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Carlotta steigt ein Carlotta Carlyle ermittelt (1) von Barnes, Linda (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.07.2016
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)

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Carlotta steigt ein

Eines unaufgeräumten Morgens steht eine nette alte Dame namens Margaret Devens vor der Haustür der Privatdetektivin (und Ex-Cop und Hin-und-wieder-Taxifahrerin) Carlotta Carlyle. Bei einer Tasse Kaffee und ein paar Keksen bringt sie schließlich ihr Anliegen vor: Ihr jüngerer Bruder ("Das Nesthäkchen.Völlig verzogen."), Witwer und Taxifahrer ist seit zehn Tagen verschwunden, und sie soll ihn suchen. Er fährt für das Taxiunternehmen Green & White, bei dem Carlotta auch schon gearbeitet hat. Ehe sie sich versieht, blättert die alte Dame (Miss Margaret Devens, Jungfer') aus einer dicken Geldbörse zehn Hunderter als Vorschuß hin. Bis zu dem erwarteten Gewinn aus dem Preisausschreiben (das außerdem ihr Kater T.C. gewonnen hat), kann Carlotta eine Aufstockung des Haushaltsgeldes gut gebrauchen. Zu diesem Zeitpunkt wußte sie noch nicht, mit welcher Bande unverbesserlicher irischer Patrioten sie zu tun bekommen sollte. Und erst die alte Dame ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 213
    Erscheinungsdatum: 25.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955308087
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1322 kBytes
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Carlotta steigt ein

1

Hätte Margaret Devens mir auf Anhieb die Wahrheit gesagt, wäre womöglich alles ganz anders gekommen. Oder, wie meine Mam auf Jiddisch oder Englisch zu sagen pflegte, je nach Situation: "Wenn deine Oma Räder gehabt hätte, wäre sie ein Omnibus gewesen."

Ich habe meine Babbe , meine Großmutter, die Quelle aller jiddischen Sprichworte, die meine Mutter wußte, nicht mehr gekannt, aber wenn ich es mir recht überlege, hätte ich nichts dagegen, sie mir als Ebenbild von Margaret Devens vorzustellen - eigensinnig, smart und gerissen hinter ihrer Nette-alte-Dame-Fassade.

"HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH, Mr. und Mrs. Thomas C. Carlyle", fing der Brief förmlich an. Das Papier war dick und weich, scharf geknifft, die Namen in fetter Schrift, wie üblich bei derlei "persönlichen" Computerbriefen.

Es gab kein solches Ehepaar. Ich las weiter.

Der Staubsauger summte freundlich. Wenn Sie die Stimme Ihres Hoovers nie als besänftigend empfunden haben, dann sicher nur, weil Sie ihn mühsam über einen Hochflorteppich geschoben haben. Bei entsprechendem Abstand und von anderer Hand bewegt - in diesem Fall den farbverschmierten Händen von Roz, meiner Mieterin plus Neue-Welle-Künstlerin plus Gelegenheitsassistentin -, wirkt Staubsaugergebrumm fast wie ein Wiegenlied.

Roz bekommt Mietnachlaß als Gegenleistung für einfache Hausarbeiten. Als Putzfrau ist sie eine wahre Künstlerin. Meine Gewürze im Regal sind nach Farben sortiert, meine Nippsachen alle gekonnt aufgestellt. Bücher und Zeitungen sind ordentlich zu gefälligen schrägen Stapeln aufgebaut.

Meine Böden waren noch nie so dreckig, aber Roz hat keine Zeit für gründliches Reinemachen. Sie färbt ihr Haar alle drei Tage in einer anderen Farbe, und dabei gehen die Stunden eben hin. Ich mag Roz.

Ein Anwaltsbüro in Omaha geruhte mich davon in Kenntnis zu setzen, daß die obengenannten Mr. und Mrs. Carlyle glückliche Gewinner bei seinem GROSSEN PREISAUSSCHREIBEN seien. Nach einer unverbindlichen Tour durch eine "luxuriöse Ferienwohnungsanlage" an irgendeinem Ort, den ich nie Lust hätte, zu besuchen, geschweige denn dort zu leben, dürfte ich - oder vielmehr Mr. und Mrs. Carlyle - den ERSTEN PREIS IM GROSSEN PREISAUSSCHREIBEN entgegennehmen, nämlich eine Reise nach Italien für die ganze Familie inklusive aller Kosten oder 20000 Dollar, nach freier Wahl.

Ich suchte eine kleingedruckte Anmerkung von der Art wie gültig bis gestern oder vorausgesetzt, Sie spenden 30000 Dollar an die Vereinigte Kirche der heiligen Armut . Ich konnte nichts finden. Ich las das Ganze noch einmal. Ich murmelte vor mich hin: Reise nach Italien, alle Kosten inklusive, 20 000 Dollar.

Den Preis einzulösen würde Schwierigkeiten machen.

Ich kenne Mr. T. C. Carlyle verdammt gut. Das T. C. steht für Thomas Cat alias Tom Cat oder Kater. Genau. Ein Prachtexemplar, dieser Mr. Carlyle, aber eindeutig dem Katzengeschlecht zugehörig. Von glänzendem Schwarz, die rechte Vorderpfote so weiß, daß es aussieht, als hätte er sie in Sahne getunkt, hat Thomas Cat eine Veranlagung zur Unabhängigkeit, wie ich es gern nenne, oder auch zum Eingeschnapptsein, was der Wahrheit näher kommt. Er ist keineswegs so ein beflissener Anzug-und-Krawatten-Typ. Ich kann ihn nur mit Mühe dazu bewegen, ein Glöckchen um den Hals zu tragen, eine notwendige Demütigung, die ihn davon abhält, mir tote Sperlinge auf meinen Teppich zu deponieren, und was zudem meinen Sittich vor dem Überschnappen bewahrt.

Ich habe meine Telefonnummer unter Thomas C. eintragen lassen. Ihm ist das recht. Er nimmt gern Anrufe von Bewunderern des verstorbenen Dichters, von Meinungsforschern, überhaupt von jedermann entgegen. Ich wollte meinen Namen nicht im Telefonbuch haben, weil erstens Frauen komische Anrufe kriegen und zweitens Polizisten a. D. komische Anrufe kriegen. Also habe ich Tom verzeichnen lassen, da er das einzige männliche Wesen ist, mit dem ich normalerweise die Wohnung teile. U

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