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1WTC von Borries, Friedrich von (eBook)

  • Erschienen: 21.09.2011
  • Verlag: Suhrkamp
eBook (ePUB)
11,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Online verfügbar

1WTC

Vier junge Menschen kämpfen in New York gegen die Allgegenwart der Überwachung, gegen den Anfang vom Ende unserer Freiheit. Immer tiefer verirren sie sich in einem Spiegelkabinett aus Virtualität, Fiktion und Realität. Am Ende stehen drei Tote und eine Entscheidung. New York. Zehn Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hat die Stadt zur Normalität zurückgefunden, ein neues World Trade Center entsteht das 1WTC. Tom, ein ehemaliger Mitarbeiter des US-Militärgeheimdiensts, entwirft das Fundament des Gebäudes. Seine Freundin Jennifer, eine Galeristin, lernt in der Bibliothek den deutschen Künstler Mikael Mikael kennen, der sie für sein Filmprojekt engagiert: Zusammen mit der geheimnisvollen Hackerin Asanta dokumentieren sie die allgegenwärtige Überwachung in der Stadt. Als Tom einen mysteriösen Auftrag von seinen ehemaligen Vorgesetzten erhält, beginnt die Grenze zwischen Simulation und Wirklichkeit zu verschwimmen. Am Ende stehen drei Tote und eine Entscheidung

Produktinformationen

    Größe: 1535kBytes
    Reihe (Teil): Suhrkamp Nova
    Herausgeber: Suhrkamp
    Untertitel: Roman
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 204
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783518752302
    Erschienen: 21.09.2011
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1WTC

2.
"Show you're not afraid. Go shopping."
Rudolph Giuliani,
Bürgermeister von New York,
12. September 2001
Nahaufnahme. Bürgersteig. Braune Herrenlederschuhe, blaue Hosenbeine von hinten. Jemand geht auf eine Tür zu. Das Türblatt – Holz mit Messingbeschlägen – schwenkt nach außen. Vier Treppenstufen, ebenfalls aus Holz, führen nach unten.
Halbtotale. Eine Kneipe. Abgewetzter Parkettboden, Holztische, Bänke. Die Mehrzahl der Besucher ist männlich und trinkt Bier.
Geräuschkulisse: Kneipengemurmel, klirrende Gläser.
Kamera folgt dem Mann.
Der Mann im blauen Anzug, Mitte fünfzig, kurze, graue Haare, nickt dem Barmann kurz zu. Der Barmann nickt zurück.
Der Mann geht auf eine Holztür am Ende der Bar zu und öffnet sie.
Blende.
Halbtotale. Die Geräuschkulisse wird gedämpft.
Ein großes Hinterzimmer, die Stühle sind auf die Tische gestellt, die Wände gelb von altem Zigarettenrauch.
Am Ende des Raums sitzen zwei Männer an einem Ecktisch.
Der Mann im blauen Anzug geht auf die beiden zu und stellt langsam seine Tasche ab. Die beiden anderen stehen auf und grüßen respektvoll.
Die Kamera zoomt auf den Mann im blauen Anzug.
Stimme aus dem Off: "Das ist Ryan Connelly, Abteilungsleiter für nationale Sicherheit im Verteidigungsministerium."
Die Kamera schwenkt weiter.
Stimme aus dem Off: "Das ist John Laporta, Spezialist für Verhörtechnologien beim CIA."
Die Kamera schwenkt weiter.
Stimme aus dem Off: "Und das ist Malcolm Sunner, Chef der Sektion New York im Ministerium für Heimatschutz. Studierter Psychologe."
Stimme aus dem Off: "Die drei kennen sich schon lange. Sie waren gemeinsam in Afghanistan, und im zweiten Golfkrieg gehörten sie zum selben Bataillon, Connelly als Lieutenant Colonel, Laporta und Sunner jeweils als Major. Sie treffen sich regelmäßig, tauschen sich aus, vor allem, wenn sie in ihren neuen Jobs kooperieren können. Heute treffen sie sich, um ein neues Vorhaben zu besprechen. Informell natürlich."
Nahaufnahme.
Connelly: "Wir haben ein Problem, das von großer Bedeutung für die nationale Sicherheit ist. Sie wissen alle, wovon ich rede. Die Terrorbedrohung bleibt, gleichzeitig ist Guantanamo nicht länger haltbar und unsere dort erzielten Ergebnisse sind ohnehin nicht befriedigend. Viele Irrwege, viele Fehlinformationen. Wir brauchen neue, bessere Verfahren, und zwar bald. Das sieht auch der Präsident so."
Connelly blickt streng in die Runde und schweigt. Connelly: "Wir haben sechs Monate. Ich muss Ihnen nicht sagen, dass keiner Ihrer Vorgesetzten und keiner meiner Vorgesetzten über das, was wir hier besprechen, informiert werden möchte. Um es kurz zu machen: Die Aufgabe dieser Geheimoperation ist die Verbesserung unserer Verhörmethoden. Laporta! (Er wendet sich an den CIA-Mann zu seiner Rechten.) Ihre Abteilung hat da sicherlich schon vorgearbeitet, oder?"
Laporta: "Ja, Sir, natürlich. Wir schlagen die Verlagerung des Verhörzentrums vor. Syrien, Pakistan, da gibt es verschiedene Varianten. Hauptsache, die lokalen Partner können ihre eigenen Methoden der Wahrheitsermittlung anwenden."
Connelly: "Mhm. Was sind die weiteren Vorteile?"
Laporta: "Die Wege sind kürzer. Keine Zwischenstopps in Polen oder Rumänien. Unauffälliger Rücktransport von etwaigen Unschuldigen. Und die Verbringung von Gefangenen, die bei Verhören sterben, ist einfacher."
Connelly wartet lange.

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