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Blut und Scherben Der zweite Fall für Quint und Leidtner von Börgdahl, Ole R. (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
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Blut und Scherben

Der Münsterländer machte Platz und hechelte mit Blick auf die durchwühlte Grube, aus der ein süßlicher Geruch aufstieg. Es kam vor, dass Dachse ihre Beute tief vergruben und nicht mehr zu ihrem Aas zurückkehrten. Das, worauf der Förster jetzt blickte, war nicht die Beute eines Dachses. Der Verwesungsgeruch wurde schnell unerträglich, nur dem Hund schien es nichts auszumachen. Für die Kommissare Marek Quint und Thomas Leidtner ist es ein neuer Fall, der für beide einen ungewöhnlichen Verlauf nimmt. Während Marek zum Erkennungsdienst des LKA Berlin versetzt wurde und die Spurensicherung am Leichenfundort leitet, wird Thomas als Mordermittler von seinem neuen Chef aus den Er-mittlungen herausgedrängt. Thomas wagt daraufhin einen Allein-gang und wird dabei von Marek und der Gerichtsmedizinerin Kers-tin Sander unterstützt. Ole Roelof Börgdahl wurde am 23.05.1971 in Skellefteå, Schweden, geboren. Er wuchs in Skellefteå, Malmö und Lübeck auf. Das Lesen ist für Ole R. Börgdahl ein wichtiges Element des Schreibens. 'Ich habe keine Lieblingsbücher, ich kann aber Bücher nennen, die mich beeindruckt haben. Hierzu gehört der Zyklus Rougon-Macquart von Émile Zola und Suite Francaise von Irène Némirovsky. Bei Zola gefällt mir die reiche Sprache, bei Suite Francaise hat mich das Schicksal von Irène Némirovsky bewegt.'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 497
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783742738660
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 786 kBytes
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Blut und Scherben

1 Mittwoch - 29. Juli 2015

Das Klackern der Farbdose hallte zwischen den Baumstämmen wieder. Der Förster hielt inne und überprüfte noch einmal seine Baumansprechung. Dann setzte er einen fast perfekten gelben Kreis auf die hellbraune Rinde der Fichte. Er sah sich um und nahm gleich den nächsten Baum ins Visier. Der Wald stand in diesem Gebiet besonders dicht. Es waren die Versäumnisse der vergangenen zwanzig Jahre, so dass vornehmlich junge Bäume markiert werden mussten, um Licht zu schaffen, um die Zukunft des Waldes zu sichern. Der Forstertrag konnte dabei in keinem Fall üppig ausfallen. Die Holzfäller mussten zudem vorsichtig arbeiten, einen gezielten Einschlag verrichten und würden für die knapp zweihundert Bäume, die der Förster in den letzten Tagen markiert hatte, gut zwei Wochen benötigen.

Der Förster hatte auch die Schichtplätze bereits markiert. Er arbeitete sich aus dem Dickicht, legte zwei Finger in den Mund und gab einen kurzen Pfiff ab. Der junge Münsterländer hatte sich in den letzten zwei Stunden diszipliniert in der Nähe seines Herrn aufgehalten, doch jetzt brach das Leben im Wald durch. Im Revier gab es mehrere Wildschweinrotten. Das Rotwild trat am späten Nachmittag auf die Lichtungen. Der Hund musste einer Fährte erlegen oder einem Geräusch gefolgt sein. Der Förster gab einen zweiten Pfiff ab. Im dichten Wald war nichts auszumachen. Beim dritten Pfiff meldete sich das Tier endlich. Zunächst ein fernes Bellen, das untypisch für den Hund war. Der Förster sah sich um, konnte keine Richtung ausmachen.

Einen guten Kilometer entfernt stand sein Dienstwagen. Auf dem Weg dorthin würde sich der Münsterländer wieder einfinden. Die grasbewachsene Forsttrasse schlängelte sich durch den Wald. Der Pfad war für motorisierte Fahrzeuge zu eng. Seit einigen Jahren wurden ohnehin wieder Lastpferde eingesetzt, um den Holzschlag zu bergen. An diesem Abend war der Boden an einigen Stellen noch weich. In der Nacht und am Morgen waren Gewitter über die Region gezogen. Der Förster musste sich daher auf den Weg konzentrieren, schritt vorsichtig über einige schlammige Bereiche hinweg. Plötzlich stand der Hund vor ihm, senkte den Kopf und legte etwas zu Boden. Es sah nach einem Stück Aas aus, ein kleiner dunkler Knochen, an dem sich Fleischreste erahnen ließen. Es konnte die Beute eines Fuchses sein oder sogar eines Wolfes. Der Wolf war nach Brandenburg zurückgekehrt, aber im Revier bislang noch nicht gesichtet worden.

Der Hund wandte sich abrupt um und wollte zurück in den Wald springen. Mit einem scharfen Pfiff hielt ihn der Förster zurück. Er zog die Leine aus der Jackentasche, beugte sich nach unten und ließ den Karabinerhaken im Halsband des Münsterländers einrasten. Das Tier zog sofort daran. Der Förster gab ein wenig nach, aber nur um sich das Aas näher anzusehen, das der Hund aufgebracht hatte. Er beugte sich tief nach unten, wollte den Knochen aufnehmen, zögerte aber in der Bewegung. Es dauerte ein paar Sekunden, bis der Förster wusste, was dort vor ihm auf dem Boden lag. Der Hund zerrte wieder an der Leine, zog seinen Herrn mit, der jetzt bereitwillig folgte.

Es ging ins Unterholz, durch ein kurzes Stück Wald und auf eine schmale Lichtung. Hier war die Erde durchwühlt. Der geübte Blick des Försters sah sofort die Suhlstelle einer Rotte. Die Klauenspuren der Tiere, die Abdrücke ihrer Körper und verstreute Kothaufen. Der Münsterländer wollte den direkten Weg gehen, der Förster zwang ihn aber, die Lichtung zu umrunden. Das Ziel war sofort ausgemacht. Eine Vertiefung etwas abseits der großen Suhle. Hier hatten die Tiere ebenfalls gewühlt und ein Stück Stoff ausgerissen und nach oben befördert. Der Förster nahm die Leine kürzer. Der Münsterländer machte Platz und hechelte mit Blick auf die durchwühlte Grube, aus der ein süßlicher Geruch aufstieg. Es kam vor, dass Dachse ihre Beute tief vergruben und nicht mehr zu ihrem Aas zurückkehrten. Das, wor

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