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Das Bekenntnis Roman von Grisham, John (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.03.2019
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Das Bekenntnis

Wenn aus der Wahrheit Böses wächst - der neue große Roman von John Grisham Oktober 1946 in Clanton, Mississippi. Pete Banning ist einer der angesehensten Bürger der Stadt. Der hochdekorierte Kriegsveteran hat es als Oberhaupt einer alt eingesessenen Familie mit dem Anbau von Baumwolle zu Reichtum gebracht. Er ist ein aktives Mitglied der Kirche, ein loyaler Freund, ein guter Vater, ein verlässlicher Nachbar. Doch eines Morgens wendet sich das Blatt. Pete Banning steht in aller Früh auf, nimmt ein leichtes Frühstück zu sich, fährt zur Kirche und erschießt den Pfarrer. Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Die Gemeinde ist erschüttert, und es gibt nur eine einzige Frage: Warum? Pete Banning aber schweigt. Sein einziger Kommentar lautet: "Ich habe nichts zu sagen." Und auch als ihm die Todesstrafe droht, bricht er sein Schweigen nicht. Ein Aufsehen erregender Prozess beginnt, an dessen Ende in Clanton nichts mehr ist, wie es zuvor war. John Grisham hat 31 Romane, ein Sachbuch, einen Erzählband und sechs Jugendbücher veröffentlicht. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Er lebt in Virginia.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 592
    Erscheinungsdatum: 04.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641243586
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: The Reckoning
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Das Bekenntnis

1

An einem kalten Morgen Anfang Oktober 1946 wurde Pete Banning vor Sonnenaufgang wach, und ab dem Moment war an Schlaf nicht mehr zu denken. Lange lag er flach ausgestreckt auf dem Rücken, starrte an die dunkle Zimmerdecke und fragte sich wie schon viele Male zuvor, ob er den Mut aufbringen würde. Als hinter einem Fenster das erste Licht der Dämmerung aufzog, hatte er sich schließlich mit der bitteren Wahrheit abgefunden. Es war Zeit für den Mord. Der Gedanke daran trieb ihn derart um, dass er seinen Alltag nicht mehr bewältigen konnte. Solange er den Mord nicht beging, war er nicht er selbst. Die Planung war nicht schwer gewesen, doch die Ausführung erschien ihm immer noch unvorstellbar. Die Tat würde jahrzehntelang nachwirken und das Leben vieler verändern, nicht nur der Menschen, die er liebte, sondern auch das anderer, die er nicht liebte. Sie würde ihm zu trauriger Berühmtheit verhelfen. Dabei ging es ihm gar nicht um Ruhm. Im Mittelpunkt zu stehen war ihm von Natur aus zuwider. In diesem Fall jedoch würde es sich nicht vermeiden lassen. Er hatte schlicht keine Wahl. Nach und nach war die Wahrheit ans Licht gekommen, und seit er ihre Tragweite voll erfasst hatte, erschien ihm der Mord so unabwendbar wie der Sonnenaufgang.

Wie immer nahm er sich viel Zeit zum Anziehen - seine im Krieg zerschossenen Beine waren steif und schmerzten von der Nacht. Dann ging er durch das dunkle Haus in die Küche, wo er ein schummriges Licht einschaltete und sich Kaffee aufbrühte. Während der Kaffee durchlief, stellte er sich kerzengerade neben den Küchentisch, verschränkte die Hände hinter dem Kopf und begann, vorsichtig die Knie zu beugen. Gequält verzog er das Gesicht. Obwohl der Schmerz von seinen Hüften bis in die Knöchel ausstrahlte, hielt er die Kniebeuge zehn Sekunden lang durch. Er entspannte sich und wiederholte die Übung mehrfach, wobei er jedes Mal ein wenig tiefer sank. In seinem linken Bein steckten Metallstäbe, in seinem rechten Granatsplitter.

Pete goss sich Kaffee ein, gab Milch und Zucker hinzu und trat nach draußen auf die hintere Veranda, wo er auf den Stufen stehen blieb und über seine Ländereien blickte. Die im Osten durchbrechende Sonne warf ihr gelbliches Licht auf ein Meer aus weißer Baumwolle, die aussah wie Schnee. An jedem anderen Tag hätte die Aussicht auf eine reiche Ernte Pete ein Lächeln entlockt. Heute jedoch gab es keinen Anlass zum Lächeln, heute war ein Tag der Tränen. Andererseits, den Mord nicht zu begehen wäre feige, und Pete Banning war kein Feigling. Er trank seinen Kaffee und bewunderte sein Land, dessen Beständigkeit er als tröstlich empfand. Unter der weißen Oberfläche verbargen sich fruchtbare Äcker, die seit über hundert Jahren im Besitz der Bannings war. Man würde ihn von hier wegbringen und vermutlich hinrichten, doch das Land würde für immer überdauern und seine Familie ernähren.

Sein Hund - Mack, ein Bluetick Coonhound - schüttelte den Schlaf ab und tapste zu ihm auf die Veranda hinaus. Pete strich ihm zur Begrüßung über den Kopf.

Die Baumwolle platzte förmlich aus den Kapseln. Bald würden Pflücker auf Traktoranhängern zu den entlegeneren Feldern gebracht werden. Als Kind war Pete immer mit den Schwarzen gefahren und hatte z

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