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Israel Ausnahme- oder Normalstaat von Pelinka, Anton (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.11.2015
  • Verlag: Braumüller Verlag
eBook (ePUB)
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Israel

Der Staat Israel ist ein Produkt des europäischen Antisemitismus, welcher bei den Juden ein Nationalgefu?hl und den Wunsch nach einem eigenen Staat provozierte. Der entscheidende letzte Anstoß fu?r den Beschluss der Vereinten Nationen von 1947, das britische Mandatsgebiet Palästina zu teilen und damit die Grundlage fu?r die Unabhängigkeitserklärung Israels 1948 zu schaffen, war der Holocaust, der dem Zionismus ein besonderes moralisches Gewicht verlieh. Der Autor argumentiert, dass dieser Konnex mit dem Holocaust fu?r Israel ambivalente Konsequenzen hat. Das vor allem in Europa und Nordamerika herrschende Gefu?hl einer besonderen Verpflichtung gegenu?ber Israel wird begleitet von Maßstäben, die nur fu?r Israel zu gelten scheinen. Die religiöse Toleranz in Israel wird nicht verglichen mit den entsprechenden Mängeln etwa in Saudi-Arabien, und Israels demokratische Standards werden kaum an den Diktaturen und Halb-Diktaturen in Israels unmittelbarer Umgebung gemessen. Trotz dieser Umstände sind die Boykottaufrufe gegen Israel sehr viel lauter als Boykottaufrufe gegen die autoritären Regime im Nahen Osten. Anton Pelinka, 1975-2006 o. Univ. Prof. fu?r Politikwissenschaft an der Universität Innsbruck, seit 2006 Prof. of Nationalism Studies and Political Science an der Central European University in Budapest.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 250
    Erscheinungsdatum: 02.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783991001645
    Verlag: Braumüller Verlag
    Größe: 1526 kBytes
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Israel

1. ISRAEL: DREI ZUGÄNGE

Israels Geschichte und Gegenwart haben eine Vorgeschichte, die etwa drei Jahrtausende umfasst. Die Vertreibungen der Jüdinnen und Juden nach Ägypten, Babylon, Persien zählen ebenso dazu wie die Rückkehr Israels in das Land, das heute Israel und Palästina ausmacht. Die Vertreibung durch die Römer im zweiten Jahrhundert der Periode, der "nach Christus", führte zu einer Zerstreuung der Jüdinnen und Juden - zunächst auf weite Teile Europas, Asiens, Afrikas. Die Erfahrungen während der fast zwei Jahrtausende andauernden Diaspora begründete den Zionismus, der sich als Rückkehrbewegung in die angestammte Heimat definierte. Das "jüdische Volk" sollte nach Israel zurückkehren, kehrte auch zurück, um dort wieder einen Staat zu gründen.

Der Staat Israel wurde 1948 gegründet. Die Grundlagen des Staates, seiner Entstehung und seiner weiteren Entwicklung waren vielfältig:

Eine sich über Jahrtausende erstreckende jüdische Präsenz in der Region zwischen dem Mittelmeer und dem Jordan; eine Präsenz, die nach den Vertreibungen durch die Römer freilich minimal war, überlagert von einer ab dem 7. Jahrhundert bestehenden islamisch-arabischen Mehrheit.

Die nach der Wende zum zweiten Jahrtausend erfolgte Besetzung Palästinas und benachbarter Gebiete durch europäische Ritterheere ("Kreuzzüge") und die Gründung christlich-europäischer Staaten, die sich sowohl gegen jüdische als auch gegen muslimische Ansprüche richteten.

In der zweiten Hälfte des zweiten Jahrtausends etablierte sich in diesem Raum die Herrschaft des Osmanischen Reiches, religiös mit der arabisch-muslimischen Mehrheit Palästinas verbunden, dennoch aber von dieser zumindest phasenweise als Fremdherrschaft wahrgenommen.

Die kurze Militärintervention Napoleons 1799, im Rahmen von dessen ägyptischem Feldzug, wurde gerade auch von den Bewohnern Palästinas als Neuauflage der Kreuzzüge und als Ausdruck besonderer europäisch-christlicher Ansprüche gesehen.

Eine gegen Ende des 19. Jahrhunderts einsetzende jüdische Zuwanderung (Aliyah) in den Teil des Osmanischen Reiches, der Palästina genannt wurde. Die Zuwanderung war das Produkt des europäischen Antisemitismus und der daraus resultierenden, wachsenden Selbstdefinition der Juden als "Volk"; als Nation auf der Suche nach einem Staat.

Das Bestreben des sich am Ende des 19. Jahrhunderts konstituierenden Zionismus, als jüdische Nationalbewegung in Palästina ein zunächst vage "Heimstätte" genanntes, auch politisch organisiertes Gemeinwesen aufzubauen - bemüht um Absprache mit den osmanischen Behörden.

Die Balfour-Deklaration, das 1917 von der britischen Regierung vor allem auch aus geopolitischen Gründen erklärte Versprechen, nach dem Ende des Ersten Weltkrieges in Palästina eine solche "Heimstätte" zu ermöglichen. Diese Erklärung stand freilich in zumindest teilweisem Widerspruch zu Versprechungen der britischen Regierung gegenüber arabischen Akteuren.

Die nach 1918 verstärkte jüdische Zuwanderung in das nun unter britischer Mandatsherrschaft stehende Palästina, eine Zuwanderung, mit der umzugehen die britische Regierung Schwierigkeiten hatte - insbesondere, als infolge der nationalsozialistischen Machtergreifung die Zuwanderung den Charakter einer Massenflucht annahm.

Die arabische Bevölkerungsmehrheit in Palästina wandte sich gegen die jüdische Zuwanderung, weil sie allen Grund hatte, darin eine Landnahme zu sehen, die - nach dem ja grundsätzlich beabsichtigten Abzug der Mandatsmacht - in Konkurrenz zu den arabisch-palästinensischen Ansprüchen stehen würde.

Im Zweiten Weltkrieg unterstützten jüdische Kräfte aus Palästina die britischen Anstrengungen, sich gegen die aus Libyen vordringenden Achsenmächte zu verteidigen und vor allem auch, 1942, die der

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