text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Das Haus der vergessenen Träume Roman von Webb, Katherine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.10.2012
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Das Haus der vergessenen Träume

Erst schlägt es höher, dann steht es still Als die Journalistin Leah Hickson auf zwei geheimnisvolle Briefe stößt, gerät sie bald in den Sog einer Spurensuche, die sie in das England des frühen 20. Jahrhunderts zurückführt. Es ist die Geschichte einer starken jungen Frau, eine Geschichte von Liebe und tödlichem Verrat. Und schon bald erkennt Leah, dass die Vergangenheit ihr eigenes Leben nicht unberührt lässt. Denn ihre Nachforschungen führen sie zu einem alten Haus und einem lange vergessenen Familiengeheimnis, das stärker mit ihrem Schicksal verwoben ist, als sie zunächst ahnt ... Katherine Webb, geboren 1977, wuchs im ländlichen Hampshire auf und studierte Geschichte an der Durham University. Heute lebt sie in der Nähe von Bath, England. Nach dem großen internationalen Erfolgsdebüt "Das geheime Vermächtnis" folgten zahlreiche Romane wie "Das fremde Mädchen" oder "Italienische Nächte", die die Autorin auch in Deutschland zu einer festen Größe auf der SPIEGEL-Bestsellerliste machten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 528
    Erscheinungsdatum: 16.10.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641085919
    Verlag: Diana Verlag
    Serie: Diana-Taschenbücher 35715
    Originaltitel: The Unseen
    Größe: 2527 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Das Haus der vergessenen Träume

2011

Als Leah dem Mann, der ihr Leben verändern sollte, zum ersten Mal begegnete, lag er bäuchlings auf einem Stahltisch. Von seiner Kleidung war nur noch hier und da ein Fetzen übrig, schlammfarben und glitschig-feucht - die untere Hälfte eines Hosenbeins, die Schultern seiner Jacke. Sie fror um seinetwillen, und seine Nacktheit machte sie ein wenig verlegen. Sein Kopf war von ihr abgewandt, das Gesicht halb an den Tisch gepresst, sodass sie nur die dunklen, steifen Strähnen seines Haars und ein perfektes, wächsernes Ohr sehen konnte. Leahs Haut kribbelte - sie kam sich vor wie eine Voyeurin. Als schliefe er nur und könnte sich jeden Moment regen, den Kopf heben und sie ansehen, geweckt von den Geräuschen ihrer Schritte und ihres Atems in diesem makellosen Ohr.

"Du wirst dich doch nicht übergeben, oder?" Ryans Stimme riss sie aus ihrer Trance. Sie schluckte und schüttelte den Kopf. Ryan grinste ein wenig boshaft.

"Wer ist er? War er?", fragte sie und räusperte sich. Betont gelassen verschränkte sie die Arme vor der Brust.

"Wenn wir das wüssten, hätte ich dich nicht den weiten Weg bis nach Belgien kommen lassen." Ryan zuckte unbekümmert mit den Schultern. Er trug einen weißen Kittel wie ein Arzt, aber seiner war schmuddelig, fleckig und nicht zugeknöpft, sodass darunter eine zerrissene Jeans und ein abgewetzter Ledergürtel zum Vorschein kamen.

"Siehst du zum ersten Mal eine Leiche?", fragte Peter in seiner ruhigen, französisch gefärbten Sprechweise. Er leitete das Institut für Archäologie.

"Ja." Leah nickte.

"Ist immer eine seltsame Erfahrung. Ein so alter Leich nam stinkt wenigstens nicht. Na ja, jedenfalls nicht so schlimm", bemerkte er. Leah wurde bewusst, dass sie schon die ganze Zeit durch den Mund atmete, weil sie mit dem Schlimmsten rechnete. Vorsichtig sog sie jetzt die Luft durch die Nase ein. Ein feuchter, etwas herber Geruch hing im Raum, wie nasses Laub im Januar.

Sie suchte in ihrer Tasche herum und holte Notizblock und Stift heraus.

"Wo, sagtest du, wurde er gefunden?", fragte sie Ryan.

"Im Garten hinter einem Haus in der Nähe von Zonnebeke, nordöstlich von Ypres. Eine Madame Bichet hat ein Grab für ihren Hund ausgehoben." Ryan hielt inne und tat so, als müsse er in seinen Aufzeichnungen nachsehen. "Er hieß André , soweit ich weiß." Er verzog den Mund, und sein schiefes Grinsen ging Leah unter die Haut. Sie zog nur eine Augenbraue hoch und sah ihn stumm an. Unter den grellen Lichtleisten wirkte seine Haut blass, und er hatte Ringe unter den Augen. Aber er ist immer noch schön, dachte sie hilflos. Immer noch so schön. "Da gräbt man ein Grab und stößt dabei auf ein anderes. Sie hat ihm mit dem Spaten fast den rechten Arm abgetrennt - schau, da." Vorsichtig deutete er auf den Unterarm des Toten. Die fahle Haut war aufgeplatzt und gab den Blick auf faseriges, braunes Fleisch frei. Leah schluckte schwer, und ihr wurde ein wenig schwindelig.

"Wird die Britische Kriegsgräberfürsorge ihn denn nicht identifizieren? Warum habt ihr mich angerufen?"

"So viele tote Soldaten werden jedes Jahr gefunden - fünfzehn, zwanzig, fünfundzwanzig. Wir geben uns Mühe, aber wenn es keine Regimentsabzeichen, keine Erkennungsmarken oder besonderen Ausrüstungsgegenstände gibt, haben wir einfach nicht die Mittel, der Sache weiter nachzugehen", erklärte Peter.

"Er bekommt eine hübsche Beerdigung und ein weißes Kreuz auf sein Grab, aber sie werden eben nicht wissen, welchen Namen sie darauf schreiben sollen", sagte Ryan.

"Eine hübsche Beerdigung?", wiederholte Leah. "Du bist respektlos, Ryan. Warst du schon immer."

"Ich weiß. Ich bin unmöglich, nicht?" Wieder grinste er fröhlich.

"Also, wenn ihr überhaupt keine Anhaltspunkte habt, warum meint ihr dann, ich könnte euch weiterh

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen