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ABNORM Ein Hannover-Krimi von Brocks, Björn (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.11.2011
  • Verlag: CW Niemeyer Buchverlage GmbH
eBook (ePUB)
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ABNORM

Der Oktober wird ein blutiger Monat für die Landeshauptstadt Hannover. Im Bereich von Fußgängerzone und Eilenriede werden ausgedehnte Blutlachen entdeckt. Die Ermittlungen der Polizeidirektion Hannover ergeben, dass es sich bei dem Sekret um menschliches Blut handelt. Es fehlen jedoch die dazugehörigen Opfer, niemand wird vermisst, kein Zeuge kann sachdienliche Angaben machen. Nachdem die Ermittlungen vorerst im Sande verlaufen, wird Tarek Neumann auf den Fall angesetzt. Der ehemalige Zielfahnder des LKA genoss aufgrund seiner unkonventionellen Ermittlungsmethoden einen guten Ruf. Der durch private Krisen und dienstliche Entgleisungen gebrandmarkte Mittvierziger irakischer Herkunft wurde aus disziplinarischen Gründen zum Zentralen Verkehrsdienst versetzt. Jetzt scheint er der einzige Hoffnungsträger zur Lösung dieses Falles zu sein. Die erschütternde Mordserie bedeutet für ihn die Rückkehr in seine dienstliche Heimat und das Eintauchen in die unendlichen Tiefen menschlicher Abgründe.
Björn Brocks wurde 1967 geboren und lebt mit seiner Familie in einer niedersächsischen Kleinstadt. Nach dem Abitur begann er seine berufliche Laufbahn als gebürtiger Niedersachse bei der Polizei des Nachbarlandes Nordrhein-Westfalen. In 27 Dienstjahren lernte er den Polizeiberuf in all seinen Facetten kennen. Nach verschiedenen Einsätzen bei der Bereitschaftspolizei sowie den Polizeibehörden in Köln, Detmold und Minden absolvierte er das Masterstudium für den höheren Dienst an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster-Hiltrup. Nach unterschiedlichen Anschlussverwendungen leitet er aktuell die Direktion Verkehr bei der Kreispolizeibehörde Herford. Seine umfangreichen Detailkenntnisse und die erlebte Innenansicht unterschiedlichster Polizei-Einheiten, ergänzt mit den Erfahrungen aus dem Engagement in verschiedenen Gremien, ermöglichen ihm einen tiefen Einblick in die Abläufe komplexer Verfahren. Diesen Erfahrungsschatz nutzt Björn Brocks als Hintergrund für seine spannenden Kriminalromane. Sein Haupt-Protagonist Tarek Neumann erscheint daher trotz seiner bewegten Vergangenheit als ein engagierter und zuverlässiger Ermittler. Die Leidenschaft für das Schreiben entdeckte er bereits in seiner Jugend. Nach mehreren Kurzgeschichten und einer Veröffentlichung im Rahmen der Anthologie 'Bückeburg mordet' stellte der Autor mit dem Roman 'Abnorm' 2011 sein erstes Buch vor. Nach den positiven Rückmeldungen zum ersten Tarek Neumann-Fall folgte mit 'Grob' schon im September 2012 der zweite Krimi des LKA-Ermittlers. Derzeit schreibt Björn Brocks am dritten Fall der Serie.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 401
    Erscheinungsdatum: 27.11.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783827198105
    Verlag: CW Niemeyer Buchverlage GmbH
    Serie: HannoverKRIMI Bd.1
    Größe: 2159kBytes
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ABNORM

