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Angst in deinen Augen von Gerritsen, Tess (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.10.2018
  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
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Angst in deinen Augen

Schon zweimal hat der Cop Sam Navarro der Krankenschwester Nina bei Attentaten das Leben gerettet. Er sieht die Angst in ihren Augen - und verliebt sich in sie. Doch solange er nicht weiß, wo ihr mörderischer Feind lauert, darf er sich nicht zu seinen Gefühlen bekennen. Fingerabdrücke führen ihn schließlich auf die Spur des Täters. Plötzlich ahnt Sam, warum Nina getötet werden soll. Tess Gerritsen studierte Medizin und arbeitete mehrere Jahre als Ärztin, bis sie für sich das Schreiben von Romantic- und Medical-Thrillern entdeckte. Die Kombination von fesselnden Stories und fundierten medizinischen Kenntnissen brachte ihr den internationalen Durchbruch. Die Bestseller-Autorin lebt mit ihrem Mann in Maine.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 19.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959678612
    Verlag: HarperCollins
    Größe: 522 kBytes
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Angst in deinen Augen

1. KAPITEL

D ie Hochzeit war geplatzt. Abgeblasen. Nina Cormier, die im Nebenraum der Kirche vor dem Ankleidespiegel saß, schaute sich an und fragte sich, warum sie nicht weinen konnte. Sie wusste, dass der Schmerz da war, aber sie fühlte ihn nicht. Noch nicht. Sie konnte nur mit trockenen Augen dasitzen und ihr Spiegelbild anstarren. Die perfekte Braut. Ein hauchzarter Schleier umrahmte ihr Gesicht. Das mit Staubperlen besetzte Oberteil ihres elfenbeinfarbenen Satinkleids gab bezaubernd die Schultern frei. Ihr langes schwarzes Haar war im Nacken zu einem weichen Knoten zusammengefasst. Jeder, der sie heute Morgen hier im Ankleideraum gesehen hatte - ihre Mutter, ihre Schwester Wendy, ihre Stiefmutter Daniella -, hatte seiner Begeisterung darüber, was für eine wunderschöne Braut sie war, Ausdruck verliehen.

Und sie wäre es gewesen. Wenn nur der Bräutigam aufgetaucht wäre.

Er hatte es nicht einmal für nötig gehalten, es ihr persönlich zu sagen. Nach sechs Monaten, in denen sie geplant und geträumt hatte, hatte sie seine Nachricht knapp zwanzig Minuten vor Beginn der Trauung erhalten. Von seinem Trauzeugen.

Nina,

ich brauche noch Zeit, um nachzudenken. Es tut mir sehr Leid. Wirklich. Ich fahre für ein paar Tage weg. Ich rufe dich bald an.

Robert.

Sie zwang sich, das Schreiben noch einmal zu lesen.

Ich brauche Zeit ... ich brauche Zeit ...

Wie viel Zeit braucht ein Mann?, fragte sie sich und starrte regungslos auf den Zettel in ihrer Hand.

Vor einem Jahr war sie mit Robert Bledsoe zusammengezogen. Der einzige Weg, um herauszufinden, ob sie zusammenpassten oder nicht, hatte er gesagt, und sie hatte ihm geglaubt. Die Ehe war so eine große Verantwortung, eine dauernde Verantwortung, und er wollte keinen Fehler machen. Mit seinen 41 Jahren hatte Robert schon einige Katastrophenbeziehungen hinter sich, und er war wild entschlossen, nicht noch mehr Fehler zu machen. Er hatte sich absolut sicher sein wollen, dass Nina auch wirklich die Frau war, mit der er sein ganzes restliches Leben verbringen wollte.

Sie war sich sicher gewesen, dass Robert der Mann war, auf den sie ihr ganzes Leben gewartet hatte. So sicher, dass sie an jenem Tag, an dem er ihr vorgeschlagen hatte, zu ihm zu ziehen, sofort nach Hause gefahren war und ihre Sachen gepackt ...

"Nina? Nina, mach auf!" Ihre Schwester Wendy rüttelte an der Türklinke. "Bitte, lass mich rein."

Nina ließ den Kopf in die Hände fallen. "Ich will jetzt niemand sehen."

"Du brauchst aber jemand."

"Lass mich, ich will einfach nur allein sein."

"Schau, die Gäste sind schon alle weg. Ich bin die Einzige, die noch da ist."

"Ich will aber mit niemand sprechen. Fahr jetzt einfach, okay? Bitte, geh."

Vor der Tür blieb es lange still. Dann sagte Wendy: "Und wie willst du dann nach Hause kommen?"

"Ich rufe mir ein Taxi. Oder Reverend Sullivan fährt mich."

"Du bist dir wirklich sicher, dass du nicht reden willst?"

"Ja. Ich ruf dich später an, okay?"

"Wenn du es wirklich willst." Wendy machte eine Pause, dann fügte sie mit einer Spur von Gehässigkeit, die man sogar durch die Tür hören konnte, hinzu: "Robert ist wirklich ein Armleuchter, weißt du. Das hätte ich dir gleich sagen können. Ich habe es immer gedacht."

Nina antwortete nicht. Sie saß mit dem Kopf in den Händen zusammengesunken da und wollte weinen, aber sie konnte es nicht. Sie hörte, wie Wendys Schritte sich entfernten, dann wurde es still. Die Tränen weigerten sich immer noch zu kommen. Sie konnte jetzt nicht über Robert nachdenken und darüber, wie ihr Leben ohne ihn nach der abgesagten Hochzeit weitergehen sollte. Stattdessen schien ihr Gehirn eigensinnig darauf zu beharren, über die praktischen Auswirkungen einer geplatzten Hochzeit nachzudenken. Die für die Feier angemieteten Räume und all das Essen. Die Geschenke, die sie z

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