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Das Haus des Todes Thriller von Cleave, Paul (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.10.2012
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Das Haus des Todes

Tretet ein - seid meine Gäste ... Es ist Nacht über der Metropole Christchurch, Neuseeland. Caleb Cole verlässt sein Haus, steigt in den Wagen. Er macht sich an die Arbeit - es gibt viel zu tun. Caleb fühlt sich gut - er ist frisch geduscht, kein Blut klebt mehr an seinem Körper. Nun ist es Zeit, das Werk zu vollenden. Es soll eine lange Nacht werden - mit vielen Opfern. Caleb biegt in die Straße zum alten Schlachthaus. Hier wird er seine Gäste versammeln. Behutsam fasst er an sein Messer. Das Spiel beginnt ... Paul Cleave wurde am 10. Dezember 1974 in Christchurch, Neuseeland geboren, dem Ort, wo auch seine Romane spielen. Dem Fan von Stephen King und Lee Child gelang mit seinem Debütroman Der siebte Tod auf Anhieb ein internationaler Erfolg, der in Deutschland monatelang auf den ersten Plätzen der Bestsellerlisten stand.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 576
    Erscheinungsdatum: 22.10.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641095482
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Laughterhouse
    Größe: 776 kBytes
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Das Haus des Todes

Kapitel 1

Das Wetter ist für eine Beerdigung denkbar ungeeignet. Die Sonne, die am frühen Montagmorgen in Christchurch schien, wurde inzwischen von Regen abgelöst. Der eben noch wolkenlose Himmel ist jetzt überall grau, nirgends ist eine blaue Stelle zu sehen. Erst gießt es in Strömen, dann wird ein lästiges Nieseln daraus, gegen das die Scheibenwischer meines Autos kaum ankommen. Mein Wagen macht nicht viel her - er ist über zwanzig Jahre alt, was ungefähr siebzig Menschenjahren entspricht, jedenfalls hat er das Rentenalter erreicht. Manchmal springt er morgens an, manchmal nicht, aber er hat nicht viel gekostet, und um ehrlich zu sein, kann ich mir selbst etwas, das nur wenig kostet, kaum leisten.

Heute Morgen ist es nicht besonders kalt. Der März zeigt sich häufig von seiner freundlichen Seite, obwohl es jeden Tag kühler wird und es in Riesenschritten auf Juli und August mit ihren eisigen Temperaturen zugeht. Unter solchen Bedingungen bewegt sich mein Wagen keinen Zentimeter mehr von der Stelle. Und ich vielleicht auch nicht, denn bezahlte Arbeit ist bei mir eher die Ausnahme als die Regel. Die einzigen Aufträge als Privatdetektiv, die ich in letzter Zeit hatte, hat mir Detective Inspector Carl Schroder zugeschanzt, unbedeutende Fälle, um die sich die Polizei nicht kümmern kann, weil sie inzwischen zu sehr damit beschäftigt ist, die anständigen Bürger von Christchurch davor zu bewahren, unter der Erde zu landen.

Allerdings ist es nicht mehr März. Seit zehn Stunden haben wir April, und der April ist ein noch schlimmerer Monat. Die Hälfte der Zeit habe ich geschlafen, und die andere bin ich mit einem Foto von Lucy Saunders in der Tasche von Motel zu Motel gefahren und habe es den Mitarbeitern am Empfang gezeigt. Lucy Saunders ist eine aufgeschlossene, freundliche Frau und gerade mal Mitte zwanzig, sie ist attraktiv und warmherzig, alles Eigenschaften, die sie zu einer idealen Betrügerin machen. Eigenschaften, die ihr Ärger mit der Polizei eingehandelt haben. Sie ist gegen Kaution auf freiem Fuß und hat sich aus dem Staub gemacht; seit zwei Wochen ist sie jetzt verschwunden, und die zwanzigtausend Dollar, die sie gestohlen hat und die ihr zum Verhängnis wurden, sind immer noch nicht wieder aufgetaucht. Das ist eigentlich kein Job für einen Privatdetektiv, sondern für einen Kopfgeldjäger, aber es bringt Geld in die Kasse. Ich hoffe es zumindest - denn Lucy Saunders ist mein erster Kautionsfall.

Am vernünftigsten wäre es gewesen, wenn Lucy und ihr Freund einen Wagen bestiegen hätten und einfach davongefahren wären, immer weiter, um eine möglichst große Entfernung zwischen sich und Christchurch zu legen, doch Vernünftiges kommt Leuten wie Lucy und ihrem Freund nicht unbedingt in den Sinn. Ich steige aus meinem Wagen und halte mir zum Schutz gegen den Regen eine Zeitung über den Kopf, während ich zu den großen Glastüren des Everblue Motel renne, einem Motel, in dem man nicht tot aufgefunden werden will, denn das hieße, dich hätte irgendein Zuhälter kaltgemacht, weil du eines seiner Mädchen mies behandelt hast. Der Typ hinter dem Empfangsschalter sieht aus, als würde er sich nur für Hamburger und Pornos interessieren. Er trägt ein mit Essensresten beschmiertes Hemd; es ist aufgeknöpft und gibt den Blick frei auf ein Netzunterhemd, aus dem seine Haare hervorstehen wie die Borsten eines Farbpinsels. Und ich bin froh, dass ich die letzten zwanzig Stunden nichts zu mir genommen habe. Der Raum stinkt nach Zigarettenqualm, und von der Deckenfarbe ist vor lauter Fliegenscheiße fast nichts mehr zu erkennen.

"Ein Doppelzimmer kostet ..."

Er hält inne, als ich das Foto auf den Tresen lege. "Haben Sie diese Frau schon mal gesehen?", frage ich.

"Pass mal auf, Kollege, hier tauchen ständig irgendwelche Cops, Väter und Zuhälter auf, die jemanden suchen, und allen sage ich dasselbe - umsonst ist nur der Tod."

"Zu gütig",

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