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Das Geständnis Roman von Grisham, John (eBook)

  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Das Geständnis

"Vielleicht der beste Grisham aller Zeiten. Und das will was heißen." Brigitte Als Travis Boyette in seinem Büro auftaucht, kann Reverend Schroeder nicht ahnen, dass diese Begegnung sein Leben für immer verändern wird. Boyette bittet um ein Gespräch. Er sei sterbenskrank und möchte vor seinem Tod sein Gewissen erleichtern. Dann schildert Boyette in allen Einzelheiten die Vergewaltigung und den Mord an der siebzehnjährigen Nicole Yarber. Das Mädchen war vor Jahren verschwunden, ihr Leichnam wurde nie gefunden. Trotzdem kam es zu einer Verurteilung. Ein damaliger Mitschüler Nicoles, der Afroamerikaner Donté Drumm, wurde kurz nach seiner Verhaftung für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. In vier Tagen soll Donté Drumm hingerichtet werden. Ein verzweifelter Wettlauf gegen die Zeit beginnt. John Grisham hat 31 Romane, ein Sachbuch, einen Erzählband und sechs Jugendbücher veröffentlicht. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Er lebt in Virginia.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641110369
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: The Confession
    Größe: 2042 kBytes
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Das Geständnis

1

Der Küster von St. Mark hatte gerade eine dicke Schneeschicht vom Gehsteig geschippt, als ein Fremder mit einem Gehstock auftauchte. Die Sonne schien, aber der Wind blies in Sturmstärke, und die Temperatur hatte sich um den Gefrierpunkt eingependelt. Der Mann trug lediglich eine dünne Latzhose, ein Sommerhemd, ausgetretene Wanderstiefel und eine leichte Windjacke, die der Kälte kaum etwas entgegenzusetzen hatte. Aber das schien ihn nicht zu stören, und er hatte es auch nicht eilig. Hinkend, leicht zur linken, vom Stock gestützten Seite geneigt, schlurfte er an der kleinen Kirche vorbei und auf eine Seitentür zu, auf der in dunkelroten Buchstaben "Büro" stand. Er klopfte nicht an. Die Tür war unverschlossen. Beim Eintreten fuhr ihm ein heftiger Windstoß in den Rücken.

Das Empfangsbüro von St. Mark sah genauso vollgestopft und verstaubt aus, wie man es in einer alten Kirche erwartete. In der Mitte des Raumes stand ein Schreibtisch, an dem eine junge Frau saß. Ein Namensschild wies sie als Charlotte Junger aus. Mit einem Lächeln sagte sie: "Guten Morgen."

"Guten Morgen", erwiderte der Mann und schwieg einen Augenblick. "Es ist sehr kalt draußen."

"Allerdings." Sie musterte ihn rasch. Sein Problem war ganz offensichtlich, dass er weder Mantel noch Handschuhe noch Mütze trug.

"Ich nehme an, Sie sind Mrs. Junger", sagte er mit einem Blick auf das Schild.

"Nein, Mrs. Junger ist nicht da. Sie hat Grippe. Ich bin Dana Schroeder, die Frau des Reverend. Ich helfe heute nur aus. Was können wir für Sie tun?"

Der Mann blickte hoffnungsvoll auf den einzigen freien Stuhl im Raum. "Darf ich?"

"Natürlich."

Er setzte sich vorsichtig, als müsste er jede Bewegung in Gedanken vorbereiten. "Ist der Reverend da?", fragte er und sah zu einer massiven Tür auf der linken Seite hinüber.

"Ja, aber er ist in einer Besprechung. Was können wir für Sie tun?" Sie war schlank, ihre Brüste zeichneten sich unter dem engen Pullover ab. Alles von der Taille abwärts war hinter dem Schreibtisch verborgen. Er hatte immer die Zierlichen bevor zugt. Solche wie sie. Ebenmäßiges Gesicht, große blaue Augen, hohe Wangenknochen, ein hübsches, adrettes Mädchen. Die perfekte kleine Pastorenfrau.

Es war so lange her, dass er eine Frau berührt hatte.

"Ich muss unbedingt Reverend Schroeder sprechen." Er faltete die Hände wie zum Gebet. "Ich war gestern in der Kirche und habe ihn predigen hören, und ich ... nun ja, ich brauche seinen Beistand."

"Er hat heute viel zu tun", sagte sie lächelnd. Sie hatte sehr hübsche Zähne.

"Es ist wirklich dringend."

Dana war lange genug mit Reverend Keith Schroeder verheiratet, um zu wissen, dass aus seinem Büro niemand weggeschickt wurde, ob er nun einen Termin hatte oder nicht. Außerdem war es ein eiskalter Montagmorgen, und so beschäftigt war Keith nun auch wieder nicht. Ein paar Telefonate, die üblichen Krankenhausbesuche. Im Moment führte er ein Gespräch mit einem jungen Paar, das die geplante Hochzeit absagen wollte. Sie kramte auf dem Schreibtisch herum und fand schließlich den kleinen Fragebogen, den sie gesucht hatte. "Also gut. Ich brauche ein paar Auskünfte von Ihnen, dann sehen wir weiter." Sie zückte einen Kugelschreiber.

"Danke." Er deutete eine Verbeugung an.

"Ihr Name?"

"Travis Boyette." Aus alter Gewohnheit buchstabierte er den Nachnamen. "Geboren am 10. Oktober 1963 in Joplin, Missouri. Vierundvierzig Jahre alt, alleinstehend, geschieden, keine Kinder. Kein fester Wohnsitz. Keine Arbeit. Keine Zukunft."

Dana hörte zu, während sie die passenden Felder auf dem Blatt suchte. Seine Antworten warfen weit mehr Fragen auf, als das schlichte Formular vorsah. "Gut. Was die Adresse betrifft ...", sagte sie, ohne das Schreiben zu unterbrechen. "Wo wohnen Sie zurzeit?"

"Zurzeit stehe ich unter der Obhut der Gefängnisbehörde des Bund

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