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Woodwalkers (1). Carags Verwandlung von Brandis, Katja (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.06.2016
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
6,99 €
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Woodwalkers (1). Carags Verwandlung

Auf den ersten Blick sieht Carag aus wie ein normaler Junge. Doch hinter seinen leuchtenden Augen verbirgt sich ein Geheimnis: Carag ist ein Gestaltwandler. Aufgewachsen als Berglöwe in den Wäldern lebt er erst seit Kurzem in der Menschenwelt. Das neue Leben ist für ihn so fremd wie faszinierend. Doch erst als Carag von der Clearwater High erfährt, einem Internat für Woodwalker wie ihn, verspürt er ein Gefühl von Heimat. In Holly, einem frechen Rothörnchen, und Brandon, einem schüchternen Bison, findet er Freunde. Und die kann Carag gut gebrauchen - denn sein neues Leben steckt voller Gefahren ... Katja Brandis, geb. 1970, studierte Amerikanistik, Anglistik und Germanistik und arbeitete als Journalistin. Sie schreibt seit ihrer Kindheit und hat inzwischen zahlreiche Romane für junge Leser veröffentlicht. Sie lebt mit Mann, Sohn und drei Katzen in der Nähe von München. Foto © Petra Haidn www.katja-brandis.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 280
    Erscheinungsdatum: 02.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401806280
    Verlag: Arena Verlag
    Serie: Woodwalkers Bd.1
    Größe: 3662 kBytes
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Woodwalkers (1). Carags Verwandlung

Ärger

K evin war einer der stärksten Jungs an der Schule und er hatte jede Menge Spaß daran, andere zu quälen. Seine Freundin Beverly wäre furchtbar gerne Cheerleaderin für das Football-Team geworden, aber sie hatte ein Gesicht wie eine Kartoffel. Keine Chance. Vielleicht war es deshalb ihre Lieblingsbeschäftigung, andere niederzumachen. Und Sean machte mit, weil er nichts Besseres zu tun hatte.

Alle drei schauten mich an, als wäre ich Beute. Ich fühlte mich auch ein bisschen wie Beute und das gefiel mir nicht besonders. In meinen ersten zwei Wochen in der Junior High hatten mich die drei in Ruhe gelassen, weil mich zu viele Leute beobachteten. Aber inzwischen war die Schonzeit vorbei. Schon ein paarmal hatten sie mich geschubst, versucht, mir ein Bein zu stellen, oder meine Jacke mit Farbe beschmiert. Mir blöde Bemerkungen hinterherzurufen, fanden sie unglaublich lustig, obwohl ich jedes Mal so tat, als hätte ich Ohren aus Stein. Nie half mir jemand, wenn sie auf mich losgingen, und jedes Mal machte mich das ein bisschen trauriger.

Während ich mich nach einem Ausweg umschaute, machten die drei sich daran, mich in die Zange zu nehmen. Von den anderen Schülern achtete keiner auf uns, die gestylten Mädels und lässigen Typen waren schon alle auf dem Weg zu ihren Autos und Schulbussen.

"Na, Jay?", fragte Kevin und näherte sich mir von vorne, während Sean von hinten herankam.

"Lasst mich einfach in Ruhe", empfahl ich ihnen.

"Ach, komm schon, Mystery Boy", meinte Kevin und hob die Faust, als Sean meine Arme packte. "Wir wollen doch nur spielen."

"Ich kenn kein Spiel, bei dem man sich die Faust in den Magen rammt." Und bis Kevins Faust ankam, war ich auch schon ganz woanders. Sean glotzte blöd, als der Schlag in seinem Bauch landete, und gab ein schwaches "Uff" von sich.

Kevin ließ sich davon nicht irritieren, mit zwei Schritten war er bei mir und versuchte, mich in den Schwitzkasten zu nehmen. Lustig war das nicht.

"Lass das, so bekomme ich keine Luft mehr", beschwerte ich mich.

"Das ist der Sinn der Sache", sagte Kevin und Sean kicherte wie irre.

Okay, das reichte jetzt. Blitzschnell glitt ich nach unten weg, packte Kevin von hinten und beförderte ihn mit Schwung zu Boden. Einen Atemzug später riss ich Sean von den Füßen. Damit er nicht allzu hart fiel, legte ich ihn quer über Kevin ab.

Dann konnte ich endlich weitergehen. Dachte ich zumindest. Doch dann machte es Platsch! Ein Eimer voll eiskaltem Wasser landete auf meinem Kopf, lief an mir herunter und überschwemmte meine Schuhe.

Ich hatte Beverly vergessen.

Ausgerechnet Wasser! Sie konnten es nicht wissen, aber ich hasste das Zeug. Gedemütigt, völlig durchnässt und eine nasse Spur hinter mir herziehend, ging ich davon, während das Gelächter der anderen mir hinterherschallte. In meinen Augen brannte es und mein Herz hatte sich zusammengekrampft. Am liebsten hätte ich mich irgendwo versteckt, um in Ruhe traurig sein zu können. Wieso konnten diese Leute mich nicht einfach akzeptieren, wie ich war? Warum machte es ihnen so viel Spaß, mich zu quälen?

Ein Rabe hüpfte auf einem Gitterzaun neben mir herum, krächzte und breitete die Flügel aus. Ich schaute nur kurz zu ihm hinüber und lief dann weiter. Dabei wäre ich fast über einen zweiten Raben gestolpert, der vor mir herumstolzierte, den Kopf schief legte und mich mit blanken schwarzen Augen ansah.

Ich machte einen Bogen um ihn und versank wieder in düsteren Gedanken. Auf einer Schule zu sein, hatte ich mir ganz anders vorgestellt. Irgendwie lustiger. Mit den Fächern kam ich ganz gut klar, den meisten Lehrern gefiel, dass ich so neugierig war und mich wirklich anstrengte, den Stoff aufzuholen. Aber manchmal fragte ich mich, wieso genau ich Algebra lernen sollte oder Musiktheorie. Und Freunde hatte ich bisher keine gefunden. Lag es daran, dass Pumas Einzelgänger waren? Oder hatte

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