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Champagnerblut von Buettgen, Guido (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.03.2016
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Champagnerblut

Am Starnberger See wird die Leiche eines polnischen Bauarbeiters gefunden. Der frisch aus Hamburg zugezogene Kriminalrat Madsen stößt auf geheime Veranstaltungen der Oberschicht, bei denen man sich zum Amüsement bis auf den Tod bekämpft. Madsen schleust sich undercover in die Szene ein - und muss leidvoll erfahren, dass er den Sumpf aus Geld, Sex und Gewalt maßlos unterschätzt hat . . . Guido Buettgen, geboren 1967, war in renommierten Werbeagenturen tätig und erhielt zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen. Nach werblicher Pause widmet er sich nun seiner großen Leidenschaft, dem Schreiben und arbeitet außerdem als Boxtrainer. Er lebt mit seiner Familie am Starnberger See.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 17.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863589707
    Verlag: Emons Verlag
    Serie: Oberbayern Krimi .1
    Größe: 3253 kBytes
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Champagnerblut

EINS

Die Spitze des Kajaks durchschnitt die spiegelglatte Wasseroberfläche wie eine Rasierklinge ein Stück Seide.

Der Tag war noch jung.

Die ersten Sonnenstrahlen bahnten sich zaghaft ihren Weg durch die nächtlichen Nebelschwaden, und dem seit Tagen herrschenden Föhn war es zu verdanken, dass sich die Ausläufer der Alpen unmittelbar bis an das südliche Ende des Gewässers zu erstrecken schienen.

Florian Hartmann liebte den Starnberger See mit seinem kristallklaren Wasser und dem facettenreichen Ufer, an dem luxuriöse Millionärsvillen mit eigenen Bootsanlegeplätzen wie an einer Perlenkette aufgereiht lagen, während keine fünfzig Paddelschläge davon entfernt naturbelassene Schilfbestände mit alten, verwitterten Bäumen und undurchdringbarem Dickicht das steinige Ufer säumten.

Es war diese Vielseitigkeit, die den See für ihn so einzigartig machte.

So fand man am Westufer öffentliche Badebereiche, an denen sich an sonnigen Tagen so viele Menschen tummelten, dass die Szenerie an ein Gemälde von Hieronymus Bosch erinnerte, während an den Kiesstränden des Ostufers die Liebhaber ursprünglicher Natur textilfrei die stille Einsamkeit genießen konnten. Es gab Nobelrestaurants mit indirekt beleuchteten Seeterrassen und fest installierten Champagnerkübeln, während andernorts hölzerne Klappstühle auf unebenen Holzstegen dazu einluden, ein kühles Weißbier aus der Flasche zu genießen. Und es gab Plattformen im See, von denen testosterongeschwängerte Jungmillionäre zu rasanten Wasserskifahrten starteten, während sich verliebte Paare in den verwunschenen Winkeln rund um die Roseninsel romantisch ihre Liebe beteuerten, um diesen amourösen Schwur dann auch an Ort und Stelle in die Tat umzusetzen.

Das mit Abstand Schönste am Starnberger See war für Florian Hartmann jedoch das erhabene Gefühl, in den frühen Morgenstunden die kompletten sechsundfünfzig Quadratkilometer Wasseroberfläche für sich alleine zu besitzen.

Weit und breit war kein anderes Boot zu sehen, und selbst die letzten am See verbliebenen Berufsfischer, die diese Uhrzeit für gewöhnlich nutzten, um ihre Netze und Reusen einzuholen und mit Angeln auf Hecht, Waller und Seeforelle zu gehen, schienen ihrem morgendlichen Tagwerk bereits nachgekommen zu sein und das Gewässer gen heimatlichen Hafen verlassen zu haben.

Nach einem erfrischenden Schluck Wasser, den er mit der flachen Hand aus dem See geschöpft hatte, warf Hartmann einen Blick auf die Uhr und erhöhte das Tempo.

Sein Ziel war der beschauliche Segelboothafen in Possenhofen. Dessen Einfahrtsschneise wurde beidseitig von Stegen gesäumt, an denen zahlreiche Boote vertäut lagen, deren unterschiedliche Größen von den ebenso unterschiedlichen Einkommensverhältnissen ihrer Besitzer zeugten.

Über eine ansteigende Holzrampe konnten die Bootseigner ihre Segelyachten per Slipanlage ans Ufer ziehen. Doch auch Hartmann mit seinem kleinen Kajak kamen die hölzernen Planken zugute, denn er pflegte mit Schwung auf die Rampe zuzupaddeln, um über das nasse und glitschige Holz so weit aus dem Wasser zu gleiten, dass er seinen Einsitzer trockenen Fußes verlassen konnte.

Bedingung dafür war allerdings, dass er auf den letzten Metern ausreichend Geschwindigkeit besaß, und so stieß er die Paddel noch einmal mit aller Kraft ins Wasser und nahm Tempo auf.

Rechts und links flogen die Segelboote an ihm vorbei, und er bereitete sich gedanklich bereits auf das Auftreffen auf der Rampe vor, als plötzlich ein dumpfer Aufprall ertönte und das Boot einen heftigen Schlag bekam.

Dann kenterte es.

Für einen kurzen Moment befiel Hartmann Panik.

Für eine Eskimorolle war sein Boot zu lang. Außerdem hatte er angesichts der milden Temperaturen auf die Verwendung einer Spritzdecke verzichtet, sodass der Innenraum seines Kajaks sofort voll Wasser lief.

Prustend befreite er sich und tauchte zurück an die Wasseroberfläche. Der See war an di

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