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Blut Kay Scarpettas 19. Fall von Cornwell, Patricia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.10.2012
  • Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
eBook (ePUB)
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Blut

'Sherlock Holmes heißt heute Kay Scarpetta.' 'Die Zeit' Eine rätselhafte Mordserie versetzt die Frauen im Hochsicherheitstrakt von Savannah in Angst und Schrecken. Dr. Kay Scarpetta besucht das Gefängnis, wo jemandem die Todesstrafe offenbar nicht grausam genug ist. Und die Täterin hat es noch auf weit mehr Opfer abgesehen ... Patricia Cornwell, 1956 in Miami, Florida, geboren, arbeitete als Polizeireporterin und in der Rechtsmedizin, bevor sie vor mehr als zwanzig Jahren mit ihren bahnbrechenden Thrillern um die Gerichtsmedizinerin Dr. Kay Scarpetta begann. Ihre Bücher wurden mit allen renommierten Preisen ausgezeichnet und sind weltweit Bestseller.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 04.10.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455810547
    Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
    Serie: Kay Scarpetta Bd.19
    Originaltitel: Red Mist
    Größe: 969 kBytes
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Blut

1

Eiserne Gleise, rostbraun wie getrocknetes Blut, durchschneiden eine rissige Teerstraße, die tiefer ins Land hineinführt. Als ich sie überquere, schießt mir durch den Kopf, dass die Justizvollzugsanstalt für Frauen auf der falschen Seite dieser Gleise liegt, so wie die schlechteren Wohnviertel einer Stadt. Vielleicht sollte ich das als Warnung deuten und umkehren. Es ist Donnerstag, der 30 . Juni, kurz vor vier Uhr nachmittags, also noch genug Zeit, den letzten Flieger nach Boston zu erwischen. Allerdings weiß ich, dass ich jetzt nicht kneifen darf.

An diesem Teil der Küste ist Georgias Landschaft recht abwechslungsreich. Düstere, mit Greisenbart überwucherte Wälder und von gewundenen Bächen durchzogene Sümpfe werden von lichtdurchfluteten Wiesen abgelöst. Schneeweiße Silberreiher und Blaureiher fliegen tief und die Füße nachziehend über dem brackigen Wasser. Dann wird der Wald zu beiden Seiten der Teerstraße, auf der ich mich befinde, wieder dichter. Gekräuselte Kudzu-Ranken wachsen im Unterholz und hüllen die Baumkronen mit ihren schuppigen grünen Blättern ein. Riesige Zypressen mit dicken, knorrigen Knien erheben sich aus den Sümpfen, wie prähistorische Geschöpfe auf der Jagd nach Beute. Ich habe zwar bis jetzt weder einen Alligator noch eine Schlange gesehen, bin aber sicher, dass sie dort draußen lauern und das große, weiße Ungetüm, in dem ich mich dröhnend und rumpelnd fortbewege, mit Blicken verfolgen.

Es ist mir rätselhaft, wie ich an diese Schrottlaube geraten konnte, die die Spur nicht richtig hält und nach einer Mischung von Fastfood und Zigaretten, abgerundet von einem Hauch verfaultem Fisch, stinkt. Jedenfalls ist es nicht das Auto, das ich Bryce, meinen Verwaltungschef, zu reservieren gebeten hatte. Sein Auftrag bestand darin, eine verkehrssichere, zuverlässige, mittelgroße Limousine zu mieten, vorzugsweise einen Volvo oder einen Toyota Camry mit vier Airbags und Navigationssystem. Als ich vor dem Terminal von einem jungen Mann in einem weißen Transporter ohne Klimaanlage erwartet wurde, in dem es nicht einmal eine Straßenkarte gibt, habe ich ihm mitgeteilt, dass da wohl ein Fehler passiert sein müsse. Offenbar habe man mir versehentlich ein Auto gebracht, das für jemand anderen bestimmt sei. Doch er wies mich darauf hin, dass mein Name, Kate Scarpetta, auf dem Vertrag stünde. Ich widersprach, ich hieße erstens Kay und fände es zweitens bedeutungslos, auf welchen Namen der Vertrag laute. Ich hätte jedenfalls keinen Transporter bestellt. Die Autovermietung Lowcountry Concierge Service bedaure sehr, meinte der junge Mann, der ziemlich braungebrannt war und ein ärmelloses T-Shirt, Shorts mit Tarnmuster und wasserfeste Schuhe trug. Er habe auch keine Erklärung dafür. Offenbar ein Problem mit dem Computer. Natürlich werde er mir gern ein anderes Auto besorgen, doch das würde im besten Fall bis zum Abend dauern, vielleicht sogar bis morgen.

Schwülwarme Luft weht zum Fenster herein, und der faulige, schwefelartige Geruch von verrottenden Pflanzen, Salzmarschen und Morast steigt mir in die Nase. Der Transporter ruckelt um eine sonnenbeschienene Kurve, wo sich einige Truthahngeier gerade über einen Kadaver hermachen. Die riesigen, hässlichen Vögel mit ihren zottigen Flügeln und den nackten Hälsen flattern schwerfällig davon, während ich den starren Körper eines Waschbären umrunde. Die feuchte Luft trägt einen scharfen Verwesungsgeruch heran, den ich nur zu gut kenne. Ob Mensch oder Tier, spielt keine Rolle. Ich erkenne den Tod schon aus der Entfernung, und wenn ich aussteigen und mir den Kadaver aus der Nähe anschauen würde, könnte ich

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