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Woodwalkers (3). Hollys Geheimnis von Brandis, Katja (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.06.2017
  • Verlag: Arena Verlag
eBook (ePUB)
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Woodwalkers (3). Hollys Geheimnis

Was wäre ein Gestaltwandler ohne seine Freunde? Nach seinem letzten Kampf gegen den rachsüchtigen Andrew Milling ist Carag glücklicher denn je, Brandon und Holly an seiner Seite zu wissen. Doch irgendwie benimmt sich Holly in letzter Zeit äußerst seltsam. Als sich rund um die Clearwater High plötzlich merkwürdige Diebstähle ereignen, ist Carag sofort in Alarmbereitschaft: Ob am Ende Holly hier ihre Finger im Spiel hat? Oder sind es doch die Wölfe, die einen Keil zwischen ihn und seine Freundin treiben wollen? Vielleicht weiß ja der neue Lehrer für Tiersprachen, Mr Goodfellow Rat ... Katja Brandis, geb. 1970, studierte Amerikanistik, Anglistik und Germanistik und arbeitete als Journalistin. Sie schreibt seit ihrer Kindheit und hat inzwischen zahlreiche Romane für junge Leser veröffentlicht. Sie lebt mit Mann, Sohn und drei Katzen in der Nähe von München. Foto © Petra Haidn www.katja-brandis.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 280
    Erscheinungsdatum: 06.06.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783401806303
    Verlag: Arena Verlag
    Serie: Woodwalkers .3
    Größe: 22050 kBytes
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Woodwalkers (3). Hollys Geheimnis

Heiße Fontänen

E s war Frühling und langsam schmolz der Schnee in unserem Revier. Auf den weiten Ebenen spross hellgrünes, saftiges Gras, mit Tupfern von gelben, roten und violetten Blumen. Hoch über ihnen, im Kieferndickicht eines Hügels, neckte meine Schwester Mia einen großen schwarzen Käfer, den sie immer wieder belauerte und ansprang. Spielen wir 'ne Runde Käferschubsen?, rief sie mir lautlos zu, von Kopf zu Kopf. Oder wie wär's mit einem Wettspringen?

Mein Vater erhob sich, streckte seinen langen zimtfarbenen Körper und gähnte, sodass man seine Fangzähne sah. Geh lieber mit mir Wapitis jagen, Carag, du musst endlich lernen, wie man Großwild reißt.

Äh, was? Ich hatte nur die Hälfte mitbekommen, weil ich gerade an der Felskante lag und zwischen den Kiefernästen hindurch ins Tal spähte. Es lebten nur wenige Menschen in unserem Revier, das sie Yellowstone nannten, aber hier in der Nähe hatten sie einen kleinen Stützpunkt. Ich sah die graubraunen Dächer einzelner Häuser und auf einer Straße fuhren Autos darauf zu und davon weg.

Menschen waren geheimnisvoll und mächtig. Manchmal stanken sie auch oder benahmen sich wie Kaninchen, denen der Kopf fehlte. Zum Beispiel kapierte ich beim besten Willen nicht, warum sie es so toll fanden, wenn irgendwo heißes Wasser aus der Erde schoss. Gerade sammelten sich dort beim Stützpunkt im Tal - bei einem dieser heißen Orte - wieder mehr Leute, als ich zählen konnte, setzten sich auf längliche Holzstücke und warteten geduldig auf das Ereignis. Garantiert hatten sie auch wieder diese flachen, handtellergroßen polierten Steine dabei, aus denen ich nicht schlau wurde. Die Leute streichelten die Dinger oder unterhielten sich mit ihnen; manchmal deuteten sie damit auch auf irgendwas oder auf sich selbst ...

He, Carag, du bist gerade dermaßen langweilig. Enttäuscht verpasste mir Mia einen Hieb mit eingezogenen Krallen. Blitzschnell schlug ich zurück und zeigte ihr die Zähne. Und du bist kindisch. Käferschubsen? Das habe ich mit fünf gespielt!

Meine Mutter schob sich zwischen uns . Schluss damit, wir gehen jagen. Los jetzt!

Ich komme ein anderes Mal mit, mir tut die Pfote weh, schwindelte ich, schleckte mir die Vorderpranke und hoffte, dass meine Eltern nicht merkten, wie schnell mein Herz klopfte. Wenn alles klappte, würde ich sehr bald dort unten dabei sein und niemand durfte merken, wer und was ich war. Sonst würden die Menschen versuchen, mich zu töten.

Mit einem seltsamen Blick sah mein Vater mich an. Ich erschrak. Ahnte er was? Vielleicht ... Er war oft niedergeschlagen oder gereizt in letzter Zeit. Früher hatte er manchmal übermütig mit uns Wettspringen oder Raufen gespielt, wann hatte er eigentlich damit aufgehört?

Ohne ein weiteres Wort drehte er sich weg, um zu gehen. Mia rief mir ein Bis nachher, fang dir keine Flöhe ein zu, für das ich ihr ein Schnurren hinterherschickte, dann verschwand sie lautlos zwischen den Bäumen.

Kurz darauf machte auch ich mich auf den Weg, als Puma schlich ich zu unserem nächstgelegenen Versteck mit Menschensachen. Dort verwandelte ich mich und holte mir Klamotten aus dem Versteck - es waren leider keine besonders guten Sachen, das Hemd hatte ein Loch und die Schuhe waren mir zu groß. Ich nahm die Schuhe erst mal in die Hand und machte mich auf bloßen Füßen auf den Weg ins Tal. Ein paar Ameisen krabbelten über meine Zehen, eine davon biss mich. Pech für sie, dass ich jetzt wieder meine praktischen Menschenhände hatte. Ich schnippte die Ameise im hohen Bogen von meinem Fuß herunter ins Gebüsch.

Das graue Zeug, aus dem Menschen ihre Straßen bauten, fühlte sich warm an unter meinen bloßen Füßen, als ich vorsichtig zu einem der größten Häuser ging. Aus braun gefleckten Steinen gemauert, mit großen Glasfenstern, ragte es vor mir auf und ständig gingen Leute hinein und hinaus. Zum Glück achtete kaum jemand auf

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