text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Reiner Wein Eingeschenkt vom 'Weinheiligen' von Hertlein, Thomas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.11.2016
  • Verlag: riva
eBook (ePUB)
14,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Reiner Wein

Der Guide für mehr Spaß im Glas 'Weine sind wie Katzen. Die lassen sich nicht immer sofort streicheln.' Geht es um Wein, wird es gern mal abgehoben. Nicht bei Thomas 'Der Weinheilige' Hertlein. Der ehemalige Besitzer des legendären Münchner Lokals Die Blaue Donau und ausgezeichnete Weinkenner ist ein Freund der klaren Worte. So auch in diesem Buch, in dem er unverkrampft und pointiert Grundwissen vermittelt und erklärt, wie man Wein richtig behandelt, seinen eigenen Geschmack entwickelt und einen richtig geilen Tropfen erkennt. Mit seiner ansteckenden Leidenschaft und seinem konsequent eigenen Zugang zum Thema Wein gilt Hertlein zu Recht als Jamie Oliver der Weinszene. Ob uralter Bordeaux, eleganter Pinot Noir oder frischer Veltliner - wer mit dem 'Weinheiligen' trinkt, lernt Wein von einer ganz neuen Seite kennen. Und hat zudem eine Menge Spaß!

Thomas Hertlein, 1972 in Niederbayern geboren, arbeitete in den Münchner Restaurants Lenbach und Rincon und machte sich u. a. als lebendes Weinlexikon des Last Supper einen Namen. Von 2008 bis 2014 führte er Die blaue Donau, die nicht nur wegen ihres exzellenten Essens, sondern auch wegen der besten Weinkarte der Stadt Kultstatus genoss. In seiner 2013 gestarteten YouTube-Videokolumne 'Der Weinheilige', die von Kritikern wie Kennern gleichermaßen gefeiert wird, erzählt in er auf humorvolle und angenehm entspannte Art über Wein und alles, was damit zu tun hat.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 07.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959714846
    Verlag: riva
    Größe: 20077 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Reiner Wein

Warum ich Wein trinke. Meine Weinphilosophie

I n meinem Weinleben hatte ich zwei Erleuchtungen. Die erste kam mir, als ich gemeinsam mit meinem Lehrmeister im Hotel meinen ersten großen Bordeaux trank. Einen 82er Comtesse. Da habe ich das Weinding zum ersten Mal so richtig verstanden. Ich hatte endlich das gefunden, wonach wir alle im Leben suchen: den perfekten Moment. Den wollte ich fortan immer wieder haben. So fing ich an, große Weine zu trinken, und lernte dabei eine Menge über Wein, und noch mehr über mich selbst.

"Warum ich Wein trinke?
Weil er mir guttut!"



Die Beziehung zwischen dem Wein und mir war nicht immer einfach. Wie jedes Paar wurden wir in den mittlerweile 20 Jahren, die wir zusammen sind, auf einige harte Proben gestellt. Wir diskutierten, stritten, schmollten miteinander und standen manchmal sogar kurz vor der Trennung. Besonders schwierig war die Zeit, in der ich ständig mehr wollte. Noch einen 100-Punkte-Wein. Noch einen großen alten Bordeaux. Und noch einen Champagner. Ich war ständig auf der Suche nach dem noch besseren Wein. Ich wollte und brauchte den nächsten Kick. In dieser Zeit habe ich den Wein regelrecht gejagt. Und beinahe hätte ich ihn verjagt. Dabei war ich damals ganz oben. Der Falstaff hatte den Weinkeller der "Blauen Donau", mein Lokal damals in München, mit 20 von 20 möglichen Punkten ausgezeichnet. Mehr ging nicht. Und dennoch fehlte mir etwas. Ich, der erfahrene Weinjäger, machte für meinen Geschmack nur noch viel zu selten Beute. Immer öfter war ich enttäuscht, wenn ein 100-Punkte-Wein nicht hielt, was ich mir von ihm versprochen hatte. Das Glücksgefühl, der perfekte Moment, nach dem ich suchte, stellte sich kaum mehr ein. Warum war das so? Statt den Wein zu genießen, analysierte und sezierte ich ihn nur noch. Es war wie bei einem Bild, das man so lange betrachtet, bis einem alles vor den Augen verschwimmt und man gar nichts mehr sieht. Ich habe damals gemerkt, dass ich mit meinem Verhalten drauf und dran war, mich und meine Leidenschaft für Wein kaputtzumachen. Wenn ich den Spaß am Wein nicht verlieren wollte, musste ich etwas ändern. Und genau das tat ich. Ich vollzog einen kompletten Reboot. Ich schloss die "Donau", ging auf Reisen und stellte meine Beziehung zum Wein vom Kopf auf die Füße. In dieser Zeit hatte ich eine ganz bestimmte Frage ständig im Kopf: Warum trinke ich überhaupt Wein? Warum habe ich damals angefangen, Wein zu trinken? Obwohl ich ihn als junger Mann nicht leiden konnte.

1988 war ich ein biertrinkender Punk, der seine Kochausbildung im Hotel machte. Das war, als die Sache mit dem Wein in Deutschland eigentlich erst so richtig losging. Ich fand Wein damals schrecklich, weil ich die meisten Sommeliers und ihr Gehabe schrecklich fand. Ihr seid scheiße, also ist Wein auch scheiße, dachte ich mir. Was mich an den Sommeliers so störte? Dass sie den ganzen Tag über nichts anderes redeten als über Wein. Sie sprachen über Weinbewertungen und darüber, wie viele Punkte ein Wein bekommen hatte, über Lagen und Terroirs. Ich verstand nur Bahnhof. Und ich glaube, den meisten Gästen ging es genauso. Die ließen sich vom Sommelier eine Geschichte erzählen, die sie nicht kapierten, und tranken dann Wein, bei dem sie sich gar nicht mehr trauten zu sagen, dass er ihnen nicht schmeckte. Schließlich hatte der Sommelier ja gerade erzählt, wie toll dieser Wein jetzt sei. Für mich war das Verarsche (und ist es nach wie vor, denn in den meisten Lokalen, selbst in richtig guten, werden die Gäste noch immer so behandelt). Wein war für diese Sommeliers nur eine Show.

Das, was Wein wirklich ausmacht, was ihn so besonders macht, das konnten diese Sommeliers nicht rüberbringen. Und so blieb Wein für mich ein Hassprodukt.

"Wein ist für mich eine gute Zeit zu haben. Was gibt es besseres, als an einem Abend mit Freunden und einer guten Flasche zusammenzu

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen