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Das andere Tier Ratamo ermittelt Thriller von Soininvaara, Taavi (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.09.2014
  • Verlag: Aufbau-Verlag
eBook (ePUB)
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Das andere Tier

In tödlicher Mission Bei Ratamo, dem Liebhaber schwieriger Frauen, kühlen Biers und siedender Saunagänge, scheint alles unverändert: Er macht sich Sorgen um seine 14-jährige Tochter, und sein Exchef betritt noch immer ungefragt die Wohnung. Doch etwas ist anders: Ratamo hat eine Hüfte aus Titan und ist psychisch labil. Als er mit Schmerzmitteln und eisernem Willen seinen Dienst antritt, wird er sofort degradiert. Trotzdem ist er mitten im Geschehen: eine Leiche, kriminelle Geschäfte mit illegalen Einwanderern und atomares Wettrüsten im explosiven Nahen Osten. 'Taavi Soininvaara ist der Meister des finnischen Krimis.' Süddeutsche Zeitung Taavi Soininvaara, geb. 1966, 'zählt zu den derzeit politischsten und internationalsten Krimiautoren' (ECHO). Er studierte Jura und arbeitete als Chefanwalt für bedeutende finnische Unternehmen. Mit 'Finnisches Requiem' - als bester finnischer Kriminalroman ausgezeichnet - erschien 2004 erstmals eines seiner Bücher um Kommissar Arto Ratamo auf Deutsch. Es folgten 'Finnisches Roulette', 'Finnisches Quartett', 'Finnisches Blut', 'Finnisches Inferno', 'Finnischer Tango', 'Der Finne' und 'Das andere Tier'. Außerdem bei atb lieferbar die erfolgreiche Serie über die Geheimorganisation Mundos Novus und den Ermittler Leo Kara: 'Schwarz', 'Weiß' , 'Rot', 'Tot'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 10.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841208279
    Verlag: Aufbau-Verlag
    Serie: Arto Ratamo Bd.9
    Originaltitel: Toinen Peto
    Größe: 4754 kBytes
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Das andere Tier

1

Montag, 26. August

Ich fahre den VW-Käfer von der Vihdintie auf die Zufahrt zum Ring III und merke, wie der Regen zum Schneetreiben wird. Und das mit Sommerreifen. Bis zum Einrichtungshaus in Petikko sind es noch einige Kilometer. Ich erhöhe die Geschwindigkeit vorsichtig auf siebzig, der Asphalt wirkt glatt, ich werfe einen Blick über die Schulter, um zu sehen, ob der Weg frei ist, und lenke den Käfer dann von der Beschleunigungsspur auf den Ring III. Aus den Lautsprechern erklingt J. J. Cales Titel Fate of the fool von seinem fünften Album. Ein Schneeschleier legt sich auf die Straße, alles ist weiß; die Fahrbahn kann man nur erahnen. Das ist seit Jahren der schlimmste Schneesturm, in den ich geraten bin. Die Scheibenwischer laufen auf vollen Touren, der Wind ist so heftig, dass der Käfer schaukelt. Achtzig Stundenkilometer sind anscheinend zu viel, durch die Ritze zwischen Dach und Karosserie weht es eisig herein.

Plötzlich ein gewaltiger, ohrenbetäubender Knall - oh, verdammt. Das Verdeck des Käfers ist weg, der Wind schlägt mir mit voller Wucht ins Gesicht. Ich muss die Lider zusammenkneifen, damit der Schnee nicht in die Augen dringt, wo zum Teufel ist die Straße? Mir bleibt nichts anderes übrig, als auf den Standstreifen zu lenken, Blinker an und bremsen, verflucht, die Vorderräder blockieren, der Wagen gerät ins Schleudern. Fuß runter von der Bremse, gegensteuern, die Bremse pumpen, jetzt gehorcht er wieder, die Geschwindigkeit lässt nach ... Herzrasen.

Endlich bleibt das Auto stehen, zum Glück auf dem Standstreifen und nicht auf der Fahrspur, aber die Stelle ist trotzdem gefährlich - direkt neben dem lebhaften Verkehr und bei einer Sicht gleich null. Der Käfer ist in eine Schneewehe gerutscht, wohl oder übel muss ich durch die Tür aussteigen, an der die Autos vorbeirauschen. Ich zucke zusammen, als mir nasser und eiskalter Schneematsch ins Gesicht spritzt, keiner von denen, die vorbeifahren, verringert etwa seine Geschwindigkeit, und Hilfe leistet erst recht niemand. Ich wische mir das Gesicht ab, wende mich dem Käfer zu und fluche, als ich sehe, dass die Halterungen des Stoffdachs versagt haben. Wieder eine teure Reparatur.

Jetzt muss ich den Abschleppdienst und ein Taxi anrufen. Ich stehe zwischen Auto und Straße und will hier weg, und als ich mich dem Verkehr zuwende, sehe ich vor mir eine hohe Metallwand, die mit großer Geschwindigkeit auf mich zurast - ein Lastzug. Es bleibt keine Zeit, ich muss springen, ein Schritt, noch einer ...

Arto Ratamo wachte auf. Sein Herz schlug heftig. Den Lastzug mit fünfunddreißig Tonnen Ladung, der ihn vor knapp einem Jahr umgefahren hatte, sah er jede Nacht im Traum.

Morgens war es am schwersten. Da drangen all die schlimmen Folgen seines Unfalls stets so intensiv wie damals in sein Bewusstsein, und er war mit seinen Schatten hilflos allein. Ratamo legte die Hand auf die leere Hälfte seines Doppelbetts, dachte aber nicht an seine ehemalige Lebensgefährtin Riitta Kuurma, sondern an sein Kind, dem das Leben versagt geblieben war. Er würde nie erfahren, ob Riitta die Fehlgeburt letztlich wegen des Schocks über die Nachricht von seinem Unfall gehabt hatte. Sie waren erst einige Monate vor dem Unfall wieder zusammengekommen. Den Stolz, Vater zu werden, hatte er nur fünf Tage genießen können. Bei Riitta hatte sich ein Hormonungleichgewicht entwickelt und das Einwachsen der Plazenta verhindert.

Ratamo ächzte und verzog das Gesicht, als er sich zur Bettkante schob und aufrichtete. Er hatte Kopfschmerzen und musste an die mit Whisky hinuntergespülten Biere denken, die er sich am Vorabend zu Ehren des letzten Tages seiner Krankschreibung mit se

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