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Das Böse im Menschen Die vierte Perspektive von Laube, Günter (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
4,99 €
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Das Böse im Menschen

Im Sommer schockiert eine Mordserie die Bevölkerung eines ganzen Landes. Innerhalb von zwölf Tagen werden vier Mädchen an verschiedenen Orten entführt und brutal ermordet. Alle Morde deuten auf ein Ritual hin, und der Täter scheint der Polizei stets einen Schritt voraus zu sein. Die Behörden tappen lange Zeit im Dunkeln, dennoch ist schließlich ein Muster zu erkennen. Die Spur führt nach Hamburg. Nicht nur die Behörden setzen daraufhin alle Hebel in Bewegung, um einen fünften Mord zu verhindern. Doch der Mörder hat sein nächstes Opfer bereits ausgewählt. Eine Journalistin, ein Kommissar, eine Psychologin und ein Engel schildern die Vorgänge aus ihrer Perspektive. Seit Kindertagen eine Leseratte, zu Teenagerzeiten wurde ein Karl May-Buch an einem Abend durchgelesen, und später ging es mir so ähnlich wie es Barbra Streisand in 'Is' was, Doc?' charakterisierte: Ich habe viele Bücher gelesen und war oft im Kino.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 142
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783847614234
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 1031 kBytes
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Das Böse im Menschen

Die Journalistin

Es war elf Uhr vormittags an diesem heißen, aber verregneten Freitag Morgen, als ich zum Chefredakteur unserer Zeitung gerufen wurde.

Seine Sekretärin hatte angerufen, es klang dringend.

"Noch eine Story vor dem Wochenende?"

, fragte ich mich. Ich arbeitete derzeit an einem Bericht über die Verkehrssituation in der Bundeshauptstadt. Ein immer wieder aktuelles Thema, doch letzten Endes nur mäßig spannend. Aber seit der Herausgeber unserer Zeitung vor zwei Wochen zwei Stunden im Stau gestanden und einen wichtigen Termin verpasst hatte, kümmerte sich die Redaktion intensiv darum. Allerdings war kein Ende, geschweige denn eine Besserung absehbar!

Da Urlaubszeit war, mussten sich Kollegen aus allen Ressorts diesem Thema widmen, täglich musste ein Artikel produziert werden. Auch ich durfte mich seit einer Woche mit diesem Thema beschäftigen, doch es würde de facto nicht mein Lieblingsthema werden. Als notorische Fahrradfahrerin tangierten mich Staus mit wie vielen Autos auch immer nicht wirklich. In der Stadt nutzte ich fast ausschließlich das Fahrrad, die U-Bahn oder die S-Bahn. Mein Auto nutzte ich fast nur für private oder dienstliche Touren nach außerhalb.

Ein neuer Fall würde mir gut tun, Abwechslung konnte nicht schaden, und den heutigen Artikel würde auch mein Kollege Konrad allein fertig stellen können. Er war ein pfiffiger Bursche von sechsundzwanzig Jahren und absolvierte nach seinem Germanistik- und Geschichte-Studium ein Volontariat bei uns. Hätte ich geahnt, was mich in den nächsten Tagen erwartete, hätte ich allerdings nicht so gedacht.

Ich speicherte meinen Bericht auf dem gemeinsamen Laufwerk und ging zum Büro des Chefredakteurs. Ich klopfte an der Tür von seiner Sekretärin und trat ein. Ihre Miene verhieß nichts Gutes, fast meinte ich, dass sie geweint hatte. "Guten Morgen! Ich habe einen Termin beim Chef ..."

"Guten Morgen, Frau Sonntag! Ja ..., bitte gehen Sie durch. Er erwartet Sie bereits."

Auch ihre Stimme klang anders als gewöhnlich.

"Ob sie ein schlechtes Wochenende erlebt hat?"

, fragte ich mich, klopfte an die Tür zum Büro meines Chefs, öffnete und trat ein.

Walter Kotelmann, der Chefredakteur unserer Zeitung, stand mit dem Rücken zur Tür und starrte aus dem Fenster. Ob er den Verkehr von Berlin beobachtete oder in Gedanken war, ließ sich nicht feststellen.

Ich klopfte nochmals an die Tür. "Guten Morgen, Walter, Sie haben ..."

Er drehte sich abrupt um. "Morgen!"

Das war kein gutes Zeichen. Alle Mitarbeiter wussten, wenn der Chef gut drauf war, dann empfing er einen mit einem "Guten Morgen! Wie geht es Ihnen?". Bei schlechter Laune verkürzte sich der Willkommensgruß. Dass er es nur zu einem kurzen, fast schon unhöflichen und gequält wirkenden "Morgen!" brachte, hatte ich in den vier Jahren, die ich hier arbeitete, noch nicht erlebt.

Er machte eine kurze einladende Geste. "Bitte, setzen Sie sich."

Ich folgte der Aufforderung und nahm in einem der drei schwarzen Ledersessel Platz, die vor seinem großen, wuchtigen Schreibtisch standen.

Er setzte sich in seinen Stuhl, mir gegenüber, und sah mich forschend an. "Wissen Sie es schon?"

"Bitte?"

"Das bedeutet wohl, nein." Er seufzte und wirkte wieder gequält. Als er sich nach vorn beugte und mit den Ellenbogen auf dem Tisch abstützte, rechnete ich mit dem Schlimmsten.

"Kathrin, Sie sind jetzt vier Jahre bei uns."

Ich nickte. Offenbar suchte er nach einem Einstieg.

"

Wofür?

"

"Sie haben bereits einige Abteilungen und Ressorts durchlaufen, zunächst als freie Mitarbeiterin und seit kurzem als Redakteurin. Dabei haben Sie auch viele Geschichten erlebt, doch ich fürchte, diese hat eine neue Qualität."

"Welche?", platzte es aus mir raus. Ich war im Kollegenkreis für meine impulsiven Momente durchaus bekannt.

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