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Das Geheimnis von Vennhues Ein Münsterland-Krimi von Holtkötter, Stefan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.04.2012
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Das Geheimnis von Vennhues

Über 20 Jahre ist es her, dass im Vennhueser Moor im Münsterland ein grausamer Mord geschah. Der Hauptverdächtige Peter Bodenstein wurde seinerzeit aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Nun ist er ins Dorf zurückgekehrt, um endlich seine Unschuld zu beweisen. Doch wenig später wird wieder ein Junge ermordet im Moor aufgefunden. Erneut weisen alle Spuren auf Bodenstein. In Vennhues erhält der Münsteraner Hauptkommissar Hambrock kaum Unterstützung, und das, obwohl er selbst aus dem Dorf stammt. Es scheint ein Geheimnis zu geben, von dem er ausgeschlossen ist. Wenn Hambrock jedoch die Wahrheit über Bodenstein herausfinden will, gibt es für ihn nur einen Weg- den ins Moor ... Stefan Holtkötter, geboren 1973 in Münster, wuchs auf einem Bauernhof in Westfalen auf. Er studierte Sozialpädagogik, war einige Jahre als Sozialarbeiter beim Jugendamt und in der Erwachsenenbildung tätig und lebt heute, neben seiner Tätigkeit als Motivationstrainer und Berater für Arbeitslose, als freier Autor in Berlin. Holtkötter hat schon zahlreiche Kriminalromane veröffentlicht, unter anderem die erfolgreiche Krimiserie um den Münsteraner Ermittler Bernhard Hambrock und die atmosphärische und temporeiche Reihe um den Berliner Kommissar Michael Schöne.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 17.04.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492956703
    Verlag: Piper
    Größe: 4111 kBytes
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Das Geheimnis von Vennhues

1

Erst nachdem die Dunkelheit über das Grenzgebiet hereingebrochen und außer den schwachen Lichtern hinter den Fenstern entlegener Höfe nichts mehr zu erkennen war, warf er seinen Seesack über die Schulter und machte sich auf den Weg. Auf deutscher Seite, nur wenige Kilometer vom Grenzpfahl entfernt, war das Ziel seiner Reise: die kleine Ortschaft Vennhues, die er vor langer Zeit einmal seine Heimat genannt hatte. Er wählte den Weg durch die Birkenwälder, der ihn am Ort vorbeiführte. In Vennhues fielen Fremde auf, ganz gleich, wie unauffällig sie sich benahmen. Irgendwo würde ein Hund bellen und kurz darauf ein Vorhang beiseite gezogen werden. Oder ein Bauer spähte die Straße hinunter, nachdem er einen letzten Gang durch seine Stallungen gemacht hatte.

Gleich hinter der Grenze gab es ein Traktoren-Werk, damals ein kleiner Familienbetrieb, neben dessen maroden Hallen die Kinder Schnecken und Frösche gesammelt hatten. Heute erstreckte sich das Werk über eine endlose Kette kastenförmiger Gebäude, umgeben von einem riesigen, mit Flutlicht ausgestrahlten Areal, auf dem die neuen Traktoren standen. Nichts erinnerte mehr an früher. Als er an dem hohen Werkszaun entlanglief, suchte er vergeblich nach einem vertrauten Bild und fragte sich plötzlich, ob er vielleicht den falschen Übergang genommen und weit entfernt von Vennhues deutschen Boden betreten hatte.

Endlich tauchte das Dorf vor ihm auf. Verändert, fremd, und trotzdem raubte ihm der Anblick den Atem.

Helle Bilder stiegen auf und schlugen über ihm zusammen.

Vennhues war gewachsen. Im schwachen Mondlicht erstreckte sich ein Neubaugebiet neben dem Dorfkern. Die Alleebäume waren gefällt, und der ehemals gewundene Weg war zu einer geraden Schnellstraße geworden, die sich in die angrenzenden Felder fraß.

Doch manches war geblieben: der barocke Turm der Klosterkirche und die schiefen Giebel der Dorfbauernhöfe. Die Anordnung dieser Häuser ergab im Mondlicht den gleichen Schattenriss wie vor über zwanzig Jahren, als er an derselben Stelle gestanden und das letzte Mal zurückgeblickt hatte.

Eilig wandte er sich ab und ging weiter. Er hatte gelernt, seine Gefühle unter Kontrolle zu halten. Wer unsentimental ist und den Überblick behält, dachte er, dem kann so leicht nichts zustoßen. Sein kühler Kopf hatte ihm im Laufe der Jahre so manchen Dienst geleistet, und gerade in den kommenden Tagen würde er ihn dringender brauchen denn je.

Ein herannahendes Auto durchschnitt die nächtliche Stille an der Schnellstraße. Die Scheinwerfer konnten ihn jedoch nicht erfassen, da er bereits querfeldein über den Acker gegangen war. Die Scheiben waren heruntergekurbelt, und Jugendliche johlten in die Nacht hinaus. Kurz darauf war das Auto verschwunden. Es dauerte nun nicht mehr lange, bis der Hof seines Vaters hinter einer Böschung auftauchte. Der Hof von Werner Bodenstein.

Wieder warf ihm die Erinnerung tausend helle Bilder in den Kopf, doch dieses Mal schob er sie nüchtern zur Seite. Wenn er nicht willkommen war, würde er es hinnehmen. In diesem Fall würde er sich einfach umdrehen und über die Grenze zurück nach Enschede gehen. Er kannte ein Gasthaus, das ihn so spät noch aufnehmen würde, und morgen früh wäre alles wieder vergessen.

Sein Vater war vorbereitet. Er hatte seine Ankunft auf einer Postkarte angekündigt, die vor zwei Tagen in Vennhues angekommen sein musste. Werner Bodenstein hatte also genügend Zeit gehabt, sich zu überlegen, wie er seinen verlorenen Sohn Peter empfangen wollte.

Die Fenster der großen Diele waren erleuchtet. Peter Bodenstein verließ den Acker und klopfte sich den schweren Lehm von den Füßen. Dann lief er über

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