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Alles in Blut Halls und Bruckners erster Fall von Börgdahl, Ole R. (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Alles in Blut

Er liegt auf dem Bett in einem Hotelzimmer. Er ist nackt und er ist tot. Es gibt keinen Namen, kein Motiv, keine Täter. Kriminaloberkommissar Kurt Bruckner erhofft sich bei diesem acht Jahre alten Cold Case Hilfe vom ehemaligen US-Profiler Tillman Halls. Anstatt aber die Ermittlungen entscheidend weiterzubringen, beschert Halls der Hamburger Kriminalpolizei eine weitere Leiche, die zudem auch noch verschwunden ist. Können Bruckner und Halls das Rätsel dieses ungewöhnlichen Falles lösen? Alle Tillman-Halls-Krimis sind in sich abgeschlossen und können unabhängig voneinander gelesen werden.

Ole Roelof Börgdahl wurde am 23.05.1971 in Skellefteå, Schweden, geboren. Er wuchs in Skellefteå, Malmö und Lübeck auf. Das Lesen ist für Ole R. Börgdahl ein wichtiges Element des Schreibens. 'Ich habe keine Lieblingsbücher, ich kann aber Bücher nennen, die mich beeindruckt haben. Hierzu gehört der Zyklus Rougon-Macquart von Émile Zola und Suite Francaise von Irène Némirovsky. Bei Zola gefällt mir die reiche Sprache, bei Suite Francaise hat mich das Schicksal von Irène Némirovsky bewegt.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 264
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783847634003
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 759kBytes
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Alles in Blut

Freitag, 4. November 2011

Ich bin dann doch ans Telefon gegangen, und das hatte eine Menge Arbeit nach sich gezogen. Was macht ein Immobilienmakler den ganzen Tag? Die meiste Zeit unterhält er sich mit Menschen, die dann doch keine Wohnung mieten oder ein Haus kaufen, oder die zu einem anderen Makler gehen, der eben ein besseres Objekt im Angebot hat. Das Dumme ist nur, dass ich nie weiß, ob ich jetzt gerade einen Kunden vor mir habe, mit dem ich zum Abschluss komme, oder nicht. Gustav behauptet, dass er es wüsste, es im Verlaufe eines Gesprächs herausfinden könne. Was den Beruf des Maklers angeht, ist mein Schwiegervater mir in vielen Dingen überlegen. Es hat lange gedauert, bis ich ihm abgewöhnt hatte, immer das letzte Wort zu haben, besonders dann, wenn ich meinte, an einem interessanten Objekt dran zu sein. Mein Beruf hat also zwei Seiten. Ein Makler sucht Käufer und Mieter. Die kann er aber nur bekommen, wenn er vorher die richtigen Objekte unter Vertrag genommen hat. Unterm Strich ist es eine ständige Suche. Eine Suche nach Käufern und Mietern, die in der Regel zu einem kommen, und die Suche nach geeigneten Objekten, die im Markt erobert werden wollen.

Noch am Donnerstagabend musste ich durch halb Hamburg fahren. Gustav wartete schon auf mich. Ein renovierter Altbau, exklusive Wohnungen. Der Besitzer wollte alles im Gesamtpaket an einen Makler geben und es sollte schnell gehen, denn die Kosten mussten wieder hereinkommen. Es ging um acht Wohnungen. Gustav hatte bereits fünf mögliche Interessenten, alles Leute aus unserem Kundenstamm. Aber wir mussten erst einmal den Zuschlag bekommen. Der Abend ging dabei drauf, ich war erst um elf zu Hause. Hier hatte ich Bruckner nicht die Wahrheit über mein neues Leben gesagt. Die Nacharbeiten des Deals dauerten dann sogar noch den gesamten Freitagvormittag, mit dem Erfolg, dass um 13:00 Uhr bereits sieben der acht Wohnungen vermietet waren. Ich möchte hier lieber nicht erzählen, was wir an der Sache verdient haben. Hierüber zu schweigen ist nämlich ein Grundprinzip unseres Berufes.

Ich arbeitete bis kurz vor zwei Uhr im Büro, als mir wieder Bruckners Besuch vom Vortag einfiel. Die Unterlagen zu dem Fall befanden sich noch in der Studentenbude. Mir war gestern schon ein Name in den Sinn gekommen, Dr. Herz, ein typisch russischer Name. Dr. Ivan Herz war im Februar aus Berlin nach Hamburg gezogen. Er hatte eine Hals-Nasen-Ohren-Praxis übernommen und seine Familie im Mai nachkommen lassen. Ich hatte seinerzeit ein sehr schönes Objekt im Grünen für ihn ausfindig gemacht und konnte es ihm sogar recht günstig vermitteln. An Dr. Herz musste ich jetzt wieder denken. Ich glaube, er stammte ursprünglich aus Kasachstan, ebenfalls ein ehemaliger Mitgliedsstaat der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken. Seine Telefonnummer hatte ich sogar noch im Kopf, die Nummer der Praxis. Zu meiner Freude stellte ich fest, dass Dr. Herz auch am Freitagnachmittag Patienten empfing und sofort einwilligte, mich mit meinem Anliegen vorzulassen. Ich brauchte fünfzehn Minuten, um die Unterlagen aus der Studentenbude zu holen und weitere fünfzehn, um nach Stellingen zu kommen. Die Arzthelferin befand sich bereits im Mantel. Ohne weitere Erklärungen wurde ich von ihr sofort durchgewunken. Dr. Herz räumte ebenfalls schon fürs Wochenende auf, als ich das Sprechzimmer betrat.

"Setzen Sie sich!", begrüßte er mich. Er reichte mir so überschwänglich die Hand, dass ich im ersten Moment glaubte, er würde mich auch noch umarmen. Er tat es nicht, setzte sich stattdessen mir gegenüber auf den zweiten Patientenstuhl.

"Danke, dass Sie gleich Zeit hatten. Wie gesagt, will ich Sie nicht als Patienten konsultieren. Es gibt einen anderen Grund, weswegen ich Ihre Meinung hören möchte. Meine Vergangenheit hat mich eingeholt."

Ich glaube, ich hatte Dr. Herz irgendwann einmal von meinem früheren Job in Amerika erzählt. Jetzt berichtete i

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