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Blutroter Sonntag von French, Nicci (eBook)

  • Erschienen: 30.10.2017
  • Verlag: C. Bertelsmann
eBook (ePUB)
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Blutroter Sonntag

In dem gemütlichen Heim von Psychoanalytikerin Frieda Klein wird die Leiche eines Privatdetektivs gefunden ... War Friedas Erzfeind und obskurer Beschützer Dean Reeve der Mörder? Dann überschlagen sich die Ereignisse: Jemand trachtet Frieda nach dem Leben, doch zuvor versucht er sie einzuschüchtern. Ihre Nichte Chloe, Freund Jack, der schwer krebskranke Reuben und Josefs kleiner Sohn - sie alle werden Opfer von Anschlägen. Die Polizei tappt im Dunkeln, aber Frieda ist bald klar, dass die Verbrechen nicht Reeves Handschrift tragen. Doch wer ist der Unbekannte, der ihm nacheifert?
Ein atemloser Thriller, in dem Frieda sich von ihrer verwundbaren Seite zeigt - denn es sind alle bedroht, die sie liebt ...

Hinter dem Namen Nicci French verbirgt sich das Ehepaar Nicci Gerrard und Sean French. Seit langem sorgen sie mit ihren höchst erfolgreichen Psychothrillern international für Furore. Sie leben Süden Englands.

Produktinformationen

    Reihe (Teil): Frieda Klein Bd.7
    Herausgeber: C. Bertelsmann
    Untertitel: Thriller Bd. 7
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 448
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783641199203
    Erschienen: 30.10.2017
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Blutroter Sonntag

1

A uf einmal war die Wohnung von Geräuschen erfüllt. Das Telefon läutete, verstummte, läutete erneut. Auf dem Tisch vibrierte das Handy. Die Türklingel ging - einmal, zweimal -, und gleichzeitig klopfte jemand heftig. Detective Chief Inspector Karlsson hievte sich aus seinem Sessel auf die Krücken, humpelte zur Tür und öffnete sie.

Eine sehr kleine und dünne Frau starrte ihm stirnrunzelnd entgegen. Ihr rotblondes Haar war im Nacken fast stoppelkurz, der schräg geschnittene Pony aber auf einer Seite so lang, dass er ein Auge verdeckte. Sie hatte ein schmales, blasses, leicht asymmetrisch wirkendes Gesicht mit farblosen Brauen und zimtbraunen Augen. Bekleidet war sie mit einem schwarzen Anorak, einem weiten grauen Pulli, einer dunklen Hose und orangeroten Turnschuhen. Hinter ihr regnete es in Strömen. Sowohl ihr Gesicht als auch ihr Haar waren vom Regen ganz nass. Über ihr knarrten die Äste einer Platane.

"Ich bin Chief Inspector Petra Burge."

Karlsson fand, dass sie dafür zu jung aussah. Dann aber entdeckte er die Fältchen rund um ihre Augen. Außerdem hatte sie an der linken Kopfseite eine Narbe, die sich vom Ohr bis zum Hals hinunterzog.

"Ich habe schon von Ihnen gehört."

Burge wirkte weder überrascht noch geschmeichelt.

"Ich muss Sie bitten, mich zu einem Tatort zu begleiten."

Karlsson deutete auf seine Krücken.

"Ich bin krankgeschrieben."

"Auf Weisung des Polizeipräsidenten."

"Crawford schickt Sie?"

"Ich soll Ihnen sagen, dass es in den Saffron Mews eine Leiche gibt."

"In den Saffron Mews?"

Plötzlich fühlte er sich, als hätte ihm jemand einen Magenschwinger verpasst. Er streckte eine Hand aus, um sich abzustützen. "Was ist passiert?"

"Wir fahren da jetzt hin. Ich habe einen Wagen."

Burge wandte sich zum Gehen, doch Karlsson hielt sie am Ärmel fest.

"Ist sie tot?"

Sie schüttelte den Kopf.

"Es handelt sich um einen Mann."

Einen Mann, dachte Karlsson. Was für einen Mann? Er hatte das Gefühl, sich selbst zu beobachten. Er hörte sich sagen, er komme gleich, während er sich benommen nach seinem Mantel umwandte, mit einem raschen Griff sicherstellte, dass sein Dienstausweis in der Tasche steckte, sich dann die Krücken unter die Achseln schob und die Tür zuzog. In dem Moment roch er die Kartoffel im Ofen. Sie würde zu Ruß verkokeln. Und wenn schon.

Er ließ sich auf den Rücksitz sinken und zog die Krücken nach. Erst dann merkte er, dass neben ihm jemand im Wagen saß.

"Es tut mir so leid!"

In der Dunkelheit brauchte er ein paar Augenblicke, um Detective Constable Yvette Long auszumachen. Sie lehnte sich zu ihm herüber, als wollte sie nach seinen Händen greifen. Ihr sonst streng nach hinten gebundenes Haar fiel ihr offen über die Schultern. Sie trug einen unförmigen Pullover und eine alte Jeans.

Ihre Stimme klang nach unterdrücktem Schluchzen. Mit einer Handbewegung brachte er sie zum Schweigen. Sein Bein schmerzte, und seine Augen brannten. Er saß ganz still und aufrecht, während er auf den Verkehr starrte, der ihnen aus der regennassen Dunkelheit entgegenkam.

"Immerhin lebt sie", sagte er schließlich.

Burge stieg auf der Beifahrerseite ein. Neben ihr blickte ein Fahrer starr geradeaus. Von hinten sah Karlsson nur sein geschorenes Haar, seinen ordentlich getrimmten Bart. Burge wandte sich den beiden Fahrgästen auf dem Rücksitz zu.

"Fahren wir nicht gleich los?", fragte Karlsson.

"Noch nicht. Was soll das alles?"

"Ich weiß nicht, was Sie meinen."

"Polizeipräsident Crawford ruft mich zu Hause an. Der Polizeipräsident. Ich bin ihm nie begegnet, kenne ihn nicht mal vom Sehen. Trotzdem ruft er bei mir zu Hause an und fordert mich auf, alles liegen und stehen zu lassen, um an einen Tatort zu eilen und die Ermittlungen in einem Fall zu leiten, von dem ich noch gar nichts gehört habe. Und nicht nur das. Unter

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