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Anna und die Südwand Der Schladming-Krimi von Günter Lehofer Fall 1 für Postenkommandantin Anna Bergmann von Lehofer, Günter (eBook)

  • Verlag: Leykam
eBook (ePUB)
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Anna und die Südwand Der Schladming-Krimi von Günter Lehofer

Vor fünf Jahren stürzte eine junge Frau über die Südwand des Dachsteins in den Tod. Damals als Unfall zu den Akten gelegt. Nun passierte es wieder. Schladming, das steirische Schizentrum am Fuße des Dachsteins, bietet die subtile Kulisse für eine komplexe und hoch spannende Kriminalrecherche. Denn Anna Bergmann, die Kommandantin der Polizeiinspektion in Schladming, muss sich fragen: zweimal Unfall oder zweimal Mord? Oder einmal Unfall und einmal Mord? Aber was in welchem Fall? Günter Lehofer. Geboren 1944, vierzig Jahre Journalist, Autor zahlreicher Wanderbücher und von zwei Thrillern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783701179930
    Verlag: Leykam
    Serie: Anna Bergmann Bd.1
    Größe: 766 kBytes
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Anna und die Südwand Der Schladming-Krimi von Günter Lehofer

Gipfeltour mit einem Todesfall

Unter der Dusche war Anna Bergmann, Kommandantin der Polizeiinspektion Schladming in Österreich, mit sich zufrieden. Sie war die 3.000 Meter in knapp 19 Minuten gelaufen und hatte 15 korrekte Liegestütze geschafft. Beim medizinischen Bewegungskoordinationstest war sie mit 35 Sekunden ausgezeichnet gewesen, selbst ihre Schwäche, das Schwimmen, ging sich mit 2 Minuten und 18 Sekunden gerade noch für die Leistungsstufe aus. Der Test hatte ihr auch die Anerkennung ihres Teams gebracht. Fitness war für sie nicht nur körperlich wichtig.

Was nicht zum Test, aber zu ihrem Leben gehörte war: sie war 35, hatte drei Kinder, einen Partner und sah gut aus. Probleme hatten mit ihr nur kleine Männer. Sie war 1,78 groß und kräftig. Eine alltagstaugliche Polizistin.

Alle Zufriedenheiten unter der Dusche halfen Anna nicht, als sie kurz darauf wieder ihren Schreibtisch bezog und der Regen draußen die ganze Inspektion einhüllte wie eine große Duschhaube.

Dieser Juli 2012 war bisher der absolute Tiefpunkt des Sommers gewesen. Anna Bergmann war bereit, von ihrem Schreibtisch aus die Welt zu verdammen. Es regnete, manchmal fein und kalt, manchmal heftig und wärmer. Die zahlreichen Urlauber in der Dachsteinregion Schladming-Ramsau konnten ein kostenloses Seminar über Wolkenbildung absolvieren oder sich schlicht betrinken. Der Tourismusgeheimplan sprach sich für das gemäßigte Trinken aus. Es brachte mehr Geld. Die Urlauber, so sie nicht abreisten, hielten sich an den Geheimplan. Damit gab es eine Menge unerfreulicher Polizeiarbeit. Da eine kleine Schlägerei im Gasthof, dort eine Beziehungskrise, die mangels Alternativen eskalierte. Noch war nichts Ernstes passiert. Aber es war nur eine Frage von Stunden, meinte Anna. Gruppeninspektor Hannes Trinkl, ihr Erster Stellvertreter, stimmte ihr zu.

Der 10. Juli 2012 dürfte noch arbeitsreich werden. So viel stand schon am Vormittag fest, ohne dass es auch nur eine Meldung oder einen Notruf gegeben hätte. Alles würde kommen wie ein Auto, das man schon von weitem hören konnte.

Dabei hatte die Inspektion großes Glück gehabt. Am Sonntag, dem 8. Juli, einem völlig überraschend brauchbaren Schönwetterwandertag, war eine deutsche Urlauberin vom Gipfel des Dachsteins über die Südwand in den Tod gestürzt. Ein klassischer Alpinunfall, verursacht von zu guter Laune nach zu viel Alkohol. Das war die Meinung der Kollegen von der Polizeiinspektion im Nachbarort Ramsau gewesen, die den für die Medien spektakulären Fall rasch geklärt hatten. Nicht vertuschen, aber auf keinen Fall aufbauschen, hieß die Leitlinie für solche Fälle. Nicht Schladming, 19 Beamte, hatte die Arbeit gehabt, sondern die Ramsau, vier Beamte, und der Notarzthubschrauber und zwei Kollegen der Alpinpolizei. Die regionale Medienarbeit hatte der Hüttenwirt der Südwandhütte routiniert erledigt. Nun hofften die Beamten auf ein emotionales Großereignis in Deutschland, dem Heimatstaat der Abgestürzten. Niemanden mehr, ausgenommen Angehörige und Freunde, würde der Unfall weiter interessieren. Dann konnte die Geschichte in Frieden zu den elektronischen Akten geklickt werden.

Polizisten, so fand Anna, in ihren Cappuccino schauend, Polizisten bekamen viel zu wenig oft den Friedensnobelpreis. Sie waren wirklich am Frieden interessiert, am umfassenden Frieden an allen Orten und zwischen allen Menschen und auch noch am Frieden zwischen Menschen und Tieren. Kein Hund sollte beißen, kein Stier einen Bauern an die Wand drücken, kein Pferd seinen Reiter abwerfen, kein Mensch eine Katze quälen, einen Hund verdursten lassen, ein Pferd misshandeln. Die Regeln des Paradieses waren für Anna ganz klar zu erkennen. So klar, wie sie erkannte, dass der Cappuccino aus dem Automaten einen miesen Schaum aufwies. Wie immer. Sie musste keinen Schluck kosten. Das kleine Paradies im Dienstzimmer hatte diesen Kaffeefehler. Sie sollte nicht so sparen und sich den Cappuccino von der Konditore

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