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Das dunkle Vermächtnis Ein Charlie-Parker-Thriller von Connolly, John (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2014
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Das dunkle Vermächtnis

'Lesen Sie und fürchten Sie sich' (The Times) - Bestsellerautor John Connolly ist der 'Meister des Gänsehautmoments'! Nach dem traumatischen Verlust seiner Familie hat sich der New Yorker Ex-Cop Charlie Parker nach Maine zurckgezogen, an den Ort seiner Kindheit. Als eine junge Frau und ihr Sohn von der Hand eines Unbekannten sterben, muss Parker die Verfolgung aufnehmen. Denn der Schlüssel zur Klärung des Verbrechens liegt in der Geschichte seiner eigenen Familie. Und in den dunklen Wäldern von Maine, dem Ursprung eines mythischen Killers... 'Ein mysteriöser Krimi mit hohem Suchtfaktor!' (Westdeutsche Allgemeine Zeitung)

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 01.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955305666
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1929 kBytes
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Das dunkle Vermächtnis

Prolog

DER DODGE INTREPID STAND im Schutz der Tannen, die Windschutzscheibe hinaus zur See, die Lichter abgeschaltet, den Schlüssel im Zündschloss, damit die Heizung weiterlief. So weit südlich war noch kein Schnee gefallen, aber Rauhreif bedeckte den Boden. Vom Ferry Beach her hörte man die Brandung, das einzige Geräusch in dieser stillen Winternacht in Maine. Ein schwimmender Landesteg mit aufgestapelten Hummerkisten schaukelte in Ufernähe auf dem Wasser. Vier Boote lagen in Planen hinter dem rothölzernen Bootshaus und an der öffentlichen Anlegestelle war ein Katamaran vertäut. Sonst war der Parkplatz leer.

Die Beifahrertür ging auf und Chester Nash stieg flink in den Wagen, mit klappernden Zähnen, den langen braunen Mantel bis oben zugeknöpft. Chester war klein und drahtig, hatte langes, dunkles Haar und einen schmalen Oberlippenbart, der sich bis um die Mundwinkel zog. Chester fand den Bart männlich. Alle anderen fanden, er sehe damit eher jämmerlich aus, daher auch sein Spitzname "Cheerful", Frohnatur. Wenn es etwas gab, das Chester Nash garantiert in Rage brachte, dann, wenn ihn jemand Cheerful Chester nannte. Einmal hatte er Paulie Block deswegen eine Pistole in den Mund gesteckt. Paulie Block hatte ihm daraufhin fast einen Arm ausgerissen, obwohl er, wie er Cheerful Chester erklärte, während er ihm mit Riesenpranken ins Gesicht schlug, Chesters Wut durchaus verstehen konnte. Gute Gründe entschuldigten bloß eben nicht alles.

"Du hast dir doch hoffentlich die Hände gewaschen", sagte Paulie Block, der auf dem Fahrersitz des Dodge saß und sich wahrscheinlich fragte, weshalb Chester nicht wie jeder normale Mensch früher aufs Klo gegangen war, statt nun unbedingt im Küstenwald an einen Baum zu pinkeln und dabei die Wärme aus dem Auto zu lassen.

"Mann, ist das kalt", sagte Chester. "So eine Scheißkälte hab ich ja noch nie erlebt. Ich hätt mir fast den Schwanz abgefroren. Fehlt nicht viel und ich hätt Eiswürfel gepisst."

Paulie Block nahm einen tiefen Zug aus seiner Zigarette und sah zu, wie die Spitze rot erglühte und zu grauer Asche erstarrte.

Der Name Paulie Block passte zu ihm. Er war eins neunzig groß, wog hundertdreißig Kilo und sein Gesicht sah aus, als hätte man damit gelegentlich Züge rangiert. Mit seiner Masse schien er die Fahrerkabine schon fast auszufüllen, aber wenn man es recht bedachte, wäre ihm das wohl auch mit einem ganzen Sportstadion gelungen.

Chester sah auf die Digitaluhr im Armaturenbrett. Die grünen Ziffern schienen in der Dunkelheit zu schweben.

"Die sind spät dran", meinte er.

"Nur die Ruhe", erwiderte Paulie. "Die kommen schon."

Er widmete sich wieder seiner Zigarette und sah hinaus aufs Meer. So genau schaute er vermutlich nicht hin; es war nämlich nichts zu sehen, nur Schwärze und in der Ferne die Lichter des Old Orchard Beach. Chester Nash fing an, mit einem Gameboy zu spielen.

Draußen wehte der Wind, brachen die Wellen rhythmisch an den Strand und klangen ihre Stimmen gedämpft über den kalten Boden, bis dorthin, wo andere zusahen und lauschten.

"... Objekt zwei ist wieder im Fahrzeug. Mann, ist das kalt", sagte der FBI-Agent Dale Nutley und sprach unwillkürlich nach, was er eben von Chester Nash gehört hatte. Neben ihm war ein Richtmikrofon auf eine Ritze in der Bootshauswand gerichtet. Daneben surrte leise ein stimmaktivierter Kassettenrekorder und eine Badger-MkII-Kamera mit Nachtsicht-Optik bewachte den Dodge.

Nutley trug zwei Paar Strümpfe, eine lange Unterhose, eine Jeans, ein T-Shirt, ein Baumwollhemd, einen Wollpullover, eine Skijacke, Thermohandschuhe und eine Alpakamütze mit Ohrschützern, die ihm über die Ohrmuscheln des Kopfhörers hingen. Special Agent Rob Briscoe, der neben ihm auf einem Hocker saß, fand, Nutley sehe mit der Alpakamütze aus wie ein Lamahirte oder der Sänger der Spin Doctors - jedenfalls wie ein Vollidiot. Agent Briscoe, der eiskalte Ohren hatte, Wollte die Alpakam

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