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Böser Wolf Kriminalroman von Neuhaus, Nele (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.10.2012
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Böser Wolf

"Packend und fesselnder als jeder seiner Vorgänger." HR online An einem heißen Tag im Juni wird die Leiche einer 16-Jährigen aus dem Main bei Eddersheim geborgen. Sie wurde misshandelt und ermordet, und niemand vermisst sie. Auch nach Wochen hat das K 11 keinen Hinweis auf ihre Identität. Die Spuren führen unter anderem zu einer Fernsehmoderatorin, die bei ihren Recherchen den falschen Leuten zu nahe gekommen ist. Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein graben tiefer und stoßen inmitten gepflegter Bürgerlichkeit auf einen Abgrund an Bösartigkeit und Brutalität. Und dann wird der Fall persönlich. Entdecken Sie auch SOMMER DER WAHRHEIT, einen fesselnden Roman, den Nele Neuhaus unter dem Namen Nele Löwenberg geschrieben hat! Nele Neuhaus, geboren in Münster / Westfalen, lebt seit ihrer Kindheit im Taunus und schreibt bereits ebenso lange. Ihr 2010 erschienener Kriminalroman Schneewittchen muss sterben brachte ihr den großen Durchbruch, heute ist sie die erfolgreichste Krimiautorin Deutschlands. Außerdem schreibt die passionierte Reiterin Pferde-Jugendbücher und Unterhaltungsliteratur. Ihre Bücher erscheinen in über 30 Ländern. Vom Polizeipräsidenten Westhessens wurde Nele Neuhaus zur Kriminalhauptkommissarin ehrenhalber ernannt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 11.10.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843703086
    Verlag: Ullstein
    Größe: 2625 kBytes
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Böser Wolf

Freitag, 11. Juni 2010

Hanna Herzmann hatte schlecht geschlafen. Ein Alptraum hatte den nächsten gejagt, einmal hatte Vinzenz als Gast in ihrer Sendung gesessen und sie vor laufender Kamera bis auf die Knochen blamiert, dann hatte Norman sie bedroht und sich im Traum plötzlich in jenen Mann verwandelt, der sie über Monate hinweg gestalkt hatte, bis er von der Polizei aus dem Verkehr gezogen worden und als Wiederholungstäter für zwei Jahre im Gefängnis gelandet war.

Um halb sechs war sie schließlich aufgestanden, hatte sich unter der Dusche den klebrigen Angstschweiß von der Haut gespült und saß nun mit einer Tasse Kaffee am Computer. Wie befürchtet war das Internet voll mit der blöden Geschichte.

Verdammt! Hanna massierte mit Daumen und Zeigefinger ihre Nasenwurzel. Falls es für eine Schadensbegrenzung nicht längst zu spät war, so musste sie schnell geschehen, bevor sich weitere unzufriedene Gäste ihrer Sendung anspornen ließen, dasselbe zu tun wie Armin V. und Bettina B. Nicht auszudenken, was das für Kreise ziehen konnte! Auch wenn ihre Sendung im Augenblick noch nicht akut bedroht war, so würde die Geschäftsleitung des Senders nicht ewig hinter ihr stehen. Es war zu früh, um bei Wolfgang anzurufen, deshalb beschloss sie, sich bei einer Joggingrunde auf andere Gedanken zu bringen. Beim Laufen konnte sie am besten nachdenken. Sie zog ihre Sportkleidung an, band ihr Haar zu einem Pferdeschwanz und schlüpfte in die Laufschuhe. Früher war sie jeden Tag gelaufen, doch seit ihre Fußprobleme schlimmer geworden waren, hatte sie damit aufgehört.

Die Luft war noch frisch und klar. Hanna atmete tief ein und aus und machte ein paar Dehnübungen auf den Treppenstufen vor der Haustür, dann stöpselte sie ihren iPod ein und suchte nach der Musik, auf die sie jetzt Lust hatte. Sie ging die Straße hinunter bis zur Ecke, an der sich der Parkplatz befand, bog in den Wald ein und begann zu laufen. Jedes Abrollen tat höllisch weh, aber sie biss die Zähne zusammen und zwang sich, weiterzulaufen. Schon nach ein paar hundert Metern hatte sie Seitenstechen, lief trotzdem weiter. Sie würde nicht aufgeben. Hanna Herzmann gab niemals auf! Gegenwind und Probleme betrachtete sie schon ihr ganzes Leben lang als Herausforderung und Ansporn, nicht als Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Und Schmerzen waren eine rein mentale Angelegenheit, von der man sich nicht beeindrucken lassen durfte. Wäre sie anders gewesen, so hätte sie niemals eine solche Karriere gemacht, wäre nie und nimmer so erfolgreich geworden. Ehrgeiz, Beharrlichkeit, Durchhaltevermögen - diese Charaktereigenschaften ließen sie auch in harten Zeiten nie verzagen.

Mit ihrem Reportagemagazin Auf Herz und Nieren hatte Hanna vor vierzehn Jahren ein völlig neues, revolutionäres Format entwickelt, das in der deutschen Fernsehlandschaft für Furore und Traumquoten gesorgt hatte. Das Konzept war so einfach wie genial: Eine breitgefächerte Mischung von brisanten und aktuellen Ereignissen, die die Menschen im Land bewegten, dazu persönliche Schicksale, menschliche Dramatik, garniert mit prominenten Gästen, und das alles in neunzig Minuten zur besten Sendezeit, etwas Vergleichbares hatte es bis dato nicht gegeben. Mit dem Erfolg kamen die Nachahmer, aber keine ähnlich konzipierte Sendung war so populär wie ihre. Ihre Medienpräsenz hatte einige durchaus lukrative Nebeneffekte: Sie gehörte zu den bekanntesten Fernsehgesichtern, war überall gefragt. Wenn das Honorar stimmte, moderierte sie Galas und Preisverleihungen, entwickelte Ideen und Konzepte für andere Sendeformate und ließ sich das gut bezahlen. Vor zehn Jahren hatte sie die Herzmann production gegründet und produzierte ihre Sendung mittlerweile selbst.

Die Schattenseite des beruflichen Erfolgs war ihr verkorkstes Privatleben. Offenbar gab es keinen Mann, der es an ihrer Seite aushielt. Meikes Worte von gestern Abend schossen Hanna durch den Kopf. Stimmte das?

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