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Ausgedient Kriminalroman von Lercher, Lisa (eBook)

  • Verlag: Haymon Verlag
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Ausgedient

Mord im Magistrat Die engagierte Beamtin Anna wird in eine andere Stabsstelle versetzt: Sie soll einen freigewordenen Posten nachbesetzen - ihre Vorgängerin hat sich erst kurz zuvor das Leben genommen. Mit gemischten Gefühlen tritt sie ihren Dienst an und schon bald ist klar: Das Arbeitsklima in ihrer neuen Abteilung ist unerträglich. Sticheleien und Kränkungen prägen den Alltag, die machthaberische Chefin quält ihre Mitarbeiter. Anna bemüht sich, Konfrontationen aus dem Weg zu gehen. Bis ihre Kollegin ermordet wird... Mit Charme, Humor und einem einzigartigen Gespür für Alltagsbeschreibungen schickt Lisa Lercher die Magistratsbeamtin Anna in ein fein gesponnenes Netzwerk aus Intrigen. Ausgestattet mit detektivischem Spürsinn und einer gehörigen Prise lakonischen Humors versucht Anna an ihrem neuen Arbeitsplatz nicht zwischen die Fronten zu geraten doch nach und nach gerät auch sie in den Strudel der Ereignisse. Feiner Humor, ausgeklügelte Komposition und erfrischend ungekünstelte Beschreibung von Alltagsszenen und Milieus. Weitere Krimis von Lisa Lercher: - Der letzte Akt. Kriminalroman - Der Tote im Stall. Kriminalroman - Die Mutprobe. Kriminalroman - Zornige Väter. Kriminalroman - Mord im besten Alter. Kriminalroman Lisa Lercher, geboren 1965 in Hartberg/Steiermark. Studium der Erziehungswissenschaften in Graz, lebt seit 1989 in Wien. Neben ihrer Tätigkeit in der Bundesverwaltung schreibt sie seit 2001 Kriminalromane und Kurzkrimis, u.a. Die Mutprobe (2006), der für den ORF/MDR verfilmt wurde.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 120
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783709935637
    Verlag: Haymon Verlag
    Größe: 976 kBytes
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Ausgedient

Ich bin schon wieder nervös. Aus der Geschäftseinteilung weiß ich, daß ich einer fast reinen Frauenabteilung zugewiesen bin. An sich kein Problem, mit Frauen bin ich meistens gut ausgekommen. Das war schon damals so, als ich beim autonomen Frauennotruf gearbeitet habe.

Was mir mehr Sorgen macht, ist das Klima, das mich vermutlich erwartet. Susanne Pachler hat sicher eine große Lücke hinterlassen. Die Frau war lange in der Abteilung und vermutlich bestens integriert. Die Stimmung wird also einigermaßen gedrückt sein. Wenn ich Pech habe, sind die neuen Kolleginnen mir gegenüber voreingenommen und messen mich an der Toten. Eine Abteilungsdynamik kann mitunter sehr eigenartige Blüten treiben. Das alles ist mir gestern Abend noch durch den Kopf gegangen. Jetzt schau dir das alles einmal in Ruhe an, du mußt nicht immer gleich den Teufel an die Wand malen , beruhige ich mich auf dem Weg zu meiner neuen Chefin.

Ich atme tief durch, bevor ich kurz vor neun bei Frau Doktor Neumann, oder vielmehr ihrem Sekretariat, anklopfe.

Eine Frau, etwa in meinem Alter, öffnet mir die Tür.

"Guten Morgen. Ich möchte zur Frau Doktor Neumann."

"Ja? Und was wollen Sie von ihr?"

Ihr selbstbewußtes Gehabe nervt mich. Was geht die das an, was ich von der Neumann will? Ich beherrsche mich. Schließlich will ich nicht gleich am ersten Arbeitstag einen schlechten Eindruck machen.

"Ich bin eine neue Mitarbeiterin", sage ich knapp.

"Ah ja? Freut mich. Birgit Neumann."

Ein Glück, daß ich mich eben zurückgehalten habe .

"Dann müssen Sie die Doktor Posch von der Bürgersoforthilfe sein."

Ich nicke. In dem Alter schon Abteilungsleiterin, auch nicht schlecht .

Sie trägt ein dunkelblaues Businesskostüm und hochhackige Pumps dazu. Die Lippen sind für meinen Geschmack ein wenig zu grell geschminkt, aber sonst ist sie eine durchaus sympathische Erscheinung.

Sie streckt mir ihre schlanke Hand entgegen. "Herzlich willkommen", sagt sie mit einem Lächeln und präsentiert mir dabei ein strahlend weißes Gebiß.

"Guten Morgen", antworte ich.

Die Neumann bleibt bei ihrem Lächeln. "Ich zeige Ihnen am besten gleich Ihren neuen Arbeitsplatz", sagt sie dynamisch. "Sie werden sich vorläufig das Zimmer mit Frau Magister Heller, Andrea Heller, teilen, bis wir eine andere Lösung gefunden haben." Die neue Chefin stöckelt mir voran aus dem Büro. Mit solchen Absätzen würde ich mir glatt die Knöchel brechen .

Auf dem Gang begegnet uns eine junge Frau im Minirock. Den Busen hat sie mit einem Wonderbra hochgeschnallt.

"Guten Morgen, Frau Doktor", trällert sie.

"Guten Morgen. Warten Sie einen Moment Martina. Das ist die neue Kollegin, Frau Doktor Posch." Sie deutet auf mich. "Und das, Frau Posch, ist unsere Abteilungssekretärin, Martina Langthaler."

Ich gebe der jungen Frau die Hand.

"Hallo", begrüßt mich Frau Langthaler vertraulich.

"Morgen." Ich lächle zu meiner distanzierten Antwort, damit sie mich nicht für hochnäsig hält.

Die Chefin dreht sich abwartend nach mir um. Offenbar hat sie es eilig, mich hinter meinem Schreibtisch abzusetzen und sich dann wieder wichtigeren Dingen zuzuwenden.

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