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Commissaire Le Floch und das Phantom der Rue Royale Roman von Parot, Jean-Francois (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.10.2018
  • Verlag: Blessing
eBook (ePUB)
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Commissaire Le Floch und das Phantom der Rue Royale

Der dritte Roman in der Commissaire-Le-Floch-Reihe.
Paris 1770: Mit einem großen Feuerwerk lässt König Ludwig XV. die bevorstehende Hochzeit des Thronfolgers mit der österreichischen Prinzessin Marie-Antoinette feiern. Als einige Feuerkörper fehlgeleitet werden, bricht Panik auf der Place Louis XV. aus. Dutzende von Menschen werden zu Tode getrampelt. Commissaire Nicolas Le Floch stößt auf eine Leiche, die am Hals auffällige Spuren aufweist und in der erstarrten Hand eine Perle aus Obsidian hält: Diese Frau ist offensichtlich mit einem Strick ermordet worden.
Es handelt sich um die hübsche 19-jährige Élodie Galaine, Mitglied einer Pelzhändlerfamilie, die erst vor Kurzem wieder aus Quebec zurückgekehrt ist. Eine genauere Untersuchung des Leichnams ergibt, dass sie schwanger gewesen sein muss und vermutlich erst kurz vor ihrem Tod entbunden hat. Élodies Familie wirkt seltsam unbeührt vom Tod der Nichte, scheint sich aber auf Naganda, einen Indianer aus Quebec, der Élodies Diener war und jetzt wie vom Erdboden verschwunden ist, als Hauptverdächtigen zu einigen.

Jean-François Parot, 1946 geboren, studierte an der Sorbonne in Paris Geschichte und Ethnologie, absolvierte eine Ausbildung als Ägyptologe und spezialisierte sich auf das 18. Jahrhundert. Nach dem Militärdienst schlug er die diplomatische Laufbahn ein. Seine Romanreihe um Commissaire Le Floch wurde nicht nur in Frankreich, sondern auch in vielen anderen Ländern ein großer Erfolg. Jean-François Parot verstarb am 23. Mai 2018.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 29.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641226534
    Verlag: Blessing
    Serie: Nicolas Le Floch .3
    Originaltitel: Le fantôme de la rue Royale
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Commissaire Le Floch und das Phantom der Rue Royale

I

Die Place Louis XV

Aber durch ihn wird ein Feiertag

Zu einem traurigen Trauertag.

Der Platz, wo Freude herrschen soll,

Ist bald nur noch ein riesiger Sarg.

ANONYMUS 1770

Mittwoch, den 30. März 1770

Ein höhnisch grinsendes Gesicht mit einer roten Mütze tauchte an der Wagentür auf. Hände mit schwarzen Fingernägeln klammerten sich an der heruntergelassenen Fensterscheibe fest. Nicolas erkannte das früh verwelkte Gesicht eines Jungen. Diese plötzliche Erscheinung versetzte ihn zehn Jahre zurück, in eine Karnevalsnacht, unmittelbar bevor Monsieur de Sartine , der Polizeipräfekt, ihm seine erste Untersuchung anvertraut hatte. Die Masken, die seine Ermittlungen umgeben hatten, sollten für immer Gesichter des Todes für ihn bleiben. Er verscheuchte diese Gedanken, die eine Traurigkeit, welche er seit dem Morgen empfand, nur noch verstärkten. Er warf eine Handvoll Kupfermünzen himmelwärts. Entzückt über den Geldsegen, verschwand die Erscheinung; sie hatte sich auf das Trittbrett gestellt, und nach einem Purzelbaum rückwärts fiel sie wieder auf die Füße und schlüpfte auf der Suche nach den Münzen durch die Menge.

Nicolas schüttelte sich wie ein müdes Tier und seufzte, um die Niedergeschlagenheit loszuwerden, die ihn peinigte. Vermutlich hatten ihn die vergangenen zwei Wochen erschöpft. Zu viele schlaflose Nächte, der Zwang, ständig hellwach sein zu müssen, und die quälende Angst vor einem unvorhersehbaren Zwischenfall. Seit dem Attentat von Damiens waren die Sicherheitsmaß nahmen für den König und seine Familie verstärkt worden. Manche Ereignisse, die in der Verschwiegenheit der Amtsstuben begraben waren und in die der junge Kommissar im Châtelet aufs Engste verstrickt gewesen war, hatten ihn seit zehn Jahren an die vorderste Front in diesem Kampf und dieser täglichen Überwachung katapultiert. Monsieur de Sartine hatte ihm den Personenschutz für die königliche Familie anlässlich der Heirat des Dauphins mit Marie-Antoinette , Erzherzogin von Österreich, übertragen. Sogar Monsieur de Saint-Florentin , Minister der Maison du Roi, hatte ihn ermahnt, sein Bestes zu geben, und ihn leutselig an seine Erfolge in der Vergangenheit erinnert.

Ab der Schranke von Vaugirard überschwemmte die Menge der Fußgänger eng gedrängt die Fahrbahn und hemmte immer wieder den chaotischen Strom der Wagen. Nicolas' Kutscher brüllte unentwegt Warnrufe, begleitet vom lauten Knallen seiner Peitsche. Manchmal kippte der Kutschkasten bei einem plötzlichen Halt nach vorn, und Nicolas musste seinen Arm beschützend ausstrecken, um zu vermeiden, dass sein Freund Semacgus sich die Nase an der Wand platt drückte. Er hätte nicht sagen können, warum, doch nichts hatte ihn je so sehr beunruhigt wie diese Schaulustigen, die wie ein wirrer Haufen der Place Louis XV zustrebten. Diese Masse, die vor Ungeduld bebte, stürmte zum versprochenen Festvergnügen; denn die Stadt organisierte anlässlich der Heirat des Dauphins ein großes Feuerwerk. Jeder hatte seine eigene Meinung, und Nicolas spitzte die Ohren, um die Kommentare mitzubekommen, die zu ihm drangen. Der Prévot des marchands , der die Feierlichkeiten ausrichtete, hatte ver sichert, dass nach dem pyrotechnischen Schauspiel die Boulevards beleuchtet würden. Als hätte er die Gedanken seines Nachbarn gelesen, erwachte Semacgus nach mehrmaligem Aufstoßen und nickte, die Hand nach der Menge ausstreckend.

"Sie haben großes Vertrauen in die Großzügigkeit ihres Prévôts! Mögen sie nicht enttäuscht werden!"

"Zweifeln Sie etwa daran, mein Freund?", fragte Nicolas.

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