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Das Grab ohne Namen: Krimi Cassiopeiapress Thriller von Teuber, Bernd (eBook)

  • Verlag: BookRix
eBook (ePUB)
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Das Grab ohne Namen: Krimi

Krimi von Bernd Teuber Der Umfang dieses Buchs entspricht 214 Taschenbuchseiten. Die Leiche eines 10-jährigen Mädchens wird aus dem Altwarmbüchener See bei Hannover gezogen. Kommissar Wolfgang Mauritz und sein Kollege Förster ermitteln unter Hochdruck. Die Spur führt zu einem vorbestraften Kinderschänder. Bevor er die Tat gesteht, nimmt er sich das Leben. Die Identität des Mädchens bleibt jedoch ungeklärt. Niemand vermisst das Kind. Kommissar Mauritz veranlasst auf eigene Kosten eine Beerdigung und lässt einen Grabstein aufstellen, auf dem einzig und allein ein Kreuz eingemeißelt ist. An jedem Jahrestag des Fundes besucht er das Grab. Gleichzeitig setzt er seine Nachforschungen fort. Doch erst 14 Jahre später findet Mauritz eine neue Spur. Am Grab des Mädchens trifft er eine Frau, die mehr zu wissen scheint. Er will sie ansprechen, aber sie flieht. Er hat sie nie zuvor gesehen. Sie ist unscheinbar, abgesehen von der Narbe auf der linken Wange. Wer ist diese Frau? Warum ist sie geflohen? Mauritz macht sich auf die Suche. Doch irgendjemand setzt alles daran, um ihn an seinen Nachforschungen zu hindern. Notfalls auch mit Gewalt ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 202
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783739642536
    Verlag: BookRix
    Größe: 624 kBytes
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Das Grab ohne Namen: Krimi

5

Nach einer unruhigen Nacht, in der Wolfgang schlecht geschlafen hatte, weil ständig das tote Mädchen durch seine Träume geisterte, erwachte er viel zu früh. Es war noch völlig still im Haus, und das schmutzige Grau des Morgens hellte sich nur ganz langsam auf. Neben ihm lag Carla. Sie schlief noch mit tiefen, regelmäßigen Atemzügen. Er wandte vorsichtig den Kopf und betrachtete seine Frau. Sie lag flach auf dem Rücken, ihre Stupsnase wies zur Zimmerdecke, und die Fülle ihres Haares breitete sich über das Kissen, wie die entfalteten Flügel eines Vogels. Er blickte auf ihren sinnlichen Mund, auf die Lippen, die ihn schon so oft voller Liebe geküsst hatten. Wolfgang konnte sich ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen, so lange waren sie schon zusammen.

Carla und er hatten Höhen und Tiefen durchlebt, Krisen gemeistert, aber auch schöne Zeiten miteinander gehabt. Doch über seine Arbeit sprach er mit ihr so gut wie nie. Und wenn, dann nur über allgemeine Dinge. Was hätte er auch sagen sollen? Er verbrachte seine Tage damit, sich tote und verstümmelte Menschen anzusehen - besonders, wenn es sich wie in diesem Fall um ein Kind handelte -, war das kein geeignetes Gesprächsthema. Weder beim Abendessen, noch sonst irgendwann. Und allmählich ging ihm dieser Fall mit dem toten Mädchen auch an die Nieren. Bei seiner Art von Arbeit war es zwar notwendig, eine gewisse Distanz und Objektivität zu wahren, weil man sonst den Verstand verlor, aber je länger die Ermittlungen andauerten, desto schwerer fiel es ihm. In solchen Augenblicken war er fast froh darüber, dass Carla und er keine Kinder hatten. Bei dem, was er tagtäglich zu sehen bekam, wäre es ihm wahrscheinlich schwergefallen, ihnen den nötigen Freiraum zu geben, den sie für ihre Entwicklung brauchten. Stattdessen hätte er versucht, diese Kinder auf Schritt und Tritt zu bewachen, damit ihnen bloß nichts zustieß.

Draußen war der Himmel inzwischen hell geworden. Carla schlug die Augen auf und rollte herüber in Wolfgangs Arme.

"Guten Morgen", flüsterte sie und küsste ihn. "Du bist schon wach?"

Er lächelte. "Nein, ich schlafe noch."

Sie lagen eine Weile eng beisammen, dann wurde es Zeit, aufzustehen. Nach dem Frühstück fuhr er mit der Straßenbahn zur Mordkommission und ließ sich auf den neusten Stand der Ermittlungen bringen. Das Ergebnis war enttäuschend. Noch immer gab es keine brauchbare Spur von dem Täter. Noch immer war die Identität des Mädchens ungeklärt.

"Stunde Null", sagte Kommissar Mauritz niedergeschlagen. "Hatten wir schon lange nicht mehr."

"Ja", stimmte Förster ihm zu. "Aber es hat auch keinen Sinn, wenn wir uns zu sehr in diese Sache verbeißen."

"Was sollen wir denn sonst machen? Darauf warten, dass der Mörder hier eines Tages zur Tür herein marschiert kommt?"

"Nein, natürlich nicht."

"Ich hasse dieses verdammte Blinde-Kuh-Spielen."

Er war im Innersten unzufrieden. Seine Vorgesetzten machten keinen Hehl daraus, dass ihnen die Leistungen der Ermittlungskommission nicht genügten. Und Wolfgang Mauritz wusste nur zu gut, dass, wenn die Dinge schief gehen sollten, er der Erste war, der es ausbaden musste. Man würde ihm vorwerfen, er hätte reichlich Zeit und jede Hilfe gehabt, die er verlangt habe, und trotzdem hätte er keine Ergebnisse vorweisen können. Wie immer, wenn die Dinge schlecht standen, wandten sich seine Gedanken der Zukunft zu. Noch ein paar Jahre, dann konnte er sich pensionieren lassen und sich eine Stellung in der freien Wirtschaft suchen. Verschiedene seiner Freunde hatten das in den vergangenen Jahren getan und leisteten jetzt viel weniger Arbeit für viel mehr Geld. Selbstverständlich versäumte Mauritz die Tatsache zu berücksichtigen, dass sie im Allgemeinen nicht so glücklich waren, wie bei der Polizei, doch in seinem innersten Herzen wusste er, dass seine Pläne nur das Ergebnis gereizter Unzufriedenheit waren. Er mochte seine Arbeit verfluchen, manchmal sog

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