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Braune Orchideen Roman von Schnabel, Andreas (eBook)

  • Verlag: dotbooks
eBook (ePUB)
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Online verfügbar

Braune Orchideen

Die Vergangenheit holt uns ein! 'Braune Orchideen' von Andreas Schnabel jetzt als eBook bei dotbooks. Sie sieht so friedlich aus, die kleine Gemeinde irgendwo im bergigen Süddeutschland, dennoch birgt sie ein furchtbares Geheimnis. Woher kommt der Hass der Alten, der so groß ist, dass sie sich gegenseitig bestialisch umbringen? Hetzt sie die Gier aufeinander? Ist es vielleicht Angst oder werden sie gar fremdgesteuert? Die Toten sind nicht arm gestorben. Im Gegenteil. Sie hinterlassen jeweils viel Geld. Viel zu viel, als dass die Erben eine Erklärung verlangen dürfen, ohne sich dabei in Lebensgefahr zu begeben. Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Braune Orchideen' von Andreas Schnabel. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag. Andreas Schnabel wurde 1953 und in Hamburg geboren und wuchs in Westberlin auf. Beim damals noch jungen Sender RTL war er als Redakteur und Produzent für die Sportredaktion im Bereich Tennis und Formel 1 tätig, um anschließend die Redaktion für Sonderprojekte zu leiten. Danach arbeitete er selbstständig als TV-Produzent und Event-Regisseur, bis er aus gesundheitlichen Problemen Abstand vom Fernsehgeschäft nehmen musste. Er folgte nun seinem Herzenswunsch und schrieb Theaterstücke, Drehbücher, Kurzgeschichten, Gedichte und Kriminalromane. Andreas Schnabel wohnt heute in Pulheim bei Köln. Bei dotbooks erschien bereits Andreas Schnabels Roman 'Braune Orchideen'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 536
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958243521
    Verlag: dotbooks
    Größe: 1075 kBytes
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Braune Orchideen

1

Margot Jänicke verbrachte auch diesen, wie eigentlich all ihre Abende, in der Küche. Dort saß sie an ihrem Küchentisch, machte meist Handarbeiten und genoss die Stille. An diesem Tag häkelte sie am Saum einer Strickdecke, die sie schon seit Monaten ihrer Tochter Steffi versprochen hatte.

Die Küche war seit Jahrzehnten ihr Reich und in den letzten Jahren auch ein Zufluchtsort vor der infernalischen Lautstärke des Fernsehers ihres Mannes, der ihr einen längeren Aufenthalt im Wohnzimmer unmöglich machte. Nicht dass Pastor Jänicke für sein Alter übermäßig schwerhörig gewesen wäre. Er liebte es einfach laut. Vielleicht seine Art der Rache an seiner so stillen, dennoch in ihrem Tun und Handeln so unbeirrbaren Ehefrau. "Auf einen groben Klotz gehört eben ein grober Keil", sagte sie immer und meinte mit grobem Klotz den unglaublichen Starrsinn ihres streng calvinistisch ausgerichteten Ehemannes. Es heißt ja, dass strenge Menschen im Alter weich und gütig werden, in Pastor Jänickes Fall bestätigte die Ausnahme wieder einmal die Regel.

Es klopfte an der Fensterscheibe der Küche. Vor lauter Schreck ließ sie eine Masche fallen. Das war ihr schon seit Jahren nicht mehr passiert. Ängstlich erhob sie sich und machte ein paar vorsichtige Schritte auf das Fenster zu. Erleichtert erkannte sie das Gesicht ihrer Hausärztin und öffnete einen Fensterflügel. "Hallo, Else, was machst du denn noch so spät bei uns? Wolltest du nach Karl sehen?"

"Komm doch mal kurz vor die Tür. Ich habe etwas mit dir zu besprechen."

Margot Jänicke sah irritiert zur Uhr. "Jetzt noch, um halb 10 in der Nacht?"

"Kennst du eine bessere Zeit, damit Karl nicht irgendwo lauscht? Du weißt doch selbst, wie misstrauisch er ist."

Ihr lief es heiß und kalt den Rücken hinunter. Sollte ihr Mann etwa der Nächste sein, jetzt, wo sie es so kategorisch abgelehnt hatte, selbst die Kapsel zu nehmen? Sie schloss das Fenster und griff sich eine leichte Wolljacke, denn um diese Zeit war es ihr selbst im Sommer immer ein wenig kühl. Trotzdem sie ihre Hausärztin schon seit einem halben Jahrhundert kannte, erfüllte sie dieser ungewöhnliche Besuch mit Unbehagen. Mit fahrigen Bewegungen schloss sie ihre Wohnungstür auf und trat ins Freie. "Was gibt es denn so Wichtiges, dass du um diese Zeit noch vorbeikommst?"

"Ich muss dir hinten im Garten etwas zeigen."

Sie runzelte die Stirn. "Was kann denn bei meinen Blumen so wichtig sein, dass sich eine Ärztin darum kümmern muss?"

"Du wirst es kaum glauben, wenn du es siehst", versuchte die Ärztin sie im Ungewissen zu lassen, um ihr den Überraschungsmoment zu erhalten.

"Geht es um Karl oder willst du mir wieder mein Ende aufschwatzen?" Mit dieser Frage versuchte sie, ihre eigene Aufregung zu überspielen.

"Natürlich geht es um Karl. Ginge es nicht um ihn, dann könnten wir ja in deiner Küche alles miteinander besprechen."

Das leuchtete ihr ein und ihr Puls beruhigte sich sofort wieder. Sie folgte der Ärztin, die mit einer starken Taschenlampe den Weg ausleuchtete, nun argloser. Als sie zwischen den Blumenbeeten angekommen waren, drehte sich Frau Dr. Kleefisch um. "Margot, es geht um Folgendes."

Ein fürchterlicher Schlag mit dem flachen Spaten traf die Pastorenfrau auf ihren Hinterkopf. Durch die Wucht knickten ihre Beine ein und sie landete schmerzhaft auf den Knien. Mit einer Hand konnte sie sich gerade noch so abstützen, dass sie nicht lang auf den Steinweg hinschlug. Ungläubig drehte sie sich um und erkannte den Sohn des Fleischers, der hinter ihr stand und wie gebannt auf sie hinunterschaute.

"Das haben wir gern", hörte sie die Ärztin schimpfen. "Ein Kalb mit bloßen Händen erwürgen können, aber bei so einer alten Schachtel schlappmachen."

Verwundert drehte sie sich wieder zu ihrer Ärztin um. "Was soll das?", fragte sie.

Else Kleefisch kümmert sich nicht um eine Antwort auf ihre Frage. Si

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