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Blinde Liebe Krimi-Klassiker von Collins, Wilkie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.07.2015
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
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Blinde Liebe

Dieses eBook: 'Blinde Liebe' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Wilkie Collins (1824-1889) war ein britischer Schriftsteller und Verfasser der ersten Mystery Thriller. Er sollte zu einem der populärsten Autoren seiner Zeit werden. Seine bekanntesten Werke sind Die Frau in Weiß und Der Monddiamant. Beide Romane würde man heute als Mystery Thriller oder im Fall von The Moonstone als Detective Novel bezeichnen, und man kann Wilkie Collins mit einigem Recht als einen der Begründer dieser Genres sehen. Das Spätwerk The Haunted Hotel stellt einen sich von der Masse durch seinen psychologischen Gehalt und die möglicherweise erste Darstellung von Hirntod in der englischsprachigen Literatur abhebenden Beitrag zur viktorianischen Novel of Sensation dar. Mit seinem Roman Gesetz und Frau schrieb er den ersten Kriminalroman der Literaturgeschichte mit einem weiblichen Detektiv. Aus dem Buch: 'Draußen stieg der Sturm immer höher und höher; die beiden Frauen hörten ihn heulen und von entlaubten Bäumen die dürren Aeste herunterreißen und zerknicken; sie hörten das Donnern und Brüllen der Meereswogen, welche die Flut über die gelben Sanddünen trieb.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 125
    Erscheinungsdatum: 13.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026841579
    Verlag: e-artnow
    Größe: 993 kBytes
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Blinde Liebe

Achtes Kapitel.

Inhaltsverzeichnis

Am Nachmittag desselben Tages langte Iris in der Ortschaft an, welche in der nächsten Nachbarschaft von Arthur Mountjoys Pachtgut gelegen war.

Die allgemeine Erregung, mit anderen Worten der Haß gegen England, der wie eine ansteckende Krankheit die Gemüter der Irländer ergriffen hatte, war sogar bis zu diesem weltentlegenen Orte gedrungen. Auf den Stufen, die in seine kleine Kapelle führten, stand der Priester, der, selbst ein Bauer, zu seinen Brüdern in lautem, lebhaftem Ton sprach. Ein Irländer, der seinem Gutsherrn den Zins zahlte, war ein Verräter an seinem Vaterland; derjenige aber, der sein freies, angeborenes Recht auf das Land behauptete, war ein erleuchteter Patriot. Das war das neue Gesetz, welches der ehrwürdige Herr seiner aufmerksamen Zuhörerschaft vorpredigte. Wenn seine Brüder gern von ihm wissen möchten, wie sie dieses Gesetz in Anwendung bringen sollten, so wolle er auf den treulosen Irländer Arthur Mountjoy hinweisen und ihnen sagen: "Kauft nichts von ihm, und verkauft nichts an ihn; geht ihm aus dem Weg, wenn er sich euch nähert; hungert ihn auf seinem Gut aus. Ich könnte noch mehr sagen. Freunde - ihr wißt schon, was ich meine!"

Den letzten Teil dieser rednerischen Leistung mit anhören zu müssen, ohne ein Wort des Widerspruchs dagegen äußern zu dürfen, war eine harte Prüfung ihrer Selbstüberwindung und Geduld, die Iris erzittern ließ. Erst in zweiter Linie machte sich bei ihr als eine durch die Ansprache des Priesters hervorgerufene Wirkung geltend, daß sich in ihrem Geist die Ueberzeugung von der Arthur drohenden Gefahr mit zehnfach verstärkter Zähigkeit festwurzelte. Nach dem, was sie soeben gehört hatte, konnte die geringste Verzögerung der Bewahrung seiner Sicherheit das beklagenswerteste Ergebnis zur Folge haben. Sie setzte einen barfüßigen Knaben, der außerhalb der den Priester umdrängenden Menge stand, durch das Geschenk eines Sechspencestückes in nicht geringes Erstaunen und erkundigte sich nach dem zur Besitzung Arthurs führenden Weg. Der kleine Irländer lief rasch vor ihr her, ernstlich bemüht, der freigebigen jungen Dame zu beweisen, wie brauchbar er schon sein konnte. In weniger denn einer halben Stunde stand Iris mit ihrem Kammermädchen vor der Thür des Gutshauses. Nichts von derartigen nützlichen Erfindungen der Zivilisation wie eine Glocke oder ein Klopfer war zu entdecken. Der Junge nahm statt dessen seine Fäuste und lief eilends davon, als er an der innern Seite den Schlüssel im Thürschloß sich drehen hörte. Er fürchtete, gesehen zu werden, wenn er mit einem Bewohner der "verfehmten Farm" spräche.

Eine einfach gekleidete alte Frau erschien und fragte argwöhnisch, was die Damen wünschten. Der Accent, mit dem sie sprach, war der unverfälscht englische. Als Iris nach Mr. Arthur Mountjoy fragte, lautete die Antwort: "Nicht zu Hause." Darauf versuchte die Haushälterin, die Thür wieder zu schließen.


"Warten Sie einen Augenblick," sagte Iris; "die Jahre haben Sie zwar verändert, aber in Ihrem Gesicht liegt etwas, was mir nicht ganz fremd ist. Sind Sie Mrs. Lewson?"

Die Alte erwiderte, dies sei ihr Name.

"Aber wie kommt es, daß Sie mir ganz unbekannt sind?" fragte sie mißtrauisch.

"Wenn Sie lange in Mr. Mountjoys Diensten gewesen sind," antwortete Iris, "so werden Sie ihn vielleicht von Miß Henley haben sprechen hören?"

Das Gesicht der alten Frau erstrahlte sofort in freudigem Glanz; sie riß mit einem frohen Ausruf des Wiedererkennens die Thüre weit auf.

"Treten Sie ein. Miß, treten Sie ein! Wer hätte gedacht, Sie an diesem schrecklichen Ort zu sehen! Ja, ich war die Kinderfrau, unter deren Obhut Sie alle drei - Sie, Miß, Mr. Arthur und Mr. Hugh - zusammen gespielt haben!"

Ihre Augen ruhten mit Wohlgefallen auf ihrem Liebling vergangener Tage. Ihre feinfühlige Sympathie deutete Iris diesen Blick. Liebevoll bot sie der al

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