Kapitel 1
Exakt um 3:30 Uhr klingelte der Wecker. Ein ohrenbetäubender Lärm durchbrach die harmonische Stille ihrer nächtlich dahinschlummernden 2-Zimmerwohnung im Lindhorster Ortskern. Nach einem kurzen, aber beherzten Schlag auf den geschwungenen Bügel zwischen dem eifrig und pflichtbewusst in betriebsamer Hektik mal zur rechten und mal zur linken Glocke ausschlagenden Hämmerchen, stellte sich urplötzlich wieder absolute Ruhe ein.
Ruhe ... Ruhe, nur noch ein Minütchen schlafen, sanft aus dem Traum erwachen, ein Kännchen Kaffee aufgießen, Weißbrot in den Toaster, Milch für den Kakao aufwärmen und Nele wecken ... Nele wecken, Nele wecken!!!
Nele war gar nicht da! Babsi hatte ihre Tochter am Sonntagabend zur Großmutter nach Stadthagen gebracht, um heute in aller Frühe ungestört aufstehen zu können. Heute war doch ihr Tag, sie war verantwortlich für die gesamte Dekoration, ihr war es vorbehalten, die Boutique mit den neuen Winterartikeln zu verzieren.
Der Schreck, der ihr von dem brüllenden Wecker in die Glieder gefahren war, verflog so schnell wie er gekommen war.
Nach einem ausgedehnten Seufzer und einem weiteren tiefen Atemzug in ihre noch müde Lunge wusste sie, wie sie hieß, wer sie war und was heute geschehen sollte.
Sie, das war bürgerlich Babette Schmidt, kurz Babsi, 38 Jahre alt, alleinerziehende Mutter einer sechsjährigen Tochter und Mitarbeiterin einer auf kurzlebigen Modeschmuck und überflüssige Accessoires spezialisierten Boutique in der Hannoveraner Passerelle.
Zwei Jahre lang durfte sie schon dort arbeiten. Nach unzähligen Absagen und endlosen fadenscheinigen Umschreibungen ihres doch sehr üppig geratenen Äußeren hatte sie die Hartz-IV-Zeit mit einem blauen Auge und der Unterstützung ihrer Mutter einigermaßen würdig überstanden.
Ihre Tochter Nele sollte aufgrund einer Entwicklungsverzögerung erst nächstes Jahr eingeschult werden.
Außer ihrer Einfalt war sie aber ein liebenswertes Mädchen und das beste Enkelkind, das sich Oma jemals vorstellen konnte.
Einen Mann gab es in Babsis Leben nicht. An Gelegenheiten hatte es nie gemangelt, man traf sich, fand sich sympathisch, und dann wollten die Kerle so rasant mit ihr ins Bett, dass der Duft ihres Aftershaves noch in der Luft klebte, als sich die Tür bereits hinter ihnen ins Schloss gelegt und damit die Erinnerung an sie schon längst aufgelöst hatte.
Wer Neles Vater war, konnte Babsi nicht so genau sagen, sie vergaß auch relativ schnell die Namen derer, die ihr für eine Nacht die ewige Treue schworen.
Babsi hatte einfach Pech, kaum einer der Don Juans, die so auf ihre pralle Auslage fixiert waren, blieb länger als eine Nacht.
"Mit so viel Weiblichkeit können die gar nicht umgehen", hatte ihre Mutter stets behauptet und machte sich insgeheim Sorgen um ihre alternde Tochter, deren beste Jahre immer mehr vergingen.
Babsi wusste das, sie war sich über ihre Situation vollkommen im Klaren.
Aber heute, heute war es soweit. Dagmar, ihre Chefin vom Bijou Celine, hatte ein gewisses Organisationstalent bei ihr entdeckt. Klar, Babsi war übergewichtig, blond, grell geschminkt und sah ein wenig einfältig aus, aber einen untrüglichen Sinn für die Bedürfnisse der zumeist weiblichen Kundschaft, den besaß sie.
Mit ihrer unbändigen Fröhlichkeit und dem Charme einer emsigen Honigbiene umgarnte sie die Rat suchenden Konsumenten und konnte ihrem Gespür folgend genau den Artikel ausmachen, welcher den Kundinnen zu ihrer Glückseligkeit gerade noch fehlte.
Diese Gabe war ihr Kapital und heute war der Tag, an dem sie honoriert werden sollte.

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