text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Ana. Der sanfte Tod einer Rebellin Der Roman zum Bildungswesen einer Erfolgsgesellschaft und der plötzlichen Ausbreitung von ADHS von Wyss, Cyrill A. (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
9,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Ana. Der sanfte Tod einer Rebellin

Cyrill A. Wyss präsentiert den 1. Teil seiner Romantrilogie zum Bildungswesen einer Erfolgsgesellschaft und der plötzlichen Ausbreitung von ADHS. Viele Schüler werden mit stark wirkenden und das Bewusstsein verändernden Psychopharmaka ruhig gestellt. Die Medikamente versprechen konzentriertes Arbeiten und bessere Leistungen. Ist dem wirklich so? Der Schweizer Autor Cyrill A. Wyss zeichnet Schicksale von Jugendlichen nach, die ihr Leben als ADHS-Patienten zu meistern haben. - Wer scheitert; wer überlebt? Mit einer Einführung von Pascal Rudin, Repräsentant an den Vereinten Nationen, Kinderrechte und Kindesschutz. Weitere Informationen unter www.anarebel.com Der Schweizer Autor Cyrill A. Wyss arbeitet als Kommunikationsspezialist und Mediaberater. Er ist verheiratet und lebt als Vater von drei erwachsenen Kindern in einer typischen Kleingemeinde auf dem Land.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741234439
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 557kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Ana. Der sanfte Tod einer Rebellin

EINFÜHRUNG

Zeit, aufzuwachen

von Pascal Rudin,

Sozialarbeiter und Soziologe, arbeitet als Repräsentant der International Federation of Social Workers IFSW bei den Vereinten Nationen in Genf. Seine Schwerpunkte umfassen Bildung, Gesundheit und Familie. (Ins Deutsche übersetzt von U. Erich Friese, B.Sc., M.Sc.)

Herrscher einer schlafenden Welt

1931 schrieb Aldous Huxley unter dem Titel "Schöne neue Welt" einen Zukunftsroman. Seine Vision antizipiert die Fortpflanzungstechnologie, Schlaf-Lernmethoden, psychische Manipulation, klassische Konditionierung des Menschen zur grundlegenden gesellschaftlichen Veränderung. Der Mensch - so die Vorstellung des Autors - soll mit sanften Methoden gefügig gemacht werden. Besonders bemerkenswert ist, dass die Einwirkung auf die menschliche Psyche durch die gezielte Verabreichung von Psychopharmaka unterstützt wird.

Die Masse wird folglich nicht bloß beruhigt und abgelenkt, sondern durch Medikamente konditioniert, damit sie als Maschinerie funktioniert. Und zwar so, dass niemand auf den Gedanken kommt, mit ihm selbst, mit anderen oder in der Welt sei irgendetwas nicht in Ordnung.

Um die Bürgerinnen und Bürger der Gesellschaft widerspruchslos steuern und kontrollieren zu können, wird "Soma" verabreicht. Der Name des "wohltuenden" Medikamentes "Soma" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Schlaf". Damit wird im Roman Huxleys die Weltherrschaft ohne Widerstand erlangt. Um die Massen von der freiwilligen Einnahme der Glückspille "Soma" zu überzeugen, genügt folgendes Argument: "Immer ist Soma zur Hand, um Ärger zu besänftigen, einen mit seinen Feinden zu versöhnen, Geduld und Langmut zu verleihen. Früher konnte man das alles nur durch große Willensanstrengung und nach jahrelanger harter Charakterbildung erreichen. Heute schluckt man zwei, drei Halbgrammtabletten, und damit gut!" (Huxley, 2012, S. 324)

In der Öffentlichkeit wurde die Vision Huxleys als allzu utopisch beurteilt. Die wenigsten konnten - und können - sich vorstellen, dass Menschen mit "Glückspillen" ihr Selbstbewusstsein freiwillig aufgeben, bloß um ein angeblich besserer Mensch zu werden, der das Leben in Ruhe und Gelassenheit sowie frei von Feinden über sich ergehen lässt und dabei hohes Ansehen genießt!

Und dennoch hat seine Erzählung aktuellen Bezug zur heutigen gesellschaftlichen Realität. Ein typisches Beispiel stellt wohl der Schulalltag dar. Kinder werden mit stark wirkenden und das Bewusstsein verändernden Psychopharmaka therapiert. Eine Tatsache, die etwa in Deutschland, der Schweiz oder in den USA nicht mehr wegzudenken ist! Das Erstaunliche dabei ist, dass die Verabreichung von psychotropen Substanzen an die jüngsten Glieder der Gesellschaft - selbst unter den mitbetroffenen Eltern - auf breiter Basis akzeptiert, ja gar gefördert wird. Fakt ist, dass gemäß aktuellen Statistiken täglich Millionen von Kindern "Wunderpillen" verabreicht werden, damit sie zuerst im Kindergarten, später in der Schule, einwandfrei funktionieren. Kinder sollen für Schule und Lehrkräfte keine unnötige Belastung darstellen und den Unterricht nicht behindern. Den Schatten über die Direktive von Diagnostikern unterschiedlichster Berufe wirft das Konzept der Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Wer ab dem Vorschulalter aus der Perspektive von Lehrpersonen unangenehm auffällt, kann sehr rasch - und zum Erstaunen betroffener, oft schockierter - Eltern vom unbeschwerten, temperamentvollen, lebenslustigen Kind zum unterstützungsbedürftigen "ADHS-Patienten" mutieren.

Gestützt auf das in der 5. Auflage der "Diagnostic and Statistic Manual of Mental Disorders" (DSM-5) verankerte Grundprinzip der US-Psychiatrie, wird davon ausgegangen, dass heute eines von vier Kindern eine Störung aufweist und von daher hilfsbedürftig ist (U.S. Department of Education, 2016). Obwohl es immer mehr mögli

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen