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Bis ans Ende ihrer Tage von Østergaard, Jens (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.02.2017
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Bis ans Ende ihrer Tage

In Kopenhagen wird ein sechzehnjähriges Mädchen gefunden, das schwer misshandelt wurde, aber seinem Peiniger entfliehen konnte. Kommissar Thomas Nyland beginnt mit den Nachforschungen. Was er dabei findet, bringt ihn auf die Spur eines wahnsinnigen Mörders, der sich für eine Gestalt aus einer alten slawischen Heldensage hält. Thomas Nylands erster Fall - jetzt als eBook bei beTHRILLED, dem Imprint für spannende Krimis und Thriller bei Bastei Entertainment! Jens Østergaard hat Journalismus studiert und unter anderem als Redakteur bei einem dänischen Radiosender gearbeitet. Heute ist er als Kommunikationsberater tätig. Sein erster Roman hat in Dänemark für großes Aufsehen gesorgt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 277
    Erscheinungsdatum: 14.02.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732543977
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Thomas Nyland Bd.1
    Originaltitel: Dragen Sangeren Helten
    Größe: 779 kBytes
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Bis ans Ende ihrer Tage

2

Die Streifenwagen stehen dicht gedrängt vor dem rot-weiß gestreiften Absperrband mitten auf der Arkonagade im Stadtteil Vesterbro. Blaulicht blinkt lautlos im strömenden Regen und wirft flackernde Schatten auf die Hauswände.

Thomas Nyland spürt das dumpfe Rumpeln unter sich, als er über das Kopfsteinpflaster fährt. Er parkt seinen Dienstwagen abseits der anderen neben dem der Hundeführer und schaut durch das Geflimmer der Regentropfen hinauf zu den Hausdächern. Vor ihm peitschen die Scheibenwischer hin und her, und damit die Frontscheibe von innen nicht beschlägt, arbeitet das Gebläse auf höchster Stufe. Es hat den ganzen Februar über geregnet, und auch jetzt, da der Kalender mittlerweile Anfang März anzeigt, hat sich das Wetter noch nicht gebessert. Der Himmel über Kopenhagen ist schwarz wie das Nichts.

Er zieht den Reißverschluss seines etwas zu dünnen und etwas zu engen Anoraks bis zum Hals hoch und windet sich aus dem Auto. Bei dieser Bewegung kommt er sich jedes Mal vor wie eine Hand, die sich aus einem Gummihandschuh pellt. Er hat breite Schultern, ist kräftig gebaut und hat mächtige Oberarme, was allerdings nicht das Ergebnis vieler Stunden im Fitnesscenter ist. Seine Statur ist vielmehr das Erbe einer Bauernfamilie, die sich über unzählige Generationen hinweg auf den Feldern von Ostjütland abgerackert hat, wo auch er aufgewachsen ist. Und während diese Körperfülle durchaus von Vorteil war, als er damals in seiner Anfangszeit als junger Polizeianwärter diversen Kleinkriminellen auf der Straße einen Schrecken einjagen wollte, und auch heute noch manchmal von Vorteil sein kann, wenn er sich als Leiter ständig wechselnder Ermittlungsgruppen in der Abteilung für Personen gefährdende Kriminalität gegenüber seinen Kollegen durchsetzen muss, so ist sie ein mindestens ebenso großes Hindernis, wenn er in ein Auto hinein- oder wieder hinauswill.

Mit dem üblichen Mangel an Eleganz tritt er zum Abschluss dieses Manövers mit dem linken Fuß in eine tiefe Pfütze. Augenblicklich dringt Wasser durch ein Loch in der Schuhsohle, und seine Socke nimmt es auf wie ein Baby mit außer Kontrolle geratenem Saugreflex.

Er registriert es nicht, weil er im selben Moment auf Adam Zahle aufmerksam wird, der ihn mit ausholenden Armbewegungen zu sich winkt.

"Solltest du nicht ein bisschen mehr anhaben?", begrüßt ihn der junge Ermittler.

Thomas sieht an sich hinunter: "Ist nicht notwendig. Ich habe noch eine Daunenjacke unter der Haut."

Diesen Daunenjackenkommentar bringt Thomas beileibe nicht zum ersten Mal, aber Zahle ist trotzdem so höflich, ein kurzes, trockenes Lachen auszustoßen, bevor er fortfährt: "Hast du die Ehre, mit diesem Fall betraut zu sein, oder hältst du nur die Stellung, bis der Chef der Mordkommission da ist?"

"Dies ist mein Fall. Er verfolgt die Sache gewissermaßen von der Seitenlinie aus. Oder wahrscheinlich eher vom Bett aus, wenn man bedenkt, wie spät es ist. Er kommt morgen früh und räumt hier auf."

"Das ist wirklich eine ganz schöne Sauerei da oben", sagt der blasse junge Mann. Das feuchte, dunkle Haar klebt ihm in großen Locken auf der Stirn. Er presst die Lippen zusammen, scheint nach geeigneteren Worten zu suchen, wiederholt aber schließlich nur noch einmal: "Ist wirklich eine Sauerei da oben."

Er deutet auf das mehrstöckige Haus, und gemeinsam gehen sie auf die offene Tür zu. Thomas begrüßt ein paar Kollegen mit einem Kopfnicken.

"Bist du der Einzige aus dem City-Revier?", fragt Thomas seinen jungen Kollegen, als sie im Treppenhaus sind. Er selbst hat sein Büro im Polizeipräsidium von Kopenhagen, während Zahle im Polizeirevier Vesterbro, dem City-Revier, arbeitet. Bei Morden oder anderen Gewaltverbrechen werden in der Regel ein paar Beamte von der nächstliegenden Wache zum Tatort geschickt, die sich um die Situation kümmern, bis der Chef der Mordkommission oder einer seiner engsten Mitarbeiter da ist. Dann

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