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Das letzte Lied von Lonski, Günter von (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.09.2010
  • Verlag: CW Niemeyer Buchverlage GmbH
eBook (PDF)
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Das letzte Lied

Ein Sonntagmorgen Anfang April. Ein Wetter wie im November, kühl und nass. Die Polizei meldet eine Leiche an der Münsterbrücke. Hameln ist bestürzt. Anke Papenburg, bekannt durch die Fernsehsendung DNCS - Deutschlands Next Casting Star, wird tot aus der Weser geborgen. Selbstmord. So sieht es jedenfalls die Polizei. Nur Hubert Wesemann ist skeptisch. Der freie Journalist mit seiner Einmann-Redaktion für Funk und Presse gibt sich nicht damit zufrieden. Er recherchiert im Umfeld der Casting-Queen und zweifelt schon bald an Anke Papenburgs freiwilligem Sturz in die Fluten. Es gibt durchaus Leute, die ein Interesse daran haben könnten, die junge Frau verschwinden zu lassen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 289
    Erscheinungsdatum: 28.09.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783827196002
    Verlag: CW Niemeyer Buchverlage GmbH
    Größe: 1116 kBytes
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Das letzte Lied

EINS
Ein Sonntagmorgen Anfang April. Wetter wie im November, kühl und nass. Der Tag will nicht in die Gänge kommen.
Hubert Wesemann sitzt in seiner Wohnung in der Deisterstraße, gießt sich einen Kaffee ein und liest die Wochenendbeilage der Deister- und Weserzeitung. Die hebt er sich immer für den Sonntagmorgen auf.
Manchmal wäre es schön, mit jemandem am Küchentisch zu reden, doch dieser Jemand hat vor acht Monaten das Weite gesucht. Nein, nicht allein. Ältere Frauen haben in letzter Zeit den Drang zu wesentlich Jüngeren. Helga nannte ihn: Mein Johnny. Na ja, mein Depp hätte sie ihn auch schlecht nennen können. Jetzt schippert sie mit ihrem Fluch der Karibik übers Steinhuder Meer. Egal.
Wesemann streicht sich über seine Bartstoppeln. Dabei hatte er sich von ihr gerade zu einem gemeinsamen Tanzkurs überreden lassen. Zwei Abende waren sie noch gemeinsam übers Parkett geschlichen, dann stand er da ohne Tanzpartnerin.
Andererseits hat so ein Frühstück im Alleingang auch Vorteile.
Keine mahnenden Blicke wandern über seine alten Jeans, den ausgebeulten Pulli und die ausgelatschten Schlappen.
Ja, Helga, was jetzt kommt, hätte dir erst recht nicht gefallen. Wesemann holt aus dem Kühlschrank ein dunkelbraunes Glas. Ich schmiere mir ein Brot, nein, nein, es ist nicht Nutella. Mein Favorit ist Nutoka von Aldi. Ich weiß, weit unter deinem Niveau. Auch egal, du hast sicher gerade etwas Besseres zu tun, als mir Vorwürfe zu machen.
Wesemann schlägt die Zeitungsbeilage auf. Berichte über die Verbesserung des Raumklimas durch Außenwanddämmung, eine vergessene Künstlerpersönlichkeit wird vorgestellt, irgendjemand hat sich auf die Spuren der britischen Legende Sherlock Holmes begeben. Wer wird sich einst auf die Spuren eines Hubert Wesemann begeben? Wesemann widmet sich dem Artikel So leben und lieben Sie: In Paris werden Ihre Träume wahr.
Das Telefon klingelt. Sonntagmorgen, um diese Zeit? Das kann nur der Sender sein. Wesemann arbeitet als freier Journalist für den regionalen Sender radioTOTAL und gelegentlich für die umliegenden Zeitungen.
Früher war er Speditionskaufmann. Aber dann kamen mehrere Bandscheibenvorfälle dazwischen und die Rentenversicherung musste ihm zähneknirschend eine Rente bewilligen.
Vielleicht ein Unfall auf der B 217? Oder ein Feuerwehreinsatz zur Rettung einer verirrten Katze? Und wenn es ein Segelunfall auf dem Steinhuder Meer ist? Nur ein toter Depp ist ein guter Depp! Schade, nicht sein Revier.
Er meldet sich: "Wesemann."
"Wesemann, sind Sie das?" Baxmann vom Sender, Chef vom Dienst und allem Sonstigen.
"Hab' ich doch gesagt."
"Sie nuscheln so."
"Nur sonntags morgens."
"Ist auch egal. Die Polizei meldet eine Leiche an der Münsterbrücke."
"Ich mag keine Wasserleichen."
"Es kann eine heiße Story werden. Es soll sich um die Blonde aus der Casting-Show handeln. Wie hieß sie noch? Julia Kappenburg oder so ..."
"Anke Papenburg!"
"Wie?", fragt Baxmann nach.
"Anke Papenburg!", raunzt Wesemann ins Telefon.
"Mein Gott", stöhnt Baxmann, "Sie nuscheln wie Hans Meiser."
"Hans Moser!"
"Was hat der denn damit zu tun?" Der Chef macht eine verblüffte Pause. "Ist auch egal. Fahren Sie hin, machen Sie was draus. Die erste Meldung geht gleich über den Sender."
"Bin schon unterwegs." Baxmann hat bereits aufgelegt.
Noch ein Bissen vom Nutokabrot, das Radio anschalten und

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