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Dahmer ist nicht tot Thriller von Lee, Edward (eBook)

  • Verlag: Festa Verlag
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Dahmer ist nicht tot

Hat Dahmer seinen eigenen Tod nur vorgetäuscht? Im Juli 1991 fasste die amerikanische Polizei einen der teuflischsten Serienmörder der Geschichte - den Kannibalen Jeffrey Dahmer. Drei Jahre später wurde er im Gefängnis von einem anderen Insassen erschlagen ... ,Doch kurz nach dem Begräbnis beginnt eine weitere kannibalistische Mordserie. Fingerabdrücke, DNA und modus operandi - alle Spuren führen zu Dahmer. ,Die Ermittlerin Helen Closs ist sich sicher, dass es sich um einen perversen Nachahmer handelt ... bis in der Nacht ihr Handy klingelt und Jeffrey Dahmer selbst mit ihr redet. , ,Eine fein geschliffene Geschichte. Edward Lee und die Serienkillerexpertin Elizabeth Steffen sind auf Augenhöhe mit den besten Kriminalschriftstellern. Gruselig und intelligent ... so wie Jeffrey Dahmer selbst.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 270
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783865525673
    Verlag: Festa Verlag
    Größe: 1552 kBytes
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Dahmer ist nicht tot

1

STRAFVOLLZUGSANSTALT COLUMBUS COUNTY,

PORTAGE, WISCONSIN

28. NOVEMBER 1994, 7:50 UHR

"Na los, J. D., bequem dich da raus, ja? Du auch, Rosser!" Detention Officer Wells wünschte sich eine Zigarette und eine Tasse Kaffee. Er musste Perkins finden, um sich von ihm die Ergebnisse von gestern zu holen, die er wegen eines lächerlichen Streits mit seiner Frau verpasst hatte. Er scheuchte Dahmer, Vander und Rosser in den Freizeitbereich von Block C. Der zusammengewürfelte Haufen der drei Insassen schlurfte mit Eimern und Wischmopps voran, alle in dunkelgrünen Gefängnis-Overalls. Vander war ein weißer Rechtsextremer, hatte Wells gehört, und Mitglied in irgendeinem KKK-ähnlichen Verein voller dämlicher Nazi-Hohlköpfe. Er hatte seine Frau umgebracht und behauptet, zwei Schwarze hätten es getan. Rosser, ein Schwarzer, war 1,90 groß, eine muskelbepackte Hiobsbotschaft und spielte den Anstaltspsychologen zufolge ein Psychospiel. Ein Furcht einflößender Anblick - Mord und Wahnsinn auf zwei Beinen. Die Seiten seines Kopfes waren seit der neuen Regel für Häftlinge, die Haare so zu tragen, wie sie es wollten, rasiert. "Eine Verletzung des menschlichen Grundrechts auf Selbstentfaltung", hatte irgendein Anwalt der ACLU, der Amerikanischen Bürgerrechtsunion, beharrlich vorgebracht. Prima. Sollten sie sich den Kopf rasieren und lackieren, Wells war das egal. Rosser hatte sich die Seiten rasiert, sodass oben ein fettes Büschel Haare übrig blieb. Vor ein paar Monaten hatte ein neuer DO den Fehler gemacht, einen persönlichen Kommentar dazu abzuliefern. "Werd diesen schwarzen Klecks Popcorn-Scheiße auf deiner Rübe los, du Arschloch", hatte er zu Rosser gesagt. Der DO war noch am gleichen Tag wegen rassischer Diffamierung gefeuert worden, obwohl der DO selbst schwarz war. Aber auch das war prima, soweit es Wells betraf. Im Knast nahm er weder die Rasse noch den Verurteilten mit seiner menschlichen Vorgeschichte wahr. Sie sitzen alle in einem Boot, also h ä tten ihnen DOs, die ihnen bloß wegen ihrer Hautfarbe aufs Dach steigen, gerade noch gefehlt. Rosser hatte 1990 einem Kerl bei einem Raubüberfall viermal in den Kopf geschossen und würde frühestens 2042 begnadigt werden. Seine Psychose hatte mit Gott zu tun, was nicht ungewöhnlich war.

Und dann war da noch Dahmer - "J. D.", wie er von fast allen im Block genannt wurde. Er konnte frühestens 2927 begnadigt werden. Du lieber Gott, dachte Wells im Scherz bei sich. Ich frage mich, ob er es wohl schafft ... Dahmer war eine Art stiller, trauriger Sack, was jeden DO in diesem Rock Ramada mit seinen 676 Gästen überraschte. Wenn ein Kerl 17 Leute erwürgt und zerstückelt und auch noch ein paar von ihnen isst, erwartet man ein gewisses Aussehen, eine gewisse Aura. Doch Dahmer hatte nichts von alldem. Er sah aus wie ein Pudding, nachdem er seit seiner Ankunft im Februar 1992 30 Pfund zugelegt hatte. Die meiste Zeit saß er in Zelle 648, rauchte Zigaretten und hörte sich religiöse Musik an. Das Komische war, er hatte um Standardunterbringung gebeten, was Wells ziemlich dämlich fand. Jeder schwarze Insasse in diesem Laden wollte Dahmer ans Leder, und trotzdem hatte der Kerl seinen Anwalt dazu gebracht, sich beim Direktor für eine gewöhnliche Zelle einzusetzen. Im letzten Juli hatte irgendein Penner versucht, Dahmer während einer Messe die Kehle durchzuschneiden, es aber vermasselt, weil ihm die Klinge aus dem improvisierten Messer gefallen war. Trotzdem. Dahmer wusste, dass Leute hinter ihm her waren, und dennoch bestand er darauf, mitten unter der allgemeinen Knastbevölkerung zu leben. "Ich will die Welt sehen", hatte er zu Wells gesagt. Das hier ist keine Welt, du Blödhammel, hatte Wells gedacht. Es ist ein Scheiß-County-Gefängnis voller Mörder, und die Hälfte davon will dich ermorden. Da

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