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Beklage deine Sünden (Kincaid & James 17) von Crombie, Deborah (eBook)

  • Erschienen: 15.05.2017
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Beklage deine Sünden (Kincaid & James 17)

Notting Hill im Mai: In Cornwall Gardens, einem von exklusiven Stadthäusern gesäumten Park in bester Lage, wird die Leiche einer 24-jährigen Frau entdeckt. Wie sich herausstellt, hat Reagan Keating als Kindermädchen in einer der angrenzenden Villen gearbeitet. Und schon bald erfährt Inspector Gemma James von einem weiteren mysteriösen Todesfall in dem Park: Vor einigen Monaten starb der kleine Henry Su unter mysteriösen Umständen. Hinter den schönen Fassaden der noblen Wohnanlage scheint so manches abgründige Geheimnis zu lauern, und Gemma könnte bei den Ermittlungen die Hilfe ihres Mannes Superintendent Duncan Kincaid gebrauchen. Doch der muss sich derweil den Geistern seiner Vergangenheit stellen: Duncan befürchtet, dass er seine Frau und seine Kinder unüberlegt in große Gefahr gebracht hat. Eine Angst, die sich nur zu bald bewahrheiten könnte ...

Deborah Crombies höchst erfolgreiche Romane um Superintendent Duncan Kincaid und Inspector Gemma James von Scotland Yard wurden mit dem 'Macavity Award' ausgezeichnet und für den 'Agatha Award' und den 'Edgar Award' nominiert. Die Autorin lebt mit ihrer Familie im Norden von Texas, verbringt aber viel Zeit in England, wo ihre Romane angesiedelt sind.

Produktinformationen

    Größe: 2071kBytes
    Reihe (Teil): Duncan Kincaid & Gemma James Bd.17
    Herausgeber: Goldmann
    Untertitel: Roman
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 512
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783641200046
    Erschienen: 15.05.2017
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Beklage deine Sünden (Kincaid & James 17)

1

Sie stand an der Haltestelle und trat von einem Fuß auf den anderen. Mittlerweile wartete sie schon seit zwölf Minuten, und es war immer noch kein Bus aufgetaucht. Dabei sollte man doch eigentlich meinen, dass man am Freitagabend an der Kensington High Street einen Bus erwischen würde. Das war so ätzend.

Ganz zu schweigen von dem unheimlichen Typen mit dem Kapuzensweatshirt und den Ohrhörern. Er glaubte wohl, sie würde nicht bemerken, wie er zu ihr herüberschaute. In ihrem dünnen weißen Kleid fühlte sie sich seinen Blicken vollkommen ausgeliefert, und sie hatte nicht einmal eine Strickjacke dabei, die sie sich über die Schultern legen konnte. Was hatte sie sich bloß dabei gedacht? Warum hatte sie dieses verdammte Teil nur angezogen? Aber natürlich wusste sie, warum sie es getan hatte. Zum einen war es ein wunderschöner Abend, ungewöhnlich warm für diese Jahreszeit, und außerdem hatte sie geglaubt, er würde sich anders entwickeln.

Demonstrativ kehrte sie dem Kapuzentypen den Rücken zu und checkte ihr Handy. Keine Nachrichten. Und auch keine verpassten Anrufe. Anscheinend hatte sie sich geirrt.

Und immer noch kein Bus in Sicht. Der Kapuzentyp rückte ihr noch ein bisschen dichter auf die Pelle.

Das gab den Ausschlag. Sie beschloss, zur Kensington Church Street hinüberzugehen und dort den 52er zu nehmen - womit sie sich auch das Umsteigen am Notting Hill Gate sparen würde. Allerdings musste sie dann noch mal an der Pianobar vorbei, und sie wollte die anderen nicht mehr sehen.

Sie marschierte rasch los und blickte kurz über die Schulter, um sich davon zu überzeugen, dass ihr der Kapuzentyp nicht folgte. Als sie am Club vorüberkam, wummerte Musik aus den offenen Fenstern im ersten Stock. Und sie senkte den Kopf, als ob sie so unsichtbar würde. Als sie vorhin hinausgestürmt war, hatte sie halb gehofft, irgendwer käme ihr nachgelaufen, aber mittlerweile wollte sie keinen von ihnen mehr sehen. Auf gar keinen Fall heute Nacht. Vielleicht nie wieder.

Und mit Hugo war sie wirklich ein für alle Mal fertig. Beim Gedanken an die letzte Nacht errötete sie vor Scham. Sie hatte Schluss machen wollen und sich deswegen schuldig gefühlt. Und nur aus diesem Grund hatte sie noch mal mit ihm geschlafen. Aber heute Abend hatte sie herausgefunden, was er für einer war. O Gott. Dieser Arsch.

Als sie über den Vorplatz der St. Mary Abbots Church abkürzte, klatschten ihre Sandalen auf die Pflastersteine. Jetzt im Dunkeln und da der Blumenstand geschlossen war, wirkte es hier sehr verlassen, und sie war heilfroh, als sie endlich um die Ecke biegen und zur 52er-Haltestelle hinauflaufen konnte.

Erleichtert sah sie, dass der Bus heranrollte. Nachdem er quietschend und seufzend zum Stillstand gekommen war, stieg sie ein. Mit ihrem weit ausgestellten Kleid wollte sie auf keinen Fall die Wendeltreppe hochsteigen und suchte sich einen Platz im Unterdeck. Als sie saß, wandte sie sich von ihrem Spiegelbild im Fenster ab. Zuvor erhaschte sie jedoch noch einen Blick auf die dunklen Locken, die ihr über die Wange fielen, und den unbedeckten Hals. Sie zitterte.

Sie hatte von dem grässlichen Drink, den der Barkeeper ihr vorhin im Club gemacht hatte, nur einen winzigen Schluck genippt und das Glas dann bei irgendwelchen Leuten auf den Tisch gestellt. Jetzt wünschte sie, sie hätte sich die Nase zugehalten und ihn ausgetrunken. Zumindest hätte er ihr vielleicht beim Einschlafen geholfen.

Als der Bus holpernd an der Haltestelle Elgin Crescent anhielt, stieg sie aus und ging den Rest der Strecke zu Fuß. Die Gärten waren dunkel, und auf den Straßen herrschte Stille. Als sie beim Haus ankam, war es ebenfalls unbeleuchtet. Abgesehen vom schwachen Licht in der Souterrainküche.

Sie fischte ihren Schlüssel aus der Handtasche und blieb noch einen Moment auf dem Treppenabsatz stehen. Plötzlich hatte sie es gar nicht mehr eilig hineinzugehen. Wie gerne hätte sie jemanden zum

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