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Als Gott schlief von Wind, Jennifer B. (eBook)

  • Erschienen: 25.04.2014
  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)
6,99 €
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Als Gott schlief

Meine Hände rutschten zum wiederholten Male von der Wand ab. Ich pochte gegen die Tür, die sich Sekunden vorher geschlossen hatte. Ich wollte schreien: "Lasst mich hier raus!" München und Wien: Eine Serie brutaler Morde an katholischen Geistlichen schockiert die Öffentlichkeit. Die Opfer werden auf grausame Weise gefoltert und getötet. Am Tatort werden mysteriöse Hinweise gefunden, die jedoch niemand entschlüsseln kann. Kriminalbeamtin Jutta Stern und ihr Partner Thomas Neumann stehen vor einem Rätsel. Was hat die Opfer verbunden? Was treibt den Mörder an? Bei ihren Ermittlungen stößt Jutta auf eine Mauer aus Angst und Schweigen - doch dann entdeckt sie eine Spur, die weit in die Vergangenheit zurückreicht ... Eine junge Kriminalbeamtin, ein sadistischer Mörder und eine schreckliche Wahrheit ... Jetzt als eBook: 'Als Gott schlief' von Jennifer B. Wind. dotbooks - der eBook-Verlag.

Jennifer B. Wind wurde 1973 in Leoben geboren und wuchs in Wien auf. Sie absolvierte eine Klavier-, Gesangs- und Schauspielausbildung und arbeitete viele Jahre als Flugbegleiterin. Sie schreibt bereits seit ihrer Jugend und veröffentlichte bisher zahlreiche Krimis und Kurzgeschichten. Jennifer B. Wind ist Mitglied im Krimiautorinnen-Netzwerk 'Mörderische Schwestern' und führt den Blog 'Lies und (p)lausch' auf mywoman.at. Heute lebt sie mit ihrer Familie in der Nähe von Wien. Bei dotbooks erschien Jennifer B. Winds Thriller 'Als Gott schlief".

Produktinformationen

    Größe: 463kBytes
    Herausgeber: dotbooks GmbH
    Untertitel: Thriller
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 374
    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    ISBN: 9783955204945
    Erschienen: 25.04.2014
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Als Gott schlief

1. Kapitel

Wien, Sonntag, 17. April 2011, 5:56 Uhr

Rot auf Weiß.

Zarte Tropfen auf Linoleum. Rot auf Weiß. Klebrige Fußabdrücke auf dem Bodenbelag. Eisengeruch erfüllt den Raum, der sich um sie zu drehen beginnt. Herbert Molaryk kommt mit ausgestreckten Armen auf sie zu. Von der Spitze seines Zeigefingers löst sich ein Tropfen und fällt auf ihren Schuh.

Rot auf Grün.

Der Tropfen rinnt über das Leder und sammelt sich an der Kante des Zehenlochs, bis er überläuft. Die warme Flüssigkeit rinnt auf ihren Zeh und wird auf dem lackierten Zehennagel unsichtbar.

Rot auf Rot.

Jutta sieht auf. Ihr Magen krampft sich zusammen, als ihr bewusst wird, dass Molaryks Hemd blutdurchtränkt ist. Wie ein nasser Sack klebt es an ihm.

Rot auf Blau ...

... wird zu Lila. Aus glasigen Augen schaut Molaryk sie an.

"Simon, er ..."

Schwindel erfasst sie. Ein Pfeifton erklingt in ihrem Ohr. Sie versucht zu begreifen, was hier vor sich geht. Wessen Blut ist es, mit dem Herbert da besudelt ist?

"Was ist mit Simon?"

Aus Molaryks Kehle dringt nur ein heiseres Krächzen. Dann knicken seine Knie ein. Auf allen vieren hockt er auf dem Parkett und würgt. Jutta kniet sich vor ihn und schüttelt ihn an den Schultern.

"Was ist mit Simon?"

Ein lautes Klatschen folgt. Hat sie ihm wirklich ins Gesicht geschlagen? Warum sagt er auch nichts, sondern hockt nur am Boden und kotzt ihr Büro voll?

"Herbert! Sprich verdammt noch mal mit mir."

Vertraute Hände legen sich auf ihre Schultern, ziehen sie von Molaryk weg, umarmen sie und flüstern ihr ins Ohr: "Du musst jetzt stark sein, Mädchen." Es ist Georg Kunzes Stimme. "Simon wurde niedergestochen."

Das Bild verschwamm vor Juttas Augen bis auf einen roten Fleck im Zentrum. Ein blutiger Schuhabdruck.

Im Dunkeln tastete sie nach ihrem Mann, bekam aber nur das kalte Laken zu fassen. Mit einem lauten Schluchzen vergrub sie ihr tränennasses Gesicht darin. Sein Geruch war längst verflogen.

Vier Monate. Konnte es wirklich sein, dass sie Simon schon vor vier Monaten begraben hatte? Der Schmerz war noch so stark, als wäre es gestern passiert. Mit dem Ärmel des Sweatshirts wischte sie sich übers Gesicht und bekam gleich darauf ein schlechtes Gewissen. Es war Simons Lieblingsshirt, das sie zum Schlafen trug. Bestimmt waren jetzt Mascara-Schlieren auf dem gelben Stoff, zusätzlich zu den Ketchup-Flecken der letzten Monate. Trotzdem würde sie es niemals waschen.

Sie blinzelte. Laut Leuchtanzeige des Weckers war es sechs Uhr früh. Die Schlafmittel schienen jeden Tag weniger zu wirken. Sie war jetzt seit halb fünf wach und suhlte sich in den schönen Erinnerungen vor Simons Tod – und den traurigen danach.

Benommen stand sie auf. Mist! Was klebte da an ihrer Fußsohle? Angeekelt schüttelte sie die Pizzaecke ab, die vom Abendessen übrig geblieben war, geriet aus dem Gleichgewicht und stolperte über den Berg aus Schmutzwäsche.

Sie wankte ins Bad. Unaufhörlich strömten weitere Bilder durch ihren Kopf: Simon blutüberströmt auf dem Ambulanzbett, Simon bei der Hochzeit, strahlend und glücklich, Simon an Schläuchen auf dem Bett der Intensivstation, Simon an ihrem letzten gemeinsamen Tag beim Essen, Simon im offenen Sarg.

Jutta drehte den Wasserhahn auf, beugte sich über das Becken und hielt den Kopf unter das kalte Nass.

Wann wür

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