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Bestialisch Ein Carson-Ryder-Thriller von Kerley, Jack (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2018
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Bestialisch

Detective Carson Ryder wird nach New York beordert, wo eine Psychiaterin auf grausame Weise getötet wurde. Dr. Evangeline Prowse betreute einen psychopathischen Serienmörder, der nun auf der Flucht ist. Carson Ryder verschweigt, dass er den Verdächtigen kennt - es ist sein Bruder Jeremy. Und die neuesten Morde passen nicht in Jeremys Schema. In einem Katz-und-Maus-Spiel versucht er, den echten Mörder zu finden und Jeremy zu retten. "Kerley verfügt über einen unbändigen und grausigen Ideenreichtum, der einen wach liegen lässt - noch lange, nachdem man die letzte Seite umgeblättert hat." Kirkus Reviews

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 01.03.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783962151096
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1775 kBytes
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Bestialisch

KAPITEL 1

Dies war der Morgen, an dem ich - Detective Carson Ryder vom Police Department in Mobile, Alabama - innerhalb einer knappen halben Stunde gleich mehrmals Neuland betrat.

Ich landete zum ersten Mal auf dem LaGuardia Airport, wurde zum ersten Mal in meinem Leben direkt von einer Boeing 737 abgeholt, während die anderen Passagiere noch sitzen bleiben mussten. Ich wurde erstmals von Sicherheitsbeamten durch ein Flughafengebäude geschleust und fuhr zum ersten Mal in einem Streifenwagen mit eingeschalteter Sirene durch ein graues, verregnetes Manhattan.

"Würde mir mal jemand verraten, worum es hier eigentlich geht?", fragte ich meinen Fahrer, auf dessen Namensschild Sergeant Koslowski stand. Wir schlitterten schräg über eine Kreuzung. Um Haaresbreite wären wir mit einem Taxi zusammengestoßen, hätte Koslowski nicht in allerletzter Sekunde das Steuer herumgerissen und Vollgas gegeben. Die gelangweilte Miene des Taxifahrers stimmte mich nachdenklich. Ob es wohl irgendetwas gab, womit man einen New Yorker Taxifahrer aus der Ruhe bringen konnte?

"Da mir keiner was gesagt hat", knurrte Koslowski, "kann ich Ihnen nicht weiterhelfen." Das Knurren passte zu diesem Mann, der an eine Bulldogge in Uniform erinnerte.

"Was hat man Ihnen denn gesagt?", erkundigte ich mich.

"Dass ich Sie am Flughafen abholen und irgendwo im Village absetzen soll. So, und jetzt sind Sie genauso schlau wie ich."

Noch vor zwei Stunden hatte ich in Mobile an meinem Schreibtisch gesessen, Kaffee getrunken und darauf gewartet, dass mein Partner Harry Nautilus zur Arbeit erschien. Und dann hatte mich mein Vorgesetzter, Lieutenant Tom Mason, ganz unvermittelt in sein Büro gerufen und die Tür geschlossen. Der Hörer seines Telefons lag nicht auf der Gabel, sondern neben dem Apparat.

"Sie haben einen neuen Fall, Carson. In zwanzig Minuten geht Ihr Flug nach New York. Das Ticket ist für Sie am Schalter hinterlegt, und die Maschine wartet wahrscheinlich auf Sie."

"Was soll das denn? Ich kann doch nicht so einfach alles stehen und liegen ... "

"Draußen steht ein Streifenwagen bereit, der Sie fährt. Los jetzt."

Koslowski schlitterte wieder quer über die Fahrbahn und bog in eine kleine Straße. Vor einem dreistöckigen Backsteingebäude trat er mit voller Kraft auf die Bremse. Wir rutschten an vier Funkstreifen mit eingeschaltetem Blaulicht, dem Kombi von der Spurensicherung und einem Wagen vorbei, der - wie ich mutmaßte - als mobile Kommandozentrale diente. Der Gerichtsmediziner war auch schon vor Ort. Ich hatte nicht die geringste Ahnung, was sich hier zugetragen hatte, aber eins stand fest: Jemand hatte die ganze Truppe zusammengetrommelt.

Ein korpulenter Mann mit tief ins Gesicht gezogenem Hut und grauem Regenmantel, der im Wind flatterte, näherte sich uns und öffnete die Beifahrertür. Ich stieg aus.

Er war Ende fünfzig, hatte ein rundes Gesicht, eine große Hakennase und sah so verbissen drein wie ein Bluthund, der Witterung aufgenommen hatte. Dieser Mann mit den Tränensäcken und schweren Lidern schaute vermutlich auch dann noch traurig aus der Wäsche, wenn eine Frau Ja sagte. Im Gegensatz zu allen anderen schien er es überhaupt nicht eilig zu haben. Er begrüßte mich mit ausgestreckter Hand: "Ich bin Sheldon Waltz vom NYPD. Freunde nennen mich Shelly, und vielleicht tun Sie das ja auch. Wie war Ihr Flug?"

In seiner Stimme schwangen Wärme und Aufrichtigkeit mit, was mich veranlasste, auf Höflichkeiten zu verzichten und mit der Wahrheit herauszurücken. "Ich hasse Flieger, Shelly. Mir wäre es lieber gewesen, wenn man mich mit einer Kanone hier hochgeschossen hätte." Ich legte eine kurze Pause ein. "Werden Sie mir erzählen, worum es überhaupt geht?"

Er seufzte und klopfte mir auf die Schulter. Selbst seine Berührung wirkte bekümmert. "Um ehrlich zu sein, ich hatte gehofft, Sie könnten mir das sagen."

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