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Winterferien mit Penny von Gast, Lise (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.12.2016
  • Verlag: Loewe Verlag
eBook (ePUB)
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Winterferien mit Penny

Auch in den Winterferien erleben die Freundinnen Ursula und Penny in spannende Abenteuer bei Tante Trullala. Ein Mädchenroman-Klassiker, der jungen Lesern beste Unterhaltung bietet und Fans von Lise Gast in Nostalgie schwelgen lässt. Weihnachtsferien bei Tante Trullala in Hohenstaufen! Etwas Herrlicheres kann Ursula sich gar nicht vorstellen. Hier trifft sie ihre beste Freundin Penny wieder. Beide unternehmen lustige Schlittenfahrten und toben mit den Hunden durch den Schnee. Das Weihnachtsfest und die Silvesternacht lassen sich hier, außerhalb der Großstadt, mit Punsch und lustigen Spielen viel schöner feiern. Nur über ihren Bruder Til und die Zwillinge Rolf und Roland muss sich Ursula von früh bis spät ärgern. Besonders Til ist manchmal recht ungezogen zu den Erwachsenen. Den Mädchen gegenüber spielt er sich großspurig und streitsüchtig auf. Doch eines Tages beweist Til, dass er nicht nur ein lästiger jüngerer Bruder, sondern ein kameradschaftlicher und hilfsbereiter Freund sein kann.

Lise Gast ist das Pseudonym der Autorin Elisabeth Richter. Sie wurde 1908 in Leipzig geboren und widmete sich nach schicksalhaften Kriegsjahren ab 1948 der Schriftstellerei. Insgesamt verfasste sie über 120 Bücher. Schon immer in Ponys vernarrt, gründete sie 1955 einen Ponyhof und züchtete dort erfolgreich Shetland- und Islandponys. Die Erfahrungen des Lebens auf ihrem Ponyhof inspirierte sie zu ihren Kinder- und Jugendbüchern. Lise Gast verstarb 1988.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 12.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732009695
    Verlag: Loewe Verlag
    Größe: 2797 kBytes
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Winterferien mit Penny

Wir standen im Flur, neben der verschlossenen Wohnstube, die heute Weihnachtsstube hieß und in die wir immer noch nicht hineindurften, - alle im schönsten Staat. Weihnachten ist das größte Fest im Jahr, und Mutter hatte unsere besten Sachen mitgebracht und uns zurechtgelegt, vom Strumpf an bis zum Taschentuch. Jeder von uns trug in der linken Faust eine kleine Papiertüte mit dem Aufdruck "Brot für die Welt", da hinein hatten wir unsere Gabe für die hungernden Völker der Erde getan, jeder, was er irgend erübrigen konnte.

Natürlich braucht jeder vor Weihnachten Geld, denn wenn wir auch möglichst alle Geschenke selbst herstellten, so kostet doch zum mindesten das meiste Material etwas, und buntes Einwickelpapier braucht man auch und Goldfaden und ähnliches. Deshalb gibt uns Mutter schon von Anfang November an etwas zu verdienen - was wir sonst umsonst tun müssen, wird bezahlt, also Abtrocknen oder Mülleimerwegtragen oder so etwas. Aber wir geben nicht alles aus, es muß für "Brot für die Welt" genug bleiben. Ich hatte dieses Jahr mein Gespartes mit Penny geteilt, die nicht so viel zusammenbekommen hatte. Sie sparte erst seit den Adventswochen, vorher war sie noch im Krankenhaus, und dort gibt's ja beim besten Willen nichts zu verdienen. So standen wir also und warteten auf Mutter, die das Baby noch umgezogen hatte.

"Immerzu muß man warten", brummte Roland, und Til stimmte sofort ein:

"Ja, das ständige Warten kann einem das ganze Weihnachten vermiesen. Müssen wir wirklich in die Kirche? "

Ich trat ihm ans Schienbein, denn eben kam Tante Trullala und hatte es natürlich gehört.

"Magst du denn nicht?" fragte sie freundlich. Er sah zu ihr auf.

"Eigentlich nicht. Nicht so gern."

"Und warum nicht? Gerade zu Weihnachten?" fragte sie weiter. Til schob die Unterlippe vor.

"Gerade zu Weihnachten. Es ist doch ein bißchen blöd: Da geht man in die Kirche und singt Weihnachtslieder und hört sich die Weihnachtsgeschichte an, die doch jeder auswendig kann, 'Und es begab sich zu der Zeit...', und dann kommt man nach Hause und singt wieder, ehe es losgeht, und hört die Weihnachtsgeschichte ein zweitesmal, Wort für Wort. Eigentlich würde einmal doch genügen oder sogar besser sein. Und man würde viel Zeit sparen, man könnte eher bescheren und länger spielen..."

"Hm. Meinst du." Onkel Albrecht war nun auch gekommen, in seinem schönsten Mantel, in dem man ihn sonst nie sieht, frisch rasiert und feierlich anzusehen. "Jetzt will ich dir mal was sagen, Til. So wie du habe ich auch manchmal gedacht. Genau so. Aber wir haben einen Pfarrer hier im Ort, der - nun, der hat vermutlich auch mal dasselbe gedacht wie du und ich. Und der macht es bei der Christvesper nicht so, wie du eben sagtest - ein paar Weihnachtslieder und die Weihnachtsgeschichte und ein bißchen Predigt dazu. Sondern anders. Und deshalb freue ich mich so, daß ihr hier seid und mitgeht." Er öffnete die Außentür, und wir alle schoben hinter ihm her ins Freie. Es fing schon an zu dämmern. Ach, Til mit seinen ewigen Nörgeleien! Schon allein durch den Schnee zur Kirche zu wandern, war wunderbar, fand ich. Und als wir dann eintraten...

Onkel hatte wahrscheinlich schon einiges gewußt, vermute ich. Vielleicht hat er mit dem Pfarrer sogar vorher gesprochen. Natürlich standen zwei Christbäume neben dem Altar, und ein großer Adventskranz hing von der Decke, und alle vier Kerzen brannten, insofern war alles genau wie in anderen Kirchen. Sonst aber...

Mitten in der Kirche, vor den Stufen zum Altar hinauf, also so, daß man sie von allen Sitzen aus sehen konnte, war eine Leinwand aufgestellt, so eine, wie man sie braucht, um Filme oder Lichtbilder zu zeigen. Das hatte ich noch nie in einer Kirche gesehen, die anderen auch nicht. Gespannt schoben wir uns hinter Onkel und Tante und Vater und Mutter in eine der hellen Sitzbänke, die noch leer war.

Zuerst spielte der Posaunenchor "Herbei, o ihr Gläubigen!", das klang wun

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