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Das Geheimniss der Stadt Gangster-Krimi aus dem Geldfälscher Milieu von Hackländer, Friedrich Wilhelm (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.11.2016
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
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Das Geheimniss der Stadt

Dieses eBook: 'Das Geheimniss der Stadt' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Aus dem Buch: 'Der Bankdirektor blickte fragend auf und Herr von Rivola nahm discreter Weise den Hut, um sich zu entfernen; doch bat ihn Herr Merkel wiederholt, noch einen Augenblick zu bleiben, indem er hinzusetzte, daß ja alles, was hier gesprochen würde...' Friedrich Wilhelm Hackländer (1816-1877) war ein deutscher Schriftsteller.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 08.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026870104
    Verlag: e-artnow
    Größe: 1136 kBytes
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Das Geheimniss der Stadt

Zweites Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Der Stadtschultheiß schritt mit auf den Rücken gelegten Händen nachdenklich neben dem langen Tische hin und her, während der Amtsdiener beschäftigt war, die verschiedenen Aktenfascikel zusammen zu lesen, um sie wieder in's Archiv zu bringen. Letzterer that dies übrigens nicht schweigend, sondern indem er sich erlaubte, einige abgerissene Bemerkungen vor sich hinzusprechen, die aber darauf berechnet waren, von dem regierenden Oberhaupte der Stadt gehört zu werden.

"Das hätte man sich doch denken können," sagte Herr Sprandel - "das war eine vorher abgekartete Geschichte - Alles überlegt - Alles besprochen - davon pfiff der Spatz auf dem Dache."

"Was beliebt, he? Wovon pfiff der Spatz auf dem Dache?"

"Habe ich etwas gesagt, Herr Stadtschultheiß?"

"Vielleicht nach Ihrer Gewohnheit nur laut gedacht, wie ich annehmen will. Aber was war abgemacht und besprochen? Ich will, daß Sie reden."

"Nun, wegen der heutigen Verhandlung. Der Metzger-Oberzunftmeister Krampler hat seinen Kopf darauf gesetzt, daß der Vorschlag des Herrn Stadtschultheißen nicht durchgehen soll; er vergißt es nicht, daß sein Bruder bestraft wird, so oft er, statt im Schlachthause, zu Hause schlachtet."

"Dummes Zeug!" sagte der Stadtschultheiß, indem er sich an das Fenster stellte und auf den Marktplatz hinausschaute, der nun wieder leer von Käufern und Verkäufern war, dafür aber langsam mit dicht herabfallendem Schnee bedeckt wurde, welcher rasch die Spuren von heute Morgen unsichtbar machte.

"Ja, dummes Zeug," fuhr der Amtsdiener laut zu denken fort, "allerdings dummes Zeug von dem Metzger-Oberzunftmeister mit seinem Anhange; aber ich hatte es doch anders angefangen."

"Und was hätten Sie anders angefangen?" fragte der Stadtschultheiß, sich rasch umwendend. "Sprechen Sie - ich will es - was hätten Sie anders angefangen - nun?"

"O, es ist das nur so meine Meinung, die Meinung eines ganz unwissenden, unbedeutenden Mannes."

"Nun denn, lassen Sie Ihre Meinung hören," sagte das Oberhaupt der Stadt in herablassendem Tone, wobei Herr Welkermann seine Augen halb zuschloß und sein Kinn in die etwas weite, weiße Halsbinde vergrub, "lassen Sie hören; wir lieben es sehr, Stimmen aus allen Schichten der Bürgerschaft zu vernehmen. Und wie hätten Sie die Sache anders angefangen, anders dargestellt, anders vorgebracht?"

"Wenn Sie mir also zu reden befehlen, Herr Stadtschultheiß, so will ich denn auch ehrlich sagen, daß ich das gar nicht dargestellt und gar nicht vorgebracht hätte."

"Ah, das ist neu! Und was hätten Sie gethan?"

"Ich - verzeihen Sie mir aber, daß ich mir erlaube, zu sprechen, als wenn ich der Herr Stadtschultheiß gewesen wäre - in diesem Falle würde ich zum Amtsdiener gesagt haben: Sprandel, da haben wir im Keller ein eisernes Gitter vor einem unterirdischen Gange, der zuweilen donnermäßig schlecht riecht, was auch der Metzger-Oberzunftmeister Krampler gerade so gut weiß, wie wir Beide - also, hätte ich gesagt, dieser Gang muß mit Steinen zugemauert werden, und das lassen Sie mir besorgen, Sprandel."

"In der That, das ist eine ganz eigenthümliche Ansicht dieser Sache."

"Dann hätte der Amtsdiener Sprandel einen tüchtigen Maurer genommen, den er kennt, und da in dem großen Keller ganze Haufen Bausteine liegen, so wäre die Öffnung des Ganges im Handumdrehen zugemauert gewesen."

Der Stadtschultheiß hatte seinen Kopf hoch aus der Halsbinde erhoben, wie um besser hören zu können, was der Andere sprach, ließ aber sein Kinn alsdann wieder rasch und tiefer niedertauchen, wobei er kopfschüttelnd sagte: "Das sind ja ganz revolutionäre Ansichten, Sprandel; gerade so, als wenn ich Herr und Meister hier im Rathhause wäre und nicht bloß unter Controle des Stadtrathes verwaltende Behörde, von dem Zutrauen der Bürgerschaft dorthin gesetzt und deßhalb verpflichtet, Alles zu thun, um dieses Vertrauen

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