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Das Mona-Lisa-Virus Thriller von Rode, Tibor (eBook)

  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)

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Das Mona-Lisa-Virus

Glaub nicht, was du siehst
Denn der schöne Schein trügt

In Amerika verschwindet eine Gruppe von Schönheitsköniginnen und taucht durch Operationen entstellt wieder auf. In Leipzig sprengen Unbekannte das Alte Rathaus, und in Mailand wird ein Da-Vinci-Wandgemälde zerstört. Gleichzeitig verbreitet sich auf der ganzen Welt ein Computervirus, das Fotodateien systematisch verändert.

Wie hängen diese Ereignisse zusammen? Die Frage muss sich die Bostoner Wissenschaftlerin Helen Morgan stellen, als ihre Tochter entführt wird und die Spur nach Europa führt - hinein in ein Komplott, das in der Schaffung des berühmten Mona-Lisa-Gemäldes vor 500 Jahren seinen Anfang zu haben scheint ...

Ein hochspannender Thriller um den 'Bauplan Gottes' und die teuflische Seite der Schönheit - Für alle Fans großer Verschwörungs- und Geheimnisthriller

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 512
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732522989
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1743 kBytes
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Das Mona-Lisa-Virus

2

Boston, eine Woche später

Das Klopfen wurde lauter. Energischer. War es zunächst nur zaghaft zu vernehmen, konnte Helen es jetzt nicht mehr ignorieren. Auch die Abstände zwischen den einzelnen Schlägen verkürzten sich. Das Pochen schien einem verborgenen Rhythmus zu folgen, dessen Schema sie zu entschlüsseln versuchte. Lang - lang - kurz - sehr lang. Blau - Blau - Gelb - Dunkelblau. Wie so oft erzeugten die Töne Farben vor ihrem inneren Auge. Helen zuckte erschrocken zusammen, als ein tiefes Brummen hinzutrat. Ein dunkles Rot breitete sich hinter ihren geschlossenen Augenlidern aus. Das Bild einer Blutlache stieg in ihr auf, verschwand jedoch sofort wieder, als das Rot ins Violette kippte. Das Klopfen wurde noch schneller, drohte, sie zu hypnotisieren. Sie fühlte sich, als hätte sie eine Flasche Rotwein geleert. Ja, das war es. Der Farbton, den sie mit dem Brummen assoziierte, erinnerte sie an die Farbe von Rotwein. An schweren Bordeaux.

"Helen? Schläfst du etwa? Helen !"

Eine blecherne Stimme riss sie aus ihren Gedanken. Als würde jemand in eine leere Konservenbüchse sprechen. Schraffiertes Rosa.

Sie öffnete die Augen und verspürte den Drang, sich zu bewegen, zu strecken. Doch die enge Röhre, in der sie lag, ließ das nicht zu. Auf einem kleinen Spiegel, der eine Handbreit über ihren Augen befestigt war, erkannte sie das Bild eines lächelnden Mannes. Er war sicher keine fünfundzwanzig. Seine Haare waren perfekt frisiert, glänzten blauschwarz, als hätte sich frischer Tau darübergelegt. Eine einzelne Locke kringelte sich in seine Stirn, was in Helen den Reflex auslöste, den Arm auszustrecken und sie zur Seite zu streichen. Gerade noch rechtzeitig erinnerte sie sich daran, dass sie sich nicht bewegen durfte. Ihr Arm fühlte sich schwer an. Die Wangenknochen des Mannes waren markant, seine Zähne schneeweiß. Eine Andeutung von Bartschatten gab ihm ein besonders männliches Aussehen. Sein verwegener Blick verhieß Abenteuer. Ja, ihn würde vermutlich kaum eine Frau von der Bettkante stoßen. Helen schloss kurz die Augen. Schwarz. Ein Stechen durchfuhr ihre Brust.

"Und, findest du den schön?", fragte die blecherne Stimme.

Helen glaubte, eine Spur Belustigung herauszuhören. Sie tastete mit den Fingern nach den Schaltern, sorgsam darauf bedacht, nicht die ganze Hand zu bewegen. Ein leichter Fingerdruck. Sie wartete.

"Dachte ich's mir doch!", hörte sie Betty sagen. "Und wir hatten schon Angst, du wärst uns eingenickt."

Sehr lustig, ging es Helen durch den Kopf. Ihr Körper produzierte so viel Adrenalin, dass sie vermutlich heute Abend noch Probleme haben würde einzuschlafen. Für sie war das hier wie ein Ritt auf einem durchgegangenen Pferd. Wer würde dabei einnicken? Der kalte Schweiß stand ihr auf der Stirn. Einmal mehr schnappte sie nach Luft. Ihre Fingerspitzen begannen zu kribbeln. Es hatte seinen Grund, dass sie diese Prozedur so lange aufgeschoben hatte. Alle ihre Kollegen hatten sich Versuchsreihen im MRT-Gerät schon längst selbst unterzogen. Die meisten schon während des Studiums. Irgendwie hatte sie es immer geschafft, sich davor zu drücken. Bis jetzt. Doch wenn man ein Forschungsprojekt leitete, musste man mit gutem Beispiel vorangehen. Und niemand anderem als ihr oblag es, den Versuchsaufbau zu testen. Das Klopfen wurde nun von einer ganz neuen Farbe begleitet. Helen verscheuchte die Farbbilder vor ihrem inneren Auge, konzentrierte sich auf den Spiegel.

"So, jetzt das nächste Foto", kündigte Betty an.

Diesmal erschien das Gesicht einer Frau. Zuerst dachte Helen, es sei ungeschminkt, doch bei genauerem Hinsehen erkannte sie einen Hauch von Lidschatten und Spuren von Make-up. Dennoch wirkte die Frau irgendwie fad. Blass. Die Haut an den Wangen war ein wenig schlaff. Die Lippen schmal. Die Nase nicht ganz gerade. Der Blick gelangweilt. Schlupflider. Klar, was dieses Bild aussagen sollte. U

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