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Zirkus Mirandus Roman von Beasley, Cassie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.09.2016
  • Verlag: Beltz & Gelberg
eBook (ePUB)
7,99 €
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Zirkus Mirandus

Ein magischer Zirkus, der aus tausend Geschichten zu bestehen scheint, und ein Großvater, der seinen Enkel - und die Leser - mit magischen Erzählungen verzaubert. Seit Micah denken kann, erzählt Großvater Ephraim ihm vom Zirkus Mirandus. Von dem magischen Lichtkrümmer, der Menschen in ihre Träume zaubert, und von der Vogelfrau, die fliegen kann. Als Ephraim schwerkrank wird, erfährt Micah sein wichtigstes Geheimnis: Die Geschichten waren nicht erfunden. Aber sehen kann den Zirkus nur, wer ihn sehen will ... Kann Magie den Großvater retten? Was ist real und was nicht? Ist magisches Denken nur Illusion für die, die daran glauben wollen?

Cassie Beasley lebt in Georgia (USA) zusammen mit ihrer Schwester, die ebenfalls Kinderbücher schreibt. Zirkus Mirandus ist ihr erstes Buch.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 09.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783407748270
    Verlag: Beltz & Gelberg
    Originaltitel: Circus Mirandus
    Größe: 3875kBytes
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Zirkus Mirandus

3
Ein kleiner Funke

M icah schnappte sich das Tablett, bevor Tante Gertrudis es ihm befehlen konnte. Es war schwierig, es gerade zu halten, und die Tassen zitterten auf ihren Untersetzern, als er einen ersten vorsichtigen Schritt auf die Tür zu machte.

Tante Gertrudis versperrte ihm den Weg. "Und wohin, glaubst du, bist du gerade unterwegs?"

Micah probierte es mit einem Lächeln. "Ich bringe den Tee nach oben?"

Sie warf ihm einen abschätzigen Blick zu und nahm ihm das Tablett aus den Händen. "Das glaube ich kaum", sagte sie. "Du bleibst schön hier sitzen, wo du keinen Schaden anrichtest."

Micah zog die Stirn kraus. Er richtete keine Schäden an. "Aber ich besuche Großvater doch immer zum Tee."

Sie schniefte. "Ephraim ist in letzter Zeit sehr erschöpft. Es ist besser, wenn du ihn nicht mehr so oft belästigst."

"Aber er hat sich heute Morgen besser gefühlt. Er wollte mir etwas erzäh... Du willst bloß nicht, dass ich mit ihm rede, weil ..."

"Weil ich nicht will, dass du einem kranken Mann den ganzen Tag auf die Nerven gehst. Und weil du dir nicht noch mehr Unfug zwischen die Ohren stopfen sollst. Und ganz besonders nicht die Sorte Unfug, für die dein Großvater eine Vorliebe hat. Jetzt setz dich hin!" Sie deutete mit dem Kinn zum Küchentisch.

Als er sich nicht rührte, stellte sie eine rosige Teetasse auf den Tisch und zog eine Augenbraue hoch.

In letzter Zeit kam sich Micah wie ein Gummiband vor, das Tante Gertrudis bei jedem Gespräch ein bisschen länger zog. Das konnte doch nicht immer so weitergehen. Irgendwann würde sie es bestimmt müde. Und wenn nicht, würde er zerreißen.

Aber nicht heute.

Micah schlurfte zum Tisch. Er hob kaum die Füße dabei. Und er bedachte seine Tante mit dem bösesten Blick, zu dem er in der Lage war.

Sie wandte sich zur Tür.

"Er wird mich sehen wollen", sagte Micah zu ihrem steifen Rücken.

"Trink deinen Tee!"

"Ich glaube ..."

Über die Schulter warf sie ihm einen Blick zu. "Hast du keine Hausaufgaben?"

Er schaute zu dem Zettel am Kühlschrank hinüber.

"Dachte ich mir's doch. Vielleicht kannst du Ephraim besuchen, wenn du bewiesen hast, dass du verantwortungsbewusst und vernünftig mit deinen Verpflichtungen umgehst."

Sie ging ohne ein weiteres Wort.

Micah wartete, bis er ihre harten Sohlen auf den Stufen klackern hörte, dann schüttete er seine eklige Tasse Tee in den Ausguss.

Micah stapfte die Treppe hoch, Großvater Ephraims Tür war fest verschlossen. Natürlich. Ich schleiche mich rein, sobald Tante Gertrude weg ist , beruhigte er sich.

Er ging in sein Zimmer und warf sich auf das ungemachte Bett. Er hätte wirklich an seinem Teil des Sozialkundeprojekts arbeiten sollen. Jenny Mendoza, das klügste Mädchen der ganzen fünften Stufe, erwartete, dass Micah morgen das Modell einer Inka-Handarbeit mit in die Schule brachte, damit sie für ihren Vortrag proben konnten. Er hatte noch nicht richtig damit angefangen, aber es war auch nicht schwer. In ihrem Buch war ein Ding namens Quipu abgebildet, das einfach wie ein Haufen auffällig verknoteter Schnüre aussah, und so was konnte Micah mit geschlossenen Augen. Wahrscheinlich jedenfalls.

Gute Knoten waren keine Arbeit, wenn man ein Tuttle war. Gute Knoten lagen in der Familie.

Vielleicht, dachte Mica, könnten Großvater Ephraim und ich das Quipu ja zusammen machen. Das war nicht so aufregend wie ein Baumhaus bauen, aber es war die Sorte Projekt, die seinem Großvater gefallen könnte. Zusammen ein Quipu machen, das klang ... nach Spaß, wie etwas, das sie gemacht haben könnten, bevor alles schiefgelaufen war.

Micah rollte sich vom Bett und langte in die unterste Schublade seiner Kommode. Eine Rolle blauer Schnur lag auf einem Nest aus Kr

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