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Das krumme Haus von Christie, Agatha (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.03.2018
  • Verlag: Atlantik Verlag
eBook (ePUB)
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Das krumme Haus

Ein Haus. Ein Mord. Viele Verdächtige. Drei Generationen der Familie Leonides leben in dem großen, krummen Haus mit den vielen Giebeln. Doch dann wird der alte Aristide Leonides ermordet. Jeder hatte einen Grund, den alten Tyrannen ins Jenseits zu befördern, aber als Motiv für einen Mord reicht eigentlich keiner dieser Gründe aus. Solange der Mordfall ungeklärt bleibt, weigert sich Sophia, die geliebte Enkelin des Millionärs, ihren Verlobten Charles zu heiraten. Dann geschieht ein zweiter Mord ... Kann Charles Scotland Yard helfen, den Mörder zu entlarven? Agatha Christie begründete den modernen britischen Kriminalroman und avancierte im Laufe ihres Lebens zur bekanntesten Krimiautorin aller Zeiten. Ihre beliebten Helden Hercule Poirot und Miss Marple sind - auch durch die Verfilmungen - einem Millionenpublikum bekannt. 1971 wurde sie in den Adelsstand erhoben. Agatha Christie starb 1976 im Alter von 85 Jahren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 14.03.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455002317
    Verlag: Atlantik Verlag
    Größe: 657 kBytes
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Das krumme Haus

2

E s sollten über zwei Jahre vergehen, bevor ich nach England zurückkehrte. Es waren keine leichten Jahre. Ich schrieb Sophia und hörte von ihr ziemlich regelmäßig. Ihre Briefe waren, ebenso wie meine, keine Liebesbriefe. Es waren Briefe, wie sie sich gute Freunde schreiben - sie handelten von Einfällen und Gedanken und alltäglichen Begebenheiten. Dennoch weiß ich, dass, was mich - und, wie ich annahm, auch Sophia - betraf, unsere Gefühle füreinander stetig wuchsen und an Kraft gewannen.

Es war ein milder grauer Tag im September, als ich nach England zurückkehrte. Die Blätter an den Bäumen leuchteten golden im Abendlicht. Der Wind spielte in Böen damit. Vom Flugplatz aus schickte ich Sophia ein Telegramm:

SOEBEN GELANDET.

DINNER HEUTE MARIO'S 21 UHR? CHARLES.

Ein paar Stunden später hatte ich es mir mit der Times bequem gemacht und überflog gerade die Spalte mit den Geburten, Hochzeiten und Todesfällen, als mein Blick am Namen Leonides hängen blieb:

Am 19 . Sept. in Three Gables, Swinly Dean, starb Aristide Leonides, geliebter Gatte von Brenda Leonides, in seinem 88 . Lebensjahr. Schmerzlich vermisst.

Unmittelbar darunter stand eine weitere Traueranzeige:

LEONIDES - Unerwartet verstarb in seinem Domizil Three Gables, Swinly Dean, Aristide Leonides. Zutiefst betrauert von seinen liebenden Kindern und Enkeln. Blumen an die St Eldred's Church, Swinly Dean.

Ich fand die zwei gesonderten Anzeigen ziemlich kurios. Irgendein organisatorischer Fehler musste zu dieser Überschneidung geführt haben. Aber meine Hauptsorge galt Sophia. Hastig schickte ich ihr ein zweites Telegramm:

SOEBEN VOM TOD DEINES GROSSVATERS ERFAHREN. HERZLICHES BEILEID. SCHREIB WANN ICH DICH SEHEN KANN. CHARLES.

Sophias telegraphische Antwort erreichte mich um sechs im Haus meines Vaters. Sie lautete:

BIN 21 UHR BEI MARIO. SOPHIA.

Beim Gedanken daran, Sophia wiederzusehen, war ich zugleich nervös und gespannt. Die Zeit kroch mit zermürbender Langsamkeit dahin. Ich war zwanzig Minuten zu früh bei Mario. Sophia verspätete sich lediglich um fünf Minuten.

Es ist immer ein gewisser Schock, jemandem wiederzubegegnen, den man lange nicht gesehen hat, der einem aber während dieser Zeit höchst gegenwärtig war. Als Sophia endlich durch die Schwingtür trat, kam mir unser Zusammentreffen vollkommen irreal vor. Sie trug Schwarz, und diese Tatsache überrumpelte mich kurioserweise. Zwar trugen die meisten anderen anwesenden Frauen ebenfalls Schwarz, aber ich war mir irgendwie sicher, dass es bei ihr eindeutig Trauerkleidung war - und es überraschte mich, dass Sophia die Sorte Mensch sein sollte, die tatsächlich Trauer trug, und sei es auch für einen nahen Verwandten.

Wir tranken Cocktails und gingen dann zu unserem Tisch. Wir sprachen schnell und hektisch, erkundigten uns nach alten Freunden aus unserer Zeit in Kairo. Es war eine gekünstelte Konversation, aber sie half uns über unsere anfängliche Verlegenheit hinweg. Ich sprach ihr mein Beileid wegen ihres Großvaters aus, und Sophia sagte leise, dass sein Tod "sehr plötzlich" gekommen sei. Dann stürzten wir uns wieder in Erinnerungen. Allmählich bekam ich das unangenehme Gefühl, dass da etwas war - etwas anderes, meine ich, als die ganz natürliche anfängliche Befangenheit nach einer langen Trennung. Irgendetwas stimmte nicht, mit Sophia stimmte etwas ganz eindeutig nicht. War sie möglicherweise im Begriff, mir zu sagen, dass sie einen anderen Mann kennengelernt hatte, einen, der ihr mehr bedeutete als ich? Dass ihre Gefühle für mich "ein einziger Fehler" gewesen waren?

Irgendwie glaubte ich nicht, dass es das war, aber ich wusste nicht, was

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