text.skipToContent text.skipToNavigation

Prinz Jan Geschichte eines Bernhardinerhundes von Hooker, Forrestine C. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.05.2016
  • Verlag: Libriko Publishing
eBook (ePUB)
0,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Prinz Jan

Prinz Jan war ein zottiges, wolliges Hündchen mit unbeholfenen Pfoten und einem runden, dicken Körper, der mit gelblichbraunen Haaren bedeckt war. Seine braunen Augen blickten alle und alles mit freundlichem Wohlwollen an. Jan und sein Bruder Rollo spielten gern zusammen; das langhaarige Fell des ersteren machte es leicht für Rollo, ihn umherzuzerren, während Jans Zähne keinen festen Halt an den kurzen Haaren seines Bruders bekommen konnten. Obwohl sie beim Umhertummeln sich gegenseitig anknurrten, leuchteten ihre Augen dabei vor heller Freude. Wenn sie des Spiels genug hatten, baten sie ihre Mutter, ihnen Geschichten zu erzählen von den Hunden des Hospizes; sie legten sich dann ruhig hin und hörten mit gespitzten Ohren und ernsten Augen zu ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 300
    Erscheinungsdatum: 17.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958496743
    Verlag: Libriko Publishing
    Größe: 1856kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Prinz Jan

Die Hunde des Hospizes

Prinz Jan war ein zottiges, wolliges Hündchen mit unbeholfenen Pfoten und einem runden, dicken Körper, der mit gelblichbraunen Haaren bedeckt war. Seine braunen Augen blickten alle und alles mit freundlichem Wohlwollen an.

Jan und sein Bruder Rollo spielten gern zusammen; das langhaarige Fell des ersteren machte es leicht für Rollo, ihn umherzuzerren, während Jans Zähne keinen festen Halt an den kurzen Haaren seines Bruders bekommen konnten. Obwohl sie beim Umhertummeln sich gegenseitig anknurrten, leuchteten ihre Augen dabei vor heller Freude.

Wenn sie des Spiels genug hatten, baten sie ihre Mutter, ihnen Geschichten zu erzählen von den Hunden des Hospizes; sie legten sich dann ruhig hin und hörten mit gespitzten Ohren und ernsten Augen zu. Zuweilen mischte sich Bruno, der älteste Hund des Hospizes, ins Gespräch, und alle jungen Hunde kamen dann herbei, um ihrer Familiengeschichte zu lauschen. Prinz Jan und Rollo schmiegten sich an ihre Mutter und sahen sich mit Stolz an, denn auch sie waren echte Bernhardiner.

"Ich habe gehört, daß die Mönche unseres Klosters 1 den Reisenden gesagt haben, unsere Vorfahren hätten seit tausend Jahren im Hospiz gelebt," sagte Bruno einmal während der Unterhaltung. "Wenn ihr jungen Hunde alt genug seid, werdet ihr zur Arbeit abgerichtet. Es ist nämlich die Aufgabe eines jeden Bernhardinerhundes, Menschenleben zu retten und sich seiner Vorfahren würdig zu zeigen."

Jan und Rollo blickten zu ihm auf und wedelten mit dem Schwanze, um zu beweisen, daß sie ihn verstanden hatten.

"Ein echter Bernhardiner muß eine feine Spürnase, starke Beine und einen klugen Verstand haben," sagte Bruno mit ernster Stimme. "Er muß wissen, was zu tun ist, wenn er einen Menschen findet, der sich im Sturm verirrt hat oder der im Schnee erfroren ist. Er zeigt ihm entweder den Weg zum Hospiz oder, wenn der Verunglückte nicht folgen kann, holt er die Mönche zur Hilfe herbei. Sollte einer von uns jemals seine Pflicht versäumen, würde er Schande über alle Bernhardiner bringen," fügte er hinzu, seinen großen Kopf langsam wendend und die jungen Hunde mit ernsthaften Augen anschauend.

"Erzähle uns, bitte, noch mehr Geschichten, Bruno," baten die jüngeren Hunde.

"Heute nicht." Bruno schüttelte seinen weißen Kopf. "Eure Vorfahren haben Großes geleistet und ihr seid berechtigt, stolz auf sie zu sein; aber der einzige Weg für euch, sich ihrer würdig zu zeigen, ist, eure Pflicht so redlich zu erfüllen, wie sie es einstmals getan haben. Wenn ihr eure Vorschriften nicht gut lernt oder dieselben nicht treulich ausführt, seid ihr keine echten Bernhardiner, und eure Mißerfolge sind Flecken auf der Ehre unseres Namens. Das dürft ihr bis an euer Lebensende nicht vergessen."

Bruno schien zu verstehen, daß das leise Gewinsel der jungen Hunde ein Versprechen war, ihr möglichstes zu tun, sollte die Probe jemals an sie herantreten. Jan und Rollo beobachteten den alten Hund, als er wegen rheumatischer Schmerzen langsam über den Hof schritt. Bruno war nicht mehr imstande, mit auf die Suche zu gehen und verbrachte seine Zeit mit dem Unterrichten der jungen Hunde. Mitunter schlief er dabei ein, und wenn dann seine Pfoten zuckten oder sein Schwanz sich bewegte, sagte Jans Mutter: "Kinder, seid still! Bruno träumt, er sei draußen auf der Suche."

Dann sprach sie leise: "Sobald ihr älter seid, wird man euch lehren, euren Weg durch den Schnee zu graben und Wein und Speise, die euch am Halse befestigt werden, zu tragen. Bei stürmischem Wetter, wenn der Wind heult und der Schnee euch ins Gesicht treibt, daß ihr fast nichts mehr sehet, werdet ihr euch dann vielleicht versucht fühlen, zurückzuschleichen oder euch an einem geschützten Ort zu bergen. Aber dann müßt ihr daran denken, daß es niemals einen Feigling oder Verräter gab, weder in der Familie eures Vaters noch in der meinigen. Solange ihr euch daran erinnert, werde

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen

    HOFER life eBooks: Die perfekte App zum Lesen von eBooks.

    Hier findest du alle deine eBooks und viele praktische Lesefunktionen.