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Das Paradies der kleinen Sünder Commissario Montalbano kommt ins Stolpern von Camilleri, Andrea (eBook)

  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Das Paradies der kleinen Sünder

Wenn es 8:8 steht und nicht der Stand eines Fußballspiels gemeint ist, sondern die tödliche Bilanz zweier verfeindeter Mafia-Familien. Wenn ein angesehener Arzt, der sich einen Fehltritt mit einer streng behüteten Zwanzigjährigen erlaubt, plötzlich deren gesamte Sippe am Hals hat und spurlos verschwindet. Wenn eine nicht unvermögende, bereits über neunzigjährige Dame ungebetenen Besuch erhält und der Täter der Teufel selbst ist - dann kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass dich diese Dinge irgendwo in Sizilien ereignen und Commissario Montalbano nicht weit ist...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 415
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838746340
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Un Mese con Montalbano
    Größe: 1654 kBytes
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Das Paradies der kleinen Sünder

Der anonyme Brief

ANNIBALE VERRUSO IST DAHINTER GEKOMMEN, DASS SEINE FRAU IHN BETRÜGT, UND WILL SIE UMBRINGEN LASSEN. WENN DAS PASSIERT, SIND SIE DAFÜR VERANTWORTLICH!

Der anonyme Brief, mit schwarzem Kugelschreiber in Blockbuchstaben geschrieben, war in Montelusa abgeschickt worden und ganz allgemein an das Commissariato di Pubblica Sicurezza di Vigàta adressiert. Ispettore Fazio, dafür zuständig, eingegangene Post weiterzuleiten, hatte ihn gelesen und sofort seinem Chef, Commissario Montalbano, gebracht. Und der war an diesem Morgen wegen des libeccio , des Südwestwindes, schlecht gelaunt, stinksauer war er auf sich und die gesamte Schöpfung.

"Und wer zum Teufel ist dieser Verruso?"

" Non lo saccio , weiß ich nicht, Dottore."

"Versuch das rauszukriegen und erzähl's mir dann."

Zwei Stunden später war Fazio wieder da und legte auf Montalbanos fragenden Blick hin gleich los.

"Verruso Annibale, Sohn von Verruso Carlo und Castelli Filomena, geboren in Montaperto am 3.6.1960, Angestellter beim Consorzio Agrario in Montelusa, aber wohnhaft in Vigàta, Via Alcide De Gasperi, Hausnummer 22..."

Das dicke Telefonbuch von Palermo und Umgebung, das zufällig auf Montalbanos Tisch lag, erhob sich in die Luft, flog durch das ganze Zimmer, knallte an die gegenüberliegende Wand und riss dabei den von der Pasticceria Pantano & Torregrossa mit freundlichen Empfehlungen überreichten Kalender herunter. Fazio litt an etwas, das der Commissario "Einwohnermeldeamt-Komplex" nannte und ihn auch bei schönem Wetter in Rage brachte - und dann bei Südwestwind!

" Mi scusasse , entschuldigen Sie", sagte Fazio und hob das Telefonbuch wieder auf. "Dann fragen Sie mich, und ich antworte."

"Was für ein Typ ist er?"

"Unbescholten."

Montalbano packte drohend das Telefonbuch.

"Fazio, ich hab's dir schon hundertmal gesagt. Unbescholten heißt überhaupt nichts. Ich wiederhole: Was für ein Typ ist er?"

"Mir hat man gesagt, dass er ein ruhiger, wortkarger Mann ist und nicht viele Freunde hat."

"Spielt er? Trinkt er? Frauen?"

"Davon ist nichts bekannt."

"Seit wann ist er verheiratet?"

"Seit fünf Jahren. Mit einer von hier, Serena Peritore. Sie ist zehn Jahre jünger als er. Sie sieht gut aus, hat man mir gesagt."

"Betrügt sie ihn?"

"Keine Ahnung."

"Ja oder nein?"

"Wenn sie ihn betrügt, ist sie schlau genug, es niemanden merken zu lassen. Manche Leute sagen ja, manche nein."

"Haben sie Kinder?"

" Nonsi . Es heißt, dass sie keine will."

Der Commissario sah ihn bewundernd an.

"Wie hast du denn solche intimen Sachen rausgekriegt?"

"Ich war beim Friseur", sagte Fazio und fuhr sich mit der Hand über seinen frisch rasierten Nacken.

Der Friseursalon war in Vigàta also immer noch der große Treffpunkt - wie in alten Zeiten.

"Was machen wir jetzt?", fragte Fazio.

"Wir warten darauf, dass er sie umbringt, und dann schauen wir weiter", sagte Montalbano unfreundlich und entließ ihn.

Fazio gegenüber war er ekelhaft gewesen und hatte den Gleichgültigen gespielt, dabei machte ihm dieser anonyme Brief ziemlich zu schaffen.

Abgesehen davon, dass es, seit er in Vigàta war, noch nie ein so genanntes delitto d'onore , ein Verbrechen zur Rettung der Ehre, gegeben hatte, roch er, spürte er, dass an der Geschichte etwas faul war. Vorhin hatte er auf Fazios Frage hin geantwortet, man müsse darauf warten, dass Verruso seine Frau umbringt. Aber das war falsch gewesen. Denn in dem Brief stand, Verruso werde die Ehebrecherin umbringen lassen , er hatte also die Absicht, sich einer anderen Person zu bedienen, um seine Ehre wieder reinzuwaschen. Und das war ungewöhnlich. In prìmisi : Ein Ehemann, dem Gerüchte eines Seitensprungs seiner Frau zu Ohren kommen, legt sich auf die Lauer, verfolgt sie, spionie

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