text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Das Mädchen Jannie Roman von Hammesfahr, Petra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.08.2019
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
15,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Das Mädchen Jannie

Vom Großvater an Miro verkauft, zieht die elternlose Jannie mit einigen Frauen bettelnd über Land. Sie weiß nicht, ob sie zehn oder schon elf Jahre alt ist, aber sie weiß von Kindern, die in feinen Häusern arbeiten müssen, weil sie für den Straßenstrich zu jung sind. Während Kommissar Klinkhammer sich bemüht, Licht ins Dunkel um sieben verscharrte Kinderleichen zu bringen, gelingt Jannie die Flucht. Sie wird von Dieter auf seinem einsamen Hof aufgenommen und kümmert sich liebevoll um dessen Mutter. Die alte Frau liegt gelähmt und stumm im Bett, mit Augenzwinkern versucht sie Jannie begreiflich zu machen, in welcher Gefahr sie schwebt. Doch Jannie kennt keine Morsezeichen ... Petra Hammesfahr wurde mit ihrem Bestseller "Der stille Herr Genardy" bekannt. Seitdem erobern ihre Spannungsromane die Bestsellerlisten, werden mit Preisen ausgezeichnet und erfolgreich verfilmt, wie auch "Die Sünderin". Der Roman wurde unter dem Titel "The Sinner" mit Jessica Biel in der Hauptrolle als erfolgreiche US-Fernsehserie produziert und läuft derzeit weltweit auf Netflix.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 19.08.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641252359
    Verlag: Diana Verlag
    Größe: 3614 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Das Mädchen Jannie

TEIL 2

Jannies Geschichte

Puzzleteile 9

Klinkhammer hatte sich für elf Uhr mit Grabowski auf dem Parkplatz verabredet, der für Spaziergänger und Wanderer angelegt worden war. Zwar interessierte er sich auch für den beschwerlichen Schleichweg den Hang hinauf. Aber zuerst wollte er die Lichtung in Augenschein nehmen.

Als er auf den Platz fuhr, wartete Grabowski bereits neben seinem Auto und sah aus, als hätte er letzte Nacht nicht viel Schlaf bekommen. Fahle Gesichtshaut, die Augen von dunklen Schatten umrahmt, aber unübersehbar erleichtert, als Klinkhammer ausstieg. Er empfing ihn mit einem festen Handschlag und den Worten: "Als hätte ich es geahnt."

"Was?", fragte Klinkhammer. "Dass noch eine Leiche auf der Lichtung abgelegt wird?"

"Das nun nicht." Grabowski atmete durch. "Aber dass es höchste Zeit wurde, Sie anzurufen. Mit dem Gedanken habe ich schon vor Wochen gespielt, mich nur nicht getraut."

"Warum nicht?", fragte Klinkhammer. "Vor drei, vier Wochen hätte ich mehr Zeit gehabt. Und wir beide sind doch immer gut miteinander ausgekommen."

"Da saßen Sie aber auch noch nicht in Düsseldorf", erwiderte Grabowski. "Ich wollte nicht den Eindruck wecken, dass ich unser gutes Einvernehmen ausnutze. Vielleicht wollte ich mir auch nicht das Armutszeugnis ausstellen, dass ich mit meinem Latein am Ende war. Ich weiß es nicht. So eine Sache liegt einem wie ein Stein auf der Seele, wenn man damit nicht weiterkommt."

Er setzte sich in Bewegung. Klinkhammer schloss sich an. Zwei massive Betonpoller verhinderten, dass man mit Autos in den Wald hineinfahren konnte. "Die standen letzten Oktober noch nicht hier", sagte Grabowski, bevor Klinkhammer eine Bemerkung machen konnte. "Da gab es nur einen Absperrpfosten, der immer am Boden lag. Hatte ich erwähnt, oder?"

"Den Pfosten nicht", antwortete Klinkhammer. "Aber dass der Weg letztes Jahr befahrbar war."

"Die Forstarbeiter hatten Schlüssel für den Pfosten. Es war ihnen nur zu mühsam, ihn jedes Mal flachzulegen und wieder aufzurichten. Die Poller habe ich auch erst gestern gesehen, als ich hier ankam. Die KTU -Leute waren stinksauer, weil sie ihren Kram schleppen mussten. Bis zur Lichtung sind es gut und gerne achthundert Meter. Der Bestatter war ortskundig und hatte wohlweislich eine Karre für den Sarg mitgebracht."

Gemeint war das Bestattungsinstitut, das den Leichentransport zum Rechtsmedizinischen Institut nach Köln übernommen hatte. Klinkhammer fragte sich, ob der Mörder der jungen Frau ebenfalls eine Karre dabeigehabt hatte. Einen blutigen Körper in einer Decke zu transportieren war kein Zuckerschlecken, auch nicht, wenn man zu zweit war. Und davon war auszugehen, zwei Träger. Einen Mörder im rechtlichen Sinne gab es nämlich nicht.

Grabowski nutzte die Strecke, um Klinkhammer über die bisherigen Erkenntnisse der forensischen Untersuchung zu informieren und sich seinen Schock von der Seele zu reden. Der vollständige Obduktionsbefund stand noch aus, aber es gab ein vorläufiges Ergebnis, wie Carmen Rohdecker es versprochen hatte. Und diesem Ergebnis nach war es eben kein besonders scheußlicher Mord gewesen, obwohl Grabowski es immer noch so bezeichnete und es auf den Fotos so ausgesehen hatte.

"Kaiserschnitt", sagte Grabowski und klang dabei, als würge ihn jemand. "Post mortem ausgeführt von einer Person mit rudimentär vorhandenen medizinischen Kenntnissen, so drückte die Ärztin es aus. Es gab zwei sogenannte Probeschnitte mit einem nicht allzu scharfen Instrument, vermutlich einem Küchenmesser."

Gestorben war die junge Frau wahrscheinlich am Donnerstagabend oder in der Nacht zum Freitag. Weil niemand sagen konnte, unter welchen Umgebungsbedingungen der Tod eingetreten und wann die Leiche ins Freie geschafft worden war, gab es bezüglich der Zeit nur eine grobe Schätzung. Todesursache war ein massiver Blutverlust, der zum Herzversagen geführt hatte.

"Sie war

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen