah aus wie jemand, der ganz dringend eine Umarmung gebrauchen konnte - auch wenn sie nicht zu der Sorte Mensch gehörte, die andere umarmte und Küsschen verteilte.

Oscar kam mir zuvor. Also nicht in dem Sinn, dass er sich auf sie stürzte und sie in seine starken Arme nahm, so à la Kitschroman. Er drückte nur kurz ihre Schulter.

"Alles okay?", fragte er leise.

Sie nickte kurz und knapp, zwei Mal, mehr nicht. In Kahlas Sprache bedeutete das: "Nein, es ist nicht alles okay, aber ich will gerne so tun, als ob." Ich glaube, Oscar fasste es ganz genau so auf, denn er klopfte ihr nur aufmunternd auf die Schulter und nahm ihr den Rucksack ab. Sie warf auch ihm ein trauriges, kleines Lächeln zu.

Oscar war mein bester Freund, aber es wäre wirklich kleinlich gewesen, jetzt eifersüchtig zu werden. In diesem Augenblick hatte Kahla niemanden auf der Welt außer uns beiden. Ihre Mutter war tot und ihr Vater momentan nicht weit davon entfernt. Wenn wir Erya und den kleinen Rabenjungen nicht zurück in den Rabenkessel brachten, war der Tod für Meister Millaconda, Tante Isa und den restlichen Hexenkreis - Shanaia, Frau Pomeranze und Herrn Malkin - unausweichlich. Nur mithilfe der Rabenküken konnten die Rabenmütter sie aus der erstarrten Sekunde befreien, in der sie gefangen waren, bevor ihre Lebenskraft ganz erlosch.

Und außerdem waren wir ja kein Liebespaar, Oscar und ich. Ob man wohl damit klarkommen konnte, wenn der beste Freund und die einzige Wildhexen-Freundin, die man hatte, ziemlich offensichtlich im Begriff waren, sich ineinander zu verknallen? Katerchen nutzte den Moment, um mich anzuspringen, sich festzukrallen und auf meine Schulter zu klettern. Er schüttelte sein Fell nach Katzenmanier und Sand stob in alle Richtungen. Ich kniff schnell die Augen zu und merkte, wie mir kleine, kratzende Sandkörner unter den Pullover rieselten. Er rieb seinen Kopf an meine Wange und schnurrte wie eine Nähmaschine.

Meine. Meine, meine, meine.

"Ja, ja", murmelte ich. "Ich hab's kapiert." Ich kraulte ihn ein bisschen mit dem Daumen hinter dem Ohr, genau da, wo er es am liebsten hatte.

"Sind wir so weit?", fragte ic

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