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Das Labyrinth am Ende der Welt von Simoni, Marcello (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.09.2015
  • Verlag: Emons Verlag
eBook (ePUB)
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Das Labyrinth am Ende der Welt

Frühjahr 1229. Die unbarmherzige Sekte der Luziferianer überzieht Italien mit Tod, Zerstörung und Gewalt. Reliquienhändler Ignazio da Toledo gerät unschuldig in den Verdacht, in die Taten verwickelt zu sein. Um sich gegen die Anschuldigungen des Inquisitors Konrad von Marburg zu wehren, begibt er sich auf eine gefährliche Reise, die ihn nach Sizilien und an den Hof Friedrichs II. führt. Welches Geheimnis hüten die Luziferianer, das so kostbar ist, dass es das Opfer so vieler Leben wert ist? Der dritte Teil des Weltbestsellers: mittelalterlich, düster - hochspannend. Marcello Simoni, 1975 in Comacchio in der italienischen Provinz Ferrara geboren, studierte Literatur und arbeitete als Buchhändler und Archäologe. Sein Debütroman 'Der Händler der verfluchten Bücher' wurde über Nacht zum Weltbestseller. Der Mittelalter-Thriller gewann renommierte Literaturpreise und belegte Spitzenplätze in den Bestsellerlisten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 17.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863588601
    Verlag: Emons Verlag
    Größe: 3708 kBytes
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Das Labyrinth am Ende der Welt

1

Paris, Nacht des 26. Februar

Suger schaute sich noch einmal um. Jemand verfolgte ihn. Ein riesiger Mann, der in einen zerrissenen Umhang gehüllt war. Er hatte ihn erst vor Kurzem bemerkt, während er vom Montagne Sainte-Geneviève Richtung Cité hinabstieg, und da er einen Überfall befürchtete, hatte er beschlossen, seine Schritte zu beschleunigen. Abgesehen von dieser beeindruckenden Gestalt war die Straße menschenleer, nur umherhuschende Ratten waren zwischen den aufgehäuften Abfällen zu sehen. Schmutz und Unrat überall, zum Großteil noch Überreste der Ausschweifungen des Karnevals.

Suger zog sich die Kapuze über den Kopf, um sich vor der Kälte zu schützen, hinter einer Biegung sah er sich wieder um. Der Mann in dem zerrissenen Umhang kam immer näher ... Hätte ihn doch der Abt von Saint-Victor bloß nicht zu sich gerufen! Suger unterrichtete am Studium als magister medicinae , aber er war zu arm, um es sich leisten zu können, nach Sonnenuntergang keine Patienten mehr aufzusuchen, vor allem dann nicht, wenn sie gut zahlten. Abgesehen von einem Tee aus Bohnenkraut und einem Wickel für die geschwollenen Füße hatte ihm der alte Abt eine ordentliche Portion Geduld abverlangt. Suger hasste das Gejammer alter Menschen, und jedes Mal, wenn er auf so jemanden stieß, bedauerte er es, nicht in die Fußstapfen seines Vaters getreten zu sein, der über vierzig Jahre lang Glasfenster für Kathedralen gefertigt hatte.

Der Mann mit dem Umhang verfolgte ihn hartnäckig. Suger bemerkte, dass er das linke Bein leicht nachzog, und vermutete, dass er verletzt war. Als er sah, dass der Mann ihm winkte, er möge doch stehen bleiben, fürchtete er das Schlimmste. Voller Angst bog er schnell nach rechts ab und lief durch eine schlammige Gasse, bis er zu einem Weinberg kam.

Geduckt eilte er zwischen den Rebenreihen weiter, bis er überzeugt war, dass der andere seine Spur verloren hatte, dann kam er wieder hervor und eilte Richtung Grande Rue. Er kannte die Viertel hier sehr gut. Die Dominikaner vom Kloster Saint-Jacques würden ihm im Notfall beistehen. Doch als er dieses Gebäude erreicht hatte, erkannte er, dass ihm keine Gefahr mehr drohte.

Der Mann im Umhang war verschwunden.

Suger wurde langsamer und blieb schließlich gegen eine Mauer gelehnt stehen, um tief Luft zu holen. Schweiß stand auf seiner Stirn, und seine Knie schmerzten, es war eine Ewigkeit her, dass er so gerannt war. Er sah sich mehrmals um, weil er befürchtete, sich geirrt zu haben. Aber es stimmte, er hatte den Mann abgehängt. Er konnte also in Ruhe nach Hause gehen.

Er atmete noch einmal tief durch, dann lief er über den Dreck schlitternd im Schein der in die Wände eingelassenen Fackeln durch die Grande Rue zum Seine-Ufer. Allmählich wurde die Straße immer breiter und sauberer. Doch die Angst ließ ihn nicht los. Wer war dieser Fremde? Was wollte er von ihm? Suger versuchte sich abzulenken, indem er in Gedanken die Aufgaben durchging, die er am folgenden Tag zu erledigen hatte. Morgen war Mardi gras , doch er musste trotzdem seine Vorlesung halten und seinen Lieblingsschüler treffen, weil dieser demnächst die Prüfung zum baccalarius ablegen sollte.

Tief versunken in seine Überlegungen erreichte er die rive gauche . Hier verbarg sich die Seine hinter einigen Häusern, die auf einer Steinbrücke, dem Petit-Pont, errichtet worden waren. Suger lief etwa bis zur Mitte der Brücke, während er dem düsteren Rauschen des Wassers lauschte, dann blieb er vor einer von Feuchtigkeit angegriffenen Tür stehen. Endlich war er zu Hause.

Bevor er eintrat, schaute er noch einmal zur Île de la Cité hinüber, die sich wie ein großes Schiff in der Mitte des Flusses abzeichnete. Das Herz von Paris. Dort erhoben sich die Kathedrale Notre-Dame und die Schule des Domkapitels. Dort durft

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