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Das Mädchen im Eis Kriminalroman von Bryndza, Robert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.09.2017
  • Verlag: Penguin Verlag
eBook (ePUB)
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Das Mädchen im Eis

Ein bitterkalter Wintertag hüllt London in Schnee und Schweigen. Das Klingeln eines Handys durchbricht die gespenstische Stille eines zugefrorenen Sees. Doch niemand antwortet. Nur wenige Zentimeter daneben ragen Finger aus dem Eis ...
Acht Monate sind vergangen seit Detective Erika Fosters letztem Einsatz, der in einer Katastrophe endete und ihrem Mann das Leben kostete. Doch es ist an der Zeit, nach vorn zu blicken. Die Tochter einer der mächtigsten Familien Londons wurde ermordet, und Erika setzt alles daran, den Schuldigen zu finden. Während sie noch gegen die Dämonen der Vergangenheit kämpft, rückt sie ins Visier eines gnadenlosen Killers.

Robert Bryndza ist in England geboren und hat in den USA und Kanada gelebt, ehe er mit seinem slowakischen Mann in dessen Heimat zog. Er hat eine Schauspielausbildung absolviert und ist heute hauptberuflich als Autor tätig. "Das Mädchen im Eis" ist der Auftakt seiner Krimireihe um Detective Erika Foster, die in 22 Ländern erscheint.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 11.09.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641206192
    Verlag: Penguin Verlag
    Serie: Erika Foster .1
    Originaltitel: The Girl in The Ice
    Größe: 6633 kBytes
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Das Mädchen im Eis

1

Lee Kinney trat aus dem kleinen Reihenendhaus, in dem er immer noch mit seiner Mutter wohnte, und betrachtete die mit Schnee bedeckte Hauptstraße. Er zog eine Schachtel mit Zigaretten aus seiner Trainingshose und zündete sich eine an. Es hatte das ganze Wochenende geschneit, und jetzt fiel wieder Schnee und überdeckte alle Fuß- und Reifenspuren. Der Bahnhof Forest Hill lag still am Fuß des Hügels; die Pendler, die montagmorgens normalerweise auf dem Weg in ihre Büros im Zentrum Londons an ihm vorbeiströmten, waren wahrscheinlich noch im Warmen und genossen einen geschenkten Vormittag im Bett mit ihrer besseren Hälfte.

Glückspilze.

Lee war arbeitslos, seit er vor sechs Jahren die Schule abgeschlossen hatte, aber die guten alten Zeiten, in denen der Staat einem ein gemütliches Leben ermöglichte, waren vorbei. Die neue Tory-Regierung ging hart gegen die Langzeitarbeitslosen vor, und Lee musste jetzt für sein Geld Vollzeit arbeiten. Man hatte ihm jedoch einen ziemlich bequemen Job als Gemeindegärtner im Horniman Museum zugewiesen, nur zehn Fußminuten entfernt. Er wäre gern wie alle anderen an diesem Vormittag zu Hause geblieben, aber er hatte nicht vom Jobcenter gehört, dass die Arbeit heute ausfallen würde. Seine Mutter hatte sich tierisch aufgeregt und ihn angeschrien, wenn er nicht zur Arbeit erscheine, werde ihm das Arbeitslosengeld gestrichen, und dann könne er sich gleich eine andere Bleibe suchen.

Hinter ihm rumste es. Er drehte sich um und sah das verkniffene Gesicht seiner Mutter am Küchenfenster, die ihn mit einer Handbewegung losscheuchte. Er zeigte ihr den Stinkefinger und machte sich auf den Weg.

Vier hübsche junge Mädchen kamen ihm entgegen. Sie trugen die Uniform der Mädchenschule in Dulwich - rote Jacke, kurzer Rock, weiße Kniestrümpfe. Auf ihre affektierte Art schwatzten sie aufgeregt darüber, dass sie aus der Schule nach Hause geschickt worden waren, während sie gleichzeitig auf ihren iPhones herumwischten - um den Hals die typischen weißen Kopfhörerkabel, die sich von ihren roten Jacken abhoben. Sie gingen nebeneinanderher und machten Lee keinen Platz, sodass er gezwungen war, auf die Straße auszuweichen und durch den Schneematsch zu stapfen, den das Streufahrzeug hinterlassen hatte. Er spürte, wie eisiges Wasser in seine neuen Sportschuhe drang, und warf den Mädchen einen finsteren Blick zu, aber die waren in ihr Geschnatter vertieft und lachten gerade kreischend über irgendetwas.

Eingebildete reiche Zicken , dachte Lee. Als er die Hügelkuppe erreichte, sah er den Turm des Horniman Museums durch die kahlen Äste der Ulmen. Schneereste klebten an den gelben Sandsteinmauern wie nasse Klopapierfetzen.

Lee bog rechts in eine Wohnstraße, die entlang des schmiedeeisernen Zauns der Museumsgärten verlief. Die Straße stieg steil an, und die Häuser wurden immer vornehmer. Oben angekommen blieb er einen Augenblick stehen, um zu verschnaufen. Schnee flog ihm in die Augen, rau und kalt. An guten Tagen konnte man von hier aus über ganz London sehen, bis zum London Eye am Ufer der Themse, aber heute hatte sich eine dicke weiße Wolke über die Stadt gelegt, und Lee konnte nur die imposante Ansammlung von Villen in der Overhill Road am gegenüberliegenden Hügel ausmachen.

Das kleine Tor im Zaun war verriegelt. Der Wind fegte ihm ins Gesicht, und Lee bibberte in seinem Trainingsanzug. Ein bescheuerter alter Depp war für das Gärtnerteam verantwortlich. Eigentlich musste Lee warten, bis der kam und ihn einließ, aber es war weit und breit niemand zu sehen. Er sah sich kurz um, dann kletterte er über das niedrige Tor auf das Museumsgelände und folgte einem schmalen Pfad durch hohe immergrüne Hecken.

Hier, im Schutz vor dem heulenden Wind, war die Welt auf einmal auf geradezu unheimliche Weise still. Es schneite jetzt ziemlich heftig, und Lees Fußspuren wurden schnell überdeckt, als er durch die Heckenreihen ging. Das

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