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Warum gibt es alles und nicht nichts? Ein Ausflug in die Philosophie von Precht, Richard David (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.11.2011
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Warum gibt es alles und nicht nichts?

Richard David Precht erklärt seinem Sohn Oskar die Welt Kinder, sagt man, sind die wahren Philosophen. Sie haben eine unbändige Neugier, und ihre Fragen bringen die Erwachsenen oft ins Grübeln. Wie erklärt man Kindern die Welt? Der Philosoph und Bestsellerautor Richard David Precht hat mit seinem Sohn Oskar einen Sommer lang Spaziergänge durch Berlin gemacht: in den Zoo, auf den Fernsehturm, ins Naturkundemuseum oder zur Synagoge, und hat ihm dabei auf viele seiner Fragen geantwortet. 'Bin ich wirklich ich?', 'Darf man Tiere essen?' oder 'Warum haben Menschen Sorgen?'. Auf spielerische Art und Weise und mit vielen Geschichten zeigt Precht den Kindern unsere Welt und hilft ihnen, sie besser zu verstehen. Nach 'Wer bin ich und wenn ja, wie viele?' nun das Buch zur Philosophie für alle jungen Menschen, die es genauer wissen wollen! Richard David Precht, geboren 1964, ist Philosoph, Publizist und Autor und einer der profiliertesten Intellektuellen im deutschsprachigen Raum. Er ist Honorarprofessor für Philosophie an der Leuphana Universität Lüneburg sowie Honorarprofessor für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Seit seinem sensationellen Erfolg mit "Wer bin ich - und wenn ja, wie viele?" waren alle seine Bücher zu philosophischen oder gesellschaftspolitischen Themen große Bestseller und wurden in mehr als vierzig Sprachen übersetzt. Seit 2012 moderiert er die Philosophiesendung "Precht" im ZDF.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 28.11.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641069902
    Verlag: Goldmann
    Größe: 653 kBytes
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Warum gibt es alles und nicht nichts?

Im Technikmusuem (S. 37-38)

Wer ist "Ich?"

Das Deutsche Technikmuseum ist ein gewaltiges Gebäude in Berlin-Schöneberg. Früher war hier ein Güterbahnhof. Die Schienen sind noch zu sehen, und zwischen dem alten Kopfsteinpflaster wachsen überall Pflanzen. Im Hauptgebäude hängen Flugzeuge an der Decke, man kann ausrangierte Lokomotiven besichtigen und alte Schiffe. Eine ganz besondere Attraktion ist das Science Center Spectrum in einem der Nebengebäude. Hier werden komplizierte Dinge erklärt wie Strom oder Magnetismus.

Zu alledem gibt es Experimentierstationen, bei denen man selbst seine Erfahrungen machen kann. Besonders spannend ist dies in der Abteilung "Wahrnehmen und Sehen". Hier findet man auch Oskars Lieblingsraum, das so genannte "Hexenhaus". Es besteht aus einem geschlossenen Raum, einer Küche, in der man sich auf eine Bank setzt. Plötzlich fängt das Haus an sich zu drehen. Man sieht, wie sich die Wände bewegen und der Fußboden unter einem verschwindet. Obwohl die Bank, auf der man sitzt, sich nicht mit bewegt, hat man ständig das Gefühl, ins Bodenlose zu fallen. Oskar amüsiert sich im "Hexenhaus" prächtig, vor allem, weil ich mich darin viel unwohler fühle als er.

Was die Experimente zum Thema "Wahrnehmen und Sehen" zeigen, ist, dass vieles gar nicht das ist, was es zu sein scheint. Manchmal nämlich vermitteln uns unsere Augen ein Bild von der Welt, das gar nicht mit dem übereinstimmt, was die Forscher sehen. So denkt man zum Beispiel, dass der Himmel blau ist, obwohl das nicht stimmt. Und im "Hexenhaus" glaubt man, die Bank würde nach vorn oder hinten kippen – und auch das stimmt nicht. So wie unsere Aufmerksamkeit immer nur auf einen Teil der Wirklichkeit fällt, so sehen unsere Augen auch immer nur einen Teil der Welt. Und manchmal lassen sie sich dabei täuschen. Unsere Gehirne sind nun mal die Gehirne von Affen. Allerdings, zugegeben, von sehr schlauen Affen.

Deshalb können wir sehen, hören, riechen und schmecken wie Affen. Wären unsere nächsten Verwandten Haie, so könnten wir alle die vielen elektromagnetischen Strahlungen spüren, von denen wir umgeben sind. Aber das können wir nicht. Wir sehen auch kein ultraviolettes Licht wie viele Vögel. Ein Bär kann kilometerweit riechen. Eine Eule kann aus hundert Metern Höhe eine Maus unter der Schneedecke krabbeln hören. Und eine Schlange kann die Körperwärme eines weit entfernten Tieres spüren. All dies können wir nicht. Und trotzdem gibt es etwas, was Menschen besser können als all die anderen Tiere.

Sie können sich nämlich Dinge ausdenken, die es gar nicht gibt. Oder über Dinge nachdenken, die vielleicht in hundert Jahren passieren könnten. Oder über Dinge nachdenken, von denen uns jemand erzählt hat und die vor ganz langer Zeit passiert sind. Wir wissen zwar nicht, wie es ist, ein Flughund zu sein, aber es ist doch sehr wahrscheinlich, dass Flughunde sehr viel weniger Phantasie haben als Menschen. Wahrscheinlich ist der Mensch das Tier mit der größten Vorstellungskraft. Und die wichtigste aller Vorstellungen, die Menschen sich machen, ist das Bild von sich selbst – das "Ich".

Aber wie kommt es, dass Menschen sich ein solches Bild von sich selbst machen? Was ist das – ein "Ich"? Im Science Center gibt es gleich nach dem Eintritt zwei große Spiegel, in denen sich das Spiegelbild ständig verzerrt. Wenn der Spiegel sich wölbt, wird der Betrachter entweder klein und dick, oder er bekommt riesige Füße und unendlich lange Arme. Trotzdem erkennen wir uns im S

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