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Auf in den Süden! von Bührig, Dieter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.09.2016
  • Verlag: Gmeiner-Verlag
eBook (ePUB)
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Auf in den Süden!

Hitze, Intrigen, Fußball, Morde - dieses Paket enthält vier heiße Krimis zum Schmökern. In 'Wüstenwasser' sucht Ingenieurin Schliemann bei einem Wasserförderungsprojekt in Libyen nach einem Maulwurf im System. Journalistin Roloff ermittelt in 'Nashornfieber' im Rahmen einer Naturschutzorganisation in einem Mordfall. Der Lübecker Kommissar Kroll forscht nach den Todesumständen eines Afrikaners im Zusammenhang mit einer Frau, die ihr Gedächtnis verlor ('Fluchtvögel'). Und in 'Schwalbentod' müssen Katz & Mayer mehrere Todesfälle aufklären, die eng an Fußball und Afrika gekoppelt sind, während ein mysteriöser Fan auf seine Weise gegen Betrügereien bei Matches vorgeht ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 1240
    Erscheinungsdatum: 01.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783734994524
    Verlag: Gmeiner-Verlag
    Größe: 2071kBytes
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Auf in den Süden!

Prolog

Der weiße Mann hielt den Atem an und bewegte sich nicht. Ein Moskito saugte gierig an seinem Hals, doch er biss die Zähne zusammen. Für einen Moment dachte er an die fünfstellige Summe, die das große Doppelhorn auf dem Schwarzmarkt in Ostasien leicht einbringen könnte. Bis zu fünfzehntausend Dollar für ein Kilogramm! Der Lauf des Gewehrs richtete sich auf den Körper des Bullen, der Zeigefinger krümmte sich um den Abzug. Ruhig äsend stand ihm das imposante Tier gegenüber.

Doch dann drehte sich der Wind und das Schwarze Nashorn hob schnaubend den massigen Kopf, nahm die Witterung auf und ein leichtes Zittern ging durch den grauen, von Striemen und Narben überzogenen Körper. Das Mahlen der gewaltigen Backenzähne hörte auf, die spitze Oberlippe, mit der es geschickt die kleinsten saftigen Blätter aus dem dornigen Akaziengestrüpp pflücken konnte, verzog sich zu einem Flehmen und für einen kurzen Augenblick wurde das rosige Fleisch der Innenseite sichtbar. Auf diese Weise kontrollierte das Tier unter normalen Umständen das Geschlecht und die Paarungsbereitschaft eines anderen Nashorns. Doch jetzt war es verunsichert und bediente sich aller Sinne, um die Gefahr zu orten. Es blähte seine Nüstern und gleichzeitig hatten seine Ohren den warnenden Go-away-Ruf des Graulärmvogels wahrgenommen.

Es gab keine natürlichen Feinde, die dem alten Nashornbullen gefährlich werden konnten. Er war mit seinen eineinhalb Tonnen Gewicht und einer Widerristhöhe von fast zwei Metern selbst für ein Rudel ausgewachsener hungriger Löwinnen ein zu großer Brocken. Schon in seiner Jugend hatte er gelernt, sich gegen die listigen Angriffe der Rudeljäger zu verteidigen und sein Horn war eine gefürchtete und todbringende Waffe. Nur zwei Kämpfe in seinem Leben hatte er verloren.

Instinktiv war er damals, vor vielen Jahren, geflohen, nach diesem ohrenbetäubenden Knall, das kreischende Schnauben seiner sterbenden Mutter in den Ohren, die ihn auf diese Weise warnte, nicht zu ihr zurück zu kommen. Erst im Schutz der Nacht hatte er sich aus seinem Versteck im Dornbuschdickicht hervor gewagt und neben dem Kadaver gewacht, den beißenden Geruch des Todes in seiner feinen Nase. Fliegenschwärme umschwirrten, schwarzen Unheil bringenden Wolken gleich, den blutigen Fleischklumpen, den die Äxte der Männer im Schädel seiner Mutter zurück gelassen hatten. Er verteidigte sie gegen die herumstreifenden Hyänen und Schakale, die in immer größeren Rudeln kamen, angelockt vom Modergestank des Kadavers, enger und enger zogen die nächtlichen Jäger ihre Kreise, feige winselnd und jaulend, kläffend und gefährlich knurrend.

Am nächsten Morgen, kurz nachdem die Sonne ihre ersten Strahlen auf die schaurige Szenerie sandte, erschienen die Löwen und verbündeten sich, was ungewöhnlich war, mit den krummbuckligen Hyänen. Es war eine einfache Taktik, mit der sie von nun an gemeinsam gegen den jungen Bullen vorgingen: nachts, wenn der Mond mit seiner fahlen Sichel durch die Regenwolken gedrungen war, funkelten die Augen der Hyänen wie rote Blitze aus allen Himmelsrichtungen, überall ertönte ihr gackerndes Kichern und es gelang ihnen zweimal, blutige Fleischfetzen aus dem Kadaver zu reißen. Kaum war die Sonne aufgegangen, zogen sich die Hyänen zurück und überließen den Löwen das Feld. Vier, fünf Weibchen näherten sich von verschiedenen Seiten, und während der junge Bulle sich den einen zuwandte, griffen die nächsten von hinten an und schlitzten der Nashornkuh den Bauch auf. Geschwächt von der langen Wache, während der er kaum Nahrung zu sich genommen hatte, überließ er seine Mutter schließlich der Übermacht der Feinde. Es war sein erster Kampf gewesen, und er war besiegt worden.

Vier Jahre war er damals alt gewesen, gerade alt genug, um seine eigenen Wege zu gehen, doch noch zu jung, um sich den Artgenossen gegenüber zu behaupten. Der Kampf gegen einen älteren Bullen kostete ihn fast das Leben. Die tie

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