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Blutige Zeilen Kriminalroman von Hedström, Ingrid (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2019
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Blutige Zeilen

Astrid Sammils Leben gerät immer mehr aus den Fugen. Als Diplomatin hat sie mit Staatsbesuchen und dem anstehenden Thronjubiläum alle Hände voll zu tun. Und auch privat bleibt ihr keine Ruhe: Seit einiger Zeit bekommt sie immer wieder Hass-E-Mails und muss sich mit Anfeindungen und Drohungen im Internet auseinandersetzen. Als dann auch noch eine Freundin spurlos verschwindet, gerät Astrid immer tiefer in gefährliche Verstrickungen aus Neid, Macht und Hass. Dann wird auf ihrem Grundstück in Dalarna eine Leiche gefunden, und nichts ist mehr, wie es war ... Ingrid Hedström hat jahrelang als Auslandskorrespondentin für die schwedische Tageszeitung Dagens Nyheter gearbeitet, aber auch als ausgebildete Psychologin. Sie hat bereits sechs erfolgreiche Spannungsromane geschrieben, für die sie mehrere Preise erhielt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Erscheinungsdatum: 01.02.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492966948
    Verlag: Piper
    Serie: Astrid Sammils .2
    Originaltitel: Måltavla
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Blutige Zeilen

KAPITEL 1

London, England & Dalarna, Schweden

Silvester 2012/13

Astrid Sammils trat an die Glaswand und blickte auf London hinab. Tief dort unten glitzerte der Verkehr auf der Kensington High Street, ein Strom von weißen und roten Lichtern, hektisch, aber lautlos von ihrem Aussichtspunkt zehn Stockwerke darüber betrachtet. Sie hob den Blick und ließ ihn über die erleuchtete Weltstadt schweifen, die erwartungsvoll vibrierte, bereit, in Jubel und Feuerwerk zu explodieren, sowie die Uhr Mitternacht schlug.

In der dicken Glasscheibe erkannte sie ihr eigenes Spiegelbild, es zeigte eine hochgewachsene, kräftige dunkelhaarige Frau mit markanten Zügen in schmaler Hose und einer Abendjacke. Sie hatte sie von einem uralten Schneider in Warschau maßschneidern lassen, und obwohl sie perfekt saß, verzog Astrid das Gesicht. Ich wirke wie eine Karikatur, dachte sie, nicht sonderlich überzeugend.

Die Türklingel ertönte in einem gedämpften Dreiklang, wie eine Vorankündigung der Neujahrsglocken. Astrid öffnete, und draußen stand eine Frau mit einer Weinflasche und einem gehetzten Ausdruck in den Augen. Sie war klein und zierlich, hatte dunkle Haare und trug einen eleganten schwarzen Mantel und hochhackige Schuhe.

"Entschuldige, Astrid", sagte Amanda Forssell. "Ich weiß, dass ich eine Stunde zu früh dran bin - mindestens -, doch ich habe es einfach nicht mehr ausgehalten, im Hotel zu sitzen und ..."

"Kein Problem, du darfst gerne schon reinkommen", erwiderte Astrid und umarmte ihre Freundin flüchtig. "Aber wo hast du Peter gelassen?"

"Das ist es ja gerade" sagte Amanda und warf Astrid über die Schulter einen Blick zu, während sie ihren Mantel an der Garderobe aufhängte. "Er musste zu einem Termin mit der Geschäftsleitung des Unternehmens, das seine Firma übernehmen will, und hätte schon längst wieder da sein sollen. Er geht nicht ans Handy, und ich weiß nicht, wo er steckt, ich kann's mir einfach nicht erklären!"

Ihre Stimme wurde zunehmend lauter und schriller. Als sie Astrid die Weinflasche reichte, merkte diese, dass Amandas Hände schweißnass waren und ihre Finger zitterten.

"Er ist dort bestimmt nur in eine Silvesterparty geraten", erwiderte Astrid beruhigend und schlang einen Arm um Amandas Schultern. "Oder er hat kein Taxi mehr erwischt, es ist schließlich Silvester, oder ist mit der U-Bahn irgendwo hängen geblieben. Komm rein, trink erst mal was und sag Stefan und den anderen Hallo."

Astrid war erstaunt. Dieses Verhalten sah Amanda so gar nicht ähnlich. Solange Astrid sie kannte, war sie eine unbezwingbare und vor Energie sprudelnde Optimistin, ein Dynamo, der sämtliche Hindernisse, die ihr in die Quere kamen, beseitigte. Die Amanda, die jetzt so aufgewühlt vor ihr stand, war nicht die Frau, die sie kannte.

Sie gingen ins Wohnzimmer. Zwei Frauen saßen auf dem großen schwarzen Ecksofa, von ihrem Gastgeber Stefan Hallgrimsson aber war nichts zu sehen. Geräusche aus dem Arbeitszimmer verrieten, dass er immer noch vollauf darin vertieft war, mit seinem dreizehnjährigen Neffen Online-Games zu spielen.

Stefan Hallgrimsson war seit nunmehr zwei Jahren der Mann in Astrids Leben. Sie wusste, dass viele ihrer Bekannten sich darüber wunderten, vor allem diejenigen, die noch ihren Exmann, den Lyriker und Übersetzer Gabriel Wrede, kannten. Der Gegensatz zwischen Stefan und Gabriel hätte kaum größer sein können: Stefan war der Sohn eines Trawlerkapitäns aus Nordisland und ein vermögender Geschäftsmann. Er war im Dunstkreis eines isländischen Bankimperiums tätig gewesen, das 2008 einen sagenhaften Börsencrash hingelegt hatte. Aber Astrid hatte schon bei ihrer ersten Begegnung widerstrebend seine Anziehungskraft verspürt und nach näherer Bekanntschaft mit ihm festgestellt, dass die zynische und ironische Fassade, die er nach außen hin zeigte, etwas anderes verbarg, als sein Äußeres zunächst vermuten ließ, wenn es auch nicht unbedingt e

